7
Dass aus diesem knochentrockenen Endzeit-Rache-Postwestern einmal eine Weltmarke werden würde, war Ende der 70er noch nicht abzusehen. Dass aus Mel Gibson mal ein Weltstar werden würde, schon eher – auch wenn sein Aussie-Slang seinerzeit für Amerika synchronisiert werden musste.
Im Grunde verspricht das Plakatmotiv wie bei zahlreichen Genrefilmen dieser Zeit auch bei diesem mehr futuristische Action, als man bekommt, dieses Versprechen sollte erst der ROAD WARRIOR einlösen.
Der erste MAD MAX besticht vor allem durch seine Gnadenlosigkeit – kaum wird man je die durch die Luft geschleuderten Kinderschuhe vergessen, noch das bittere Finale, das Max das Image als einer d e r Antihelden der neueren Filmgeschichte verpasste (und so ganz nebenbei SAW inspirierte).
Kein großartiger, aber ein wichtiger Film.
8
Der erste Teil ist noch ein relativ kleiner Actionfilm mit einer eher persönlichen Geschichte um das was Max' Frau und Kind widerfährt durch die Rocker einer immer mehr in Richtung Endzeit tendierenden Gesellschaft. Dies ist noch keine postapokalyptische Welt mit völlig fremden Lebensweisen und schrägen Typen, wie wir ab Teil 2 zu sehen bekommen, sondern der erste Teil präsentiert uns ein Übergangstatium, welches noch weitgehnd wie unsere Gegenwart wirkt, aber schon immer mehr in Richtung unkontrollierbare Endzeit abdriftet. Erst der zweite Teil zeigt dann jene Szenarien und Leute, die seitdem typisch für Endzeitrocker-Filme geworden sind. Der dritte Teil bindet diese ungeschickt in kindlichen Mainstream ein, während der vierte Teil richtig aufdreht und uns die perfekteste Version einer postapokalyptischen Chaos-Welt zeigt. Mad Max 1 = Note 2+ mit 83 % Mad Max 2 = Note 1- mit 90 % Mad Max 3 = Note 4+ mit 44 % Mad Max 4 = Note 1 mit 95 %
5
Kennt ihr das? Ihr habt einen Film, dem ein legendärer Ruf vorauseilt und der als Klassiker gilt, bisher noch nie gesehen und wenn ihr endlich diese Wissenslücke schließt, dann seid ihr ernüchtert, weil der Streifen euren in die Höhe getriebenen Erwartungen nicht gerecht wird? Tja, so geht es mir mit dem "verrückten Maxe". Von der Urmutter aller Endzeitspektakel und dem großen Durchbruch für Mel Gibson habe ich mir mehr versprochen. Mir kam das Ganze vor wie ein merkwürdig ausgestattetes und bisweilen komisch gespieltes Motorradbanden- und Roadmovie. Doch für eine postapokalyptische (?) Zukunft gibt es viel zu viel Grün, Idylle und Zivilisation, letzteres sogar in Form von Straßenpolizei und Diners! Die Crashes und Verfolgungsjagden sind okay, der Rest ist überraschend steril.
7
Eigenwilliger Klassiker des Actionkinos, der durch furiose Action, gute Darsteller sowie eine reißerische, Selbstjustiz propagierende Story auf sich aufmerksam macht. Allein schon die rasanten Hetzjagden in den endlosen Weiten Australiens sowie die klasse Vorstellung Mel Gibsons machen den Film sehenswert. Kritiker werden sich sicher an der zweifelhaften Botschaft des Filmes stören, ich jedoch empfehle Mad Max vor allem aufgrund der guten Atmosphäre und dem außergewöhnlichen Szenario. Man könnte fast sagen: Knallharte aber "angebrachte" Selbstjustiz mit Stil :)
10
Dem Australier George Miller ist mit seinem Erstling ein zeitloser Klassiker des Action-Films gelungen. Halsbrecherische Stuntszenen und eine schonungslos hautnahe Kamera sorgen für harten Realismus, fast glaubt man, den verbrannten Gummi der Reifen auf dem Asphalt zu riechen. Auch heutzutage kann der Film noch locker mithalten und bietet viel mehr als mancher "Super-Actionfilm" neueren Datums. "Mad Max" ist nicht nur der Karrierestart von Superstar Mel Gibson, nein, er ist inzwischen auch ein Kult-Klassiker des Action-Kinos, ganz ohne Zweifel.