Der wohl berühmteste Film Australiens und nebenbei der Durchbruch für den hier noch sehr jungen Mel Gibson. Auch Serienregisseur George Miller wurde durch " Mad Max " der Weg nach oben geebnet, er inszenierte auch den Nachfolger zwei Jahre später, bis heute gibt es eine Trilogie. Es waren auch mal Gespräche im Umlauf, noch einen vierten Teil zu drehen, auch wieder mit Gibson, doch leider wurde das Projekt auf Eis gelegt. Heute ist " Mad Max " Kult, das winzige Budget sieht man dem Film überhaupt nicht an und die Kinokassen klingelten. Daher konnte man bei Teil zwei, übrigens der beste Teil der Reihe, einen ordentlichen Batzen nachschieben. Für damalige Verhältnisse recht hart, ist die Indizierung verständlich, doch heute wirkt sie überflüssig. Eigentlich ist der ganze Film schon etwas angestaubt, doch wer den prägenden Stil der 70er mag, Autofan oder Nostalgiker ist, für den ist das ein Leckerbissen.
Story:
Wir befinden uns in der Zukunft. Um der Lage Herr zu werden, rast die Polizei mit aufgemotzten Karren über die Straßen. Unter ihnen Max Rockatansky ( Mel Gibson ). Als sein Kumpel Goose von Toecutter ( Hugh Keays-Byrne ) und seiner Motorradgang fast getötet wird, beschließt Max, seinen gefährlichen Job an den Nagel zu hängen. Mit Frau und Kind verlässt er die Stadt und fährt ans Meer. Doch auch Toecutter ist vor Ort und tötet Max Frau und Baby. Max verwandelt sich in einen kaltblütigen Rächer.
Da man kaum Story hat, beschäftigt man sich besonders mit dem Ausbau von Max' Charakter und seinem Leben. Wir befinden uns hier im zukünftigen Australien, die Polizei fährt mit getunten Flitzern ( V8 ) über die leergefegten Landstraßen und das Polizeirevier sieht aus wie ein einsturzgefährdeter Altbau, dem bald die Abrissbirne winkt. Die Kulisse Australiens teilt sich in zwei Fraktionen. Einmal als einsame und staubige Einöde und zweitens der exotische Teil mit dem Meer und Strand. Der Look ist für damalige Zeit wirklich klasse, auch die Kamera aus der Cockpit- und der Vogelperspektive. Auch die sehr schrillen Outfits sorgen für ein bisschen Farbe in der sonst kargen Wüstenkulisse. Der Score schmettert dazu die passende Musikuntermalung, rein instrumental versteht sich.
Kommen wir zurück zu Max, hier erleben wir, wie Max so Mad wird, doch darauf lässt sich ziemlich lange warten, denn die Rache findet nur in der letzten Viertelstunde statt. Davor lernt man den gutmütigen Max kennen, ein guter Familienvater, dem man nachfühlen kann, warum er so wird.
Für mehr Action war wahrscheinlich das Budget zu knapp, doch die Autojagden sind trotzdem rasant und sehr spektakulär. Dazu die vielen tollen Stunts und Crashs. Ansonsten gibt es nicht sonderlich viel zu sehen. Eine Rangelei, zwei Explosionen, und die Motorradgang verübt ein paar Mordanschläge oder -versuche. Im Finale geht es nochmal gut zur Sache, doch die Eröffnungsjagd auf den " Knight Rider " bleibt die Spitze der Action. Ein paar Brutalitäten dürfen auch nicht fehlen, wie die abgerissene Hand, eine angedeutete Vergewaltigung oder Max' Rachefeldzug. In Teil zwei schraubte man die Gewalt und Action um fast das Doppelte nach oben. Hier hält man sich noch eher bedeckt und deutet die schlimmsten Dinge nur an.
Der junge Mel Gibson liefert auch hier schon ein sehr glaubwürdiges Schauspiel ab. Die Verwandlung zum Rächer nimmt man ihm ohne Weiteres ab, da kann sich der Rest des Darstellerfeldes noch eine große Scheibe abschneiden. Immerhin ist Gegenpart Toecutter alias Hugh Keays-Byrne sehr schrill geworden.
Fazit:
Kultiger Endzeitfilm, die Geburt von Mel Gibson, seine bekannteste Rolle neben " Lethal Weapon ". Eine Story gibt es hier nicht so wirklich, hier steht Max' Veränderung im Mittelpunkt. Die Action ist für die Verhältnisse sehr spektakulär, vor allem die Autojagden. Die staubige Kulisse überzeugt, genauso wie der harte Score. Nicht so gut wie Teil zwei, der Höhepunkt der Reihe, aber doch immer wieder nostalgisch anzusehen.