Review

SUPERMAN – DER FILM oder Wenn ein Klassiker immer noch abhebt (für mich jedenfalls)!

1978, ich, 12 Jahre, im Kino, wusste nach einem endlos mehrminütigem Nachspann, dass ich einem besonderen Film beigewohnt hatte.

2015, ich, älter, habe mir diesen „besonderen Film“ meiner Kindheit wiederholt gegönnt.

Es ist sicherlich mühsam, die junge Generation von heute für den klassischen Superheldenfilm von damals zu begeistern. Die Tricks sind durchschaubarer als in aktuellen Produktionen. Statt Eye-Candy-FX bei den berühmten Superman-Flugszenen gibt es in der 1978er Version nur Blue- oder Greenscreen-Effekte, die sicherlich in den 1970er-Jahren hipp gewesen waren.
Von atemloser Action und rasanter Schnitt-Technik fehlt jede Spur.

Nostalgisch sicherlich mit hohem Nährwert. Das fängt schon mit der Darstellerriege an, wo sich Oscarpreisträger Marlon Brando und Gene Hackman die Klinke in die Hand geben. Newcomer Christopher Reeve prägt mit seiner Performance das Gesicht von SUPERMAN bis in die heutige Zeit hinein. In Nebenrollen werten den Streifen die Altstars Maria Schell, Glenn Ford und Trevor Howard auf. Ned Beatty untermauert humorvoll (nicht dämlich) den Comedyfaktor.

Filmkomponist John Williams komponierte einen orchestralen bombastischen SUPERMAN-Sound. Das Titelthema ist weltbekannt.

Größter Pluspunkt ist natürlich die komplette Storyline, welche die SUPERMAN-Fakten ernst nimmt und niemals selbstzweckhaft ins Lachhafte zieht. So gönnt sich der Film eine lange Einleitungssequenz auf dem Planeten Krypton (SUPERMANN als Baby), später wird die Teeniezeit auf einer Farm bei Zieheltern beleuchtet. Erst nach 50 Minuten kommt Christopher Reeve als erwachsener SUPERMAN bzw. als absichtlich unbeholfener Reporter Clark Kent zur Geltung.
Diese detaillierte und auch bewusst lange Einführungsphase tut dem Film besonders gut, gibt ihm Tiefe mit Unterhaltung.
Der Rest ist Filmgeschichte, die mehrere Fortsetzungen nach sich zog.

Christopher Reeve, der leider einen schweren Unfall hatte und später früh verstarb, bestimmt noch heute das Bild von SUPERMAN. Fragt man mich, wie ich mir SUPERMAN vorstelle, kommt mir immer Reeve in den Sinn.

Unterm Strich kann ich SUPERMAN nach fast 40 Jahren dennoch nur noch Nostalgikern oder Filmfans empfehlen, die Movies aus den 1970er-Jahren wegen ihrer ruhigen und dabei tiefgehenden Erzählstruktur mögen.

Ich halte SUPERMAN – DER FILM für einen ganz großen Klassiker im Genre!

Details