Vor einigen Jahren war es, als ein kleiner Nachwuchsagent namens "Cody Banks" die James Bond-Reihe in ein Kindertaugliches Umfeld steckte. Frankie Muniz, den man nur zu gut aus der Erfolgsserie "Malcom Mittendrin" kannte, hat darin seinen großen Auftritt als Teenie, welcher von der CIA für die unmöglichsten Aufträge verpflichtet wurde und natürlich auch durchgängig Erfolge aufweist. Dennoch war "Cody Banks" unterm Strich wirklich nur ein durchschnittlicher Film, der höchstens bei der Zielgruppe für Jubelschreie sorgen konnte. Für die Größeren war das Treiben doch meist etwas zu naiv. Und anderes verhält es sich auch bei Teil 2 der Mini-Spion-Reihe nicht. Eher im Gegenteil. "Agent Cody Banks 2" ist unterm Strich noch alberner und infantiler als der Vorgänger.
Storymäßig geht das Ganze aber erst einmal soweit in Ordnung. Wie schon bei Teil 1, so hat man sich auch hier eine einigermaßen einfallsreiche und clevere Geschichte ausgedacht, die den kleinen Zuschauer Freude bereiten kann. Cody wird dieses Mal beauftragt, sich um einen ehemaligen CIA-Agenten kümmern, der mit einer Gedankenkontrollsoftware die Weltherrschaft an sich reißen will. Also muss sich Cody wieder einmal in die tiefsten Gefahren stürzen, um diese Katastrophe zu verhindern. Der etwas tapsige Derek hilft ihm dabei. Allerdings liegt das Forschungslabor, in welcher sich die Software befindet, in London. Also nichts wie auf nach Europa... Auch wenn wirkliche Innovationen Mangelware sind, so wirkt die Story doch alles in allem recht rund und wie geschaffen für einen Film mit Mini-Agenten. Für die Kiddies ist alles recht einfach nachzuvollziehen, was bei so einer Geschichte auch recht wichtig ist. Leider aber hat man es auch in der Handlung arg mit der Naivität übertrieben.
Nicht nur das Cody, neben seiner Agententätigkeit, allerhand Blödsinn anstellt, so wirken auch einige Ideen etwas arg übertrieben. Wenn Cody z. Bsp. das Opfer der Gedankenkontrolle wird und seine Mitschüler daraufhin mit Essen beschmeißt, dann wirkt das nicht besonders komisch, sondern einfach nur blöd. Genauso wenn plötzlich die mächtigen Männer des G7-Gipfel anfangen herumzublödeln und ihren Frauen Sekt in den Ausschnitt gießen. Dazu natürlich allerhand infantiles Gehampel und ein Anthony Anderson, der sich in seiner dusseligen Rolle richtig austoben kann, was aber nicht immer unbedingt als positiv zu bewerten ist.
Ebenfalls recht bekloppt ist zudem die Auflösung des ganzen Treibens, sowie der zwar temporeiche, aber auch ziemlich roh gewordene Showdown, der zur vorangegangenen Naivität gar nicht so recht passen will. Während sich bis jetzt wenigstens noch die kleinen Zuschauer ihren Spaß hatten, so dürfte es nun auch bei ihnen vorbei sein. Denn die Kämpfe am Ende des Films sind doch eher ungeeignet für sie, sondern eher für ihre zwölf jährigen Brüder und Schwestern. Doch diese haben sicher schon längst abgeschaltet.
Na ja, wenigstens kann man an der Inszenierung an sich nicht allzu viel kritisieren. Alles in allem hat man die Handlung in recht stimmige Bilder gesetzt und sowohl die Spezialeffekte, als auch die Musik können überzeugen. Relativ aufwändig und detailreich geht es hier zur Sache, was man aber von Hollywood eigentlich auch nicht viel anders erwarten würde. Die dürftige Handlung kann dadurch aber dennoch nicht gerettet werden.
In punkto Darsteller beweist Frankie Muniz zwar, dass er durchaus ein talentierter Jung-Mime ist, aber wirklich überzeugen kann er dennoch nicht. Dafür wirkt er an manchen Ecken einfach zu übertrieben in seinem Tun und für den infantilen Inhalt ist er eigentlich auch schon zu alt. Anthony Anderson tobt sich dafür, wie schon erwähnt, richtig aus und ist somit in seinem Element. Alle anderen Darsteller halten sich die Waage.
Fazit: Infantiles und alles in allem recht nervtötendes Sequel, zu einem eh nur (leicht über-)durchschnittlichen Vorgänger. Auch wenn die Story durchaus überzeugen kann, so hat man die Handlung leider arg auf Kleinkindsniveau heruntergedreht, sieht man einmal vom flotten, aber alles in allem viel zu aufgesetzt und roh wirkenden Showdown ab. Inszenierungstechnisch solide, aus schauspielerischer Sicht auch nicht mehr als "gerade noch annehmbar", siedelt sich das Treiben somit knapp unter dem Durchschnitt an. Die Kleinen werden hier zwar dennoch (größtenteils) ihren Spaß haben, alle anderen sollten sich aber lieber "Spy Kids" anschauen, wenn sie wirklich Kinder als Spione erleben wollen.
Wertung: 4/10 Punkte