Review
von Sa!nt on Trip
In einer nicht allzu fernen Zukunft: Der dritte Weltkrieg hat die Zivilisation erschüttert. Motorisierte Gangs machen auf den australischen Straßen ihre eigenen Gesetze und setzen dies mit aller Gewalt durch. Die Polizei hat dem wenig entgegenzusetzen und so tobt Tag für Tag ein erbitterter Kampf um einen gut gefüllten Tank, denn Benzin ist richtige Mangelware geworden. Eines Tages liefern sich eine Hand voll Polizisten, darunter auch Hauptfigur Max Rockatansky eine Verfolgungsjagd mit dem "Nightrider", dem Oberhaupt einer Motorradgang. Dieser kommt dabei um, und schnell haben die Hüter des Gesetzes seine Lakaien am Hals. Infolge dessen werden Max' Kollegen und auch seiner Familie übel zugesetzt, sodass er sich entschließt, dem Ganzen mit aller Härte entgegenzutreten. Er schnappt sich einen aufgemotzten Polizeiwagen und hat nur ein Ziel: Die Höllenjockeys ein für alle mal aus dem Verkehr zu ziehen.
Mad Max setzte nicht nur Maßstäbe im Endzeit-Genre, sondern war auch gleichzeitig der Startschuss für Mel Gibsons Schauspielkarriere. Der Film wurde mit sehr geringem Budget umgesetzt, war aber dennoch äußerst erfolgreich und zog somit 2 Fortsetzungen nach sich (eine dritte ist bereits in Aussicht und soll wohl nächstes Jahr erscheinen). Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn hier werden Stunts und Verfolgungsjagden in atmosphärischer Umgebung mit einer guten Charakterzeichnung kombiniert. Man erfährt einiges über Max' Familie und seinen Berufsalltag sowie die Gnadenlosigkeit, die auf der Straße herrscht. Fahrzeugszenen sind (gerade am Anfang) sehr gut in Szene gesetzt und man merkt dem Film sein geringes Budget somit kaum an. Die Autos selber sehen teils auch sehr gut aus und haben schon lange Kultstatus erreicht. So ist der Ford Falcon XB, oder besser Interceptor, heute ein beliebtes Replikat.
Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte. So ist der Mittelteil stellenweise etwas langatmig geraten. Hier hätte man stellenweise etwas mehr einbauen können als nur ein bisschen Familienleben oder ein Besuch am Strand. Der größere Kritikpunkt, welcher wohl auch eine größere Fangemeinde verhindert, ist dass der Film teils mehr verspricht als er zu bieten hat. So liest man teilweise von einem "blutigen Rachefeldzug ohne Gnade", allerdings ist dieser eher kurz und auch recht harmlos ausgefallen. Der berühmte Abfangjäger kommt auch erst am Ende richtig zur Geltung. Allerdings kann man darüber notgedrungen auch hinwegsehen, denn wie gesagt wurde hier die knappe Filmkasse gut angelegt und Mad Max ist zu Recht ein Klassiker geworden, dem eine Listenstreichung auch langsam mal gut tun könnte. Denn wenn ein Terminator mittlerweile ab 16 freigegeben wurde, könnte man diesen Meilenstein auch ohne Wenn und Aber aus dem Giftschrank holen.