Mel Gibson rettet den postapokalyptischen Tag.
„Mad Max“ machte aus dem australischen Schaupieler Mel Gibson einen Weltstar, der noch heute dick im Filmgeschäft aktiv ist. Insofern hat er diesem australischen Actionfilm einiges zu verdanken. Regisseur George Miller drehte einen recht harten und dreckigen Genremix, indem er viele damals beliebte Filmstoffe verrührte. Insofern ist „Mad Max“ ganz klar ein Produkt seiner Zeit. Dass der Film heute wie damals zeitlos wirkt, ist wohl das Besondere daran und vor allem Millers Inszenierung zuzurechnen.
Entstanden im Jahre 1979 vermengte der Film den seinerzeit sehr beliebten Bandenfilm mit Science-Fiction-, Roadmovie-, Action- und Westernelementen. Wer jetzt „Viele Genres verderben den Brei“ ruft, hat oftmals recht, täuscht sich aber bei „Mad Max“, denn der Film wirkt weder unausgegoren noch altmodisch. Vielmehr entwirft er eine apokalyptische und düstere Zukunft, wie es auch schon John Carpenter in „Die Klapperschlange“ zwei Jahre später machte. Beide zeichnen ein grausames und deprimierendes Bild von der Zukunft. Doch während Carpenter dies vor der grandiosen Kulisse eines heruntergekommenen New York tut, und seinen Helden Snake Plissken meist durch düstere Sets schleichen lässt, ist Millers „Mad Max“ geradezu sonnig. Wohl aus Budgetfragen sparte es sich der Australier hier, apokalytische Kulissen zu verwenden, sondern ließ seine Protagonisten auf bemerkenswerten Fahrzeugen (meist aufgebohrte Versionen von antiken Autos) durch die Einöde Australiens jagen und erzeugte dennoch (und mit geringen Mitteln) eine apokalyptische Atmosphäre.
Dies liegt vor allem an den Protagonisten, die oftmals an durchgeknallte Gangmitglieder in Bandenfilmen erinnern. Schon die Anfangssequenz mit dem verrückten „Night Rider“, der alles in Schutt und Asche fährt und dabei ständig von sich in der dritten Person spricht, ist sehr konsequent. Beinahe klischeehaft, wie damit dann der knallharte Cop Max Rockatansky (Mel Gibson) eingeführt wird, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht „Mad“ ist, sondern zwar ein harter Zukunftsbulle, doch auch ein liebevoller Familienvater. Erst gegen Ende des Filmes, als seine Familie ermordet wird, ändert Gibson seine Darstellung des „Mad Max“ in die Richtung, die auch den zweiten Teil dominiert. Erst dann ist er wirklich „verrückt“. Verrückt genug, um die Mörder seiner Familie zu stellen und im zweiten Teil gnadenlos mit den verrückten Straßengangstern abzurechnen. Der junge Gibson macht diese Veränderung glaubwürdig durch. Zwar ist sein Spiel (gerade im Vergleich zu späteren Filmen) eher zurückgenommen, dennoch ist es weit davon entfernt, einem betont eindimensionalen Actionhelden zu gleichen, wie er dank Stallone, Schwarzenegger oder Bronson zu dieser Zeit angesagt war. Die übrigen Schauspieler wissen durchaus zu überzeugen, wie z.B. Joanne Samuel, die Max’ Ehefrau Jessie spielt und einige starke Momente für sich verbuchen kann. Die meisten der übrigen Darsteller wurden jedoch wohl wegen ihres Aussehens gecastet und nicht wegen ihres darstellerischen Könnens. So bleibt an keiner Filmminute auch nur ein Zweifel bestehen, dass „Mad Max“ doch eigentlich eine reine Mel Gibson-Show ist.
Was als kleiner australischer Actionfilm geplant war, hat sich seinen Platz in der Filmgeschichte redlich verdient. Nicht nur, dass aus „Mad Max“ eine Trilogie wurde, hat der Film auch der Karriere des Mel Gibson einen unglaublichen Schub gegeben. Wer weiß, wer den Martin Riggs in der „Lethal Weapon“-Reihe gespielt hätte, wenn es „Mad Max“ nicht gegeben hätte. Regisseur George Miller konnte sich durch die „Mad Max“-Trilogie (jeden der drei Filme inszenierte er selbst) einen Namen machen und hatte auch noch einige Hits nach diesen harten und düsteren Filmen (kurioserweise konnte Miller vor allem mit Komödien wie „Schweinchen Babe in der großen Stadt“ und „Die Hexen von Eastwick“), doch an den Erfolg seiner „Mad Max“-Filme konnte keines seiner weiteren Werke anknüpfen.
Fazit:
7/10