Review

"Ich kenn den Typen. Der ist total irre."

In naher Zukunft beherrschen motorisierte Banden die Straßen. Morde und Überfälle auf offener Straße sind an der Tagesordnung. Die Polizei kann sich nicht in allen Fällen durchsetzen und ist zahlenmäßig unterlegen.
Max Rockatansky (Mel Gibson) gehört zur Polizei und verfolgt die Bande von Toecutter (Hugh Keays-Byrne). Als einer seiner Kollegen durch einen Brandanschlag entstellt wird kündigt er jedoch seinen Dienst und verlässt mit Frau und Kind die Stadt. Jedoch werden sie von Toecutter's Bande verfolgt.

"Mad Max", der Beginn einer Kultreihe, die ihre Höhen und Tiefen hat. Mit seinem anarchistischen und endzeitlichen Erscheinungsbild sowie den halsbrecherischen und destruktiven Verfolgungsjagden, mittels motorisierter Vehikel, bleibt die Reihe stets in Erinnerung. Jedoch funktioniert bereits der erste Teil schon nicht im Spannungsaufbau. Die Handlung ist zu gewöhnlich und die Figurenzeichnung nur mäßig, obwohl viel Zeit für diese draufgeht.

Der doppelseitige Racheplot läuft nicht so ganz rund. Für erzählerische Behelfsmäßigkeiten und einiger Ungereimtheiten findet "Mad Max" keinen Umweg. Der Mischung aus Western und Revenge-Actionern fehlt es an Hintergrundinformation und Weltendarstellung. Zielgerichtet arbeitet er seine Situationen ab und wälzt zu Beginn über die Figuren, die immerhin kompromisslos herausfallen.

Schon vom ersten Teil an sind insbesonders die bösen Jungs abgedreht. Eine Mischung aus Punk und Wahnsinnigen. Ganz offensichtlich erinnert dies an das Horror- und Exploitationskino, gerade, da "Mad Max" immer wieder versucht zu erschrecken.
Somit findet auch eine bebilderte Härte in den Film. Sicherlich nichts außergewöhnliches, aber doch so, dass es schmerzhaft wirkt. Ganz besonders der Schluss des Films hallt durch seine Kompromisslosigkeit lange nach und glättet ein wenig die zu vielen Längen des Films.

Besonders die Stuntarbeiten und Crashszenen können begeistern. Mit sehr physischem Einsatz rammen sich Fahrzeuge, kommen von der Straße ab oder überschlagen sich. Die Detailarbeit ist grandios und spannungsfördernd, nur leider spärlich im Film verteilt.

Mel Gibson ("Lethal Weapon"-Reihe) sowie Hugh Keays-Byrne stehen im Fokus und zeigen eine enorme Präsenz. Während Gibson die raue Wandlung seiner Figur überzeugend darstellt, wandelt Keays-Byrne mit ruhiger Majestätik über die Leinwand. Unter den Nebendarstellern findet sich nichts vergleichbares.

"Mad Max" ist ein Klassiker, der nur einen Teil seines noch kommenden Potentials enthält. Dies betrifft die unvergleichliche Atmosphäre des direkten Nachfolgers. Teil 1 verschleudert zu viel Zeit mit einer generischen Handlung und lauen Figurenzeichnung. Erst gegen Ende wird der Film Dank der unverkennbaren Materialschlacht und rauen Abrechnung richtig gut.

5 / 10

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