In der nahen, von Atomkriegen verwüsteten Zukunft ist Max Rockatansky ist nicht irgendein Polizist von der Stange. Er ist der beste. Er macht kurzen Prozess mit Straßensündern, Auto-Rowdys und Motorrad-Rasern aller Art und zeigt keinerlei Gnade, wenn jemand seine Liebsten bedroht. Dann nämlich wird Max zum "Mad Max", der in rasanten Geschwindigkeiten die Reifen quietschen lässt und den "Night Rider" (hier nicht gespielt von David Hasselhoff) samt seiner Gefolgschaft die eiserne Faust des Gesetzes spüren lässt.
So wie sich die Handlung von "Mad Max" liest, so schaut sich auch der gesamte Film, welcher umzogen ist von irren Verfolgungsjagden, einer Masse an aufeinandertreffendem Blech und Schrott und einer Ansammlung von Charakteren, die überzeichneter und "pulpiger" nicht hätten sein können.
Der "Night Rider", eigentlich nur ein Irrer, der mit seiner Raserei Menschenleben gleich welchen Alters bedroht, wird von seinen Jüngern als Guru-gleiches Objekt klassifiziert ("Wenn du zum Himmel schaust, denk an ihn!"), welche es ihm gleichtun und Terror und exzessive Geschwindigkeitsüberschrietungen und Sachbeschädigungen mit einem Gefühl der Freiheit gleichsetzen. Ein Schelm, wer hier nicht an eine zynische Parodie der Botschaft von "Easy Rider" denkt.Es ist wahrlich kein Geheimnis, dass trotz der hervorragend inszenierten Explosionen und Kollisionen "Mad Max" ein B-Film wie aus dem Bilderbuch ist, dem tiefgehende oder subtile Erzählformen fremd sind und der seine Stärken vor allem optisch und akkustisch auslebt.
"Mad Max" ist laut, rau, zynisch und vor allem plakativ. Ein Vorzeigeheld räumt auf gegen menschlichen Abschaum und man ertappt sich zelebrierend dabei, wie gnadenlos er dies vollzieht. Mit diesem Grundprinzip machte er 1979 nichts neu, fühlt man sich doch stark an die Machart des Grindhouse-Kinos der 70er erinnert. Nach dem Motto:"Kommen Sie her und sehen Sie, wie Mad Max aufräumt, anfährt, überfährt, schießt und zum Held der Gesellschaft und zum Rächer seiner Liebsten wird."In seiner Handlung also weder innovativ noch kreativ, kann "Mad Max" dennoch mit einer soliden Inszenierung und seinem hohen Unterhaltungsfaktor punkten. Kein Film für einen anspruchsvollen Debatierabend, sondern eher was für Männer (und emanzipierte Frauen?), die gerne "einen Gang zulegen wollen" und einer bunten Mischung aus Roadmovie, Action und Rache-Thriller positiv gegenüberstehen.
7/10