"Donner betonte eine Art grandiosen Mythos. In mehreren Sequenzen gab es einen Versuch im Stil von David Lean und ein enormes Ausmaß. Es gab eine Art epische Qualität, die nicht meiner Natur entspricht, daher wurde sie in meiner Arbeit nicht wirklich berücksichtigt ... Das bin nicht ich. Das ist seine Vision. Ich bin schrulliger und spiele mit etwas mehr unerwarteter Albernheit.“
~ Richard Lester
"Dick Donner sagte: ‚Ich werde den zweiten Film zu meinen Bedingungen und ohne [Pierre] Spengler drehen‘ … Spengler war mein Freund seit meiner Kindheit, und mein Vater und ich waren sehr loyal. Wir sagten Nein, und darauf lief es letztendlich hinaus.“
~ Ilya Salkind
Superman II wurde von der Öffentlichkeit heiß erwartet und stellte beim Kinostart trotz eines Kopf-an-Kopf-Rennens mit Paramounts Jäger des verlorenen Schatzes – was man letztlich verlor – mehrere Box-Office-Rekorde auf; zuvor verzögerte sich die Produktion aufgrund einer Reihe von Klagen, Aussetzern, Pausen, und anderen Rückschlägen deutlich. Christopher Reeve selber wurde angezählt, dann Regisseur Richard Donner entlassen, Ursache war laut einen Los Angeles Times Artikel von Mai 1980 seine Kritik an Pierre Spengler, dem dritten Produzenten des Films, den Donner vom Set ausgesperrt hatte. Für Ilya Salkind, der fünfzehn Jahre lang ein Partner und Freund von Spengler gewesen war, war diese Wende unakzeptabel und kontraproduktiv für den Film. Ein Future Life-Artikel von August 1981 besagte, dass viele der Konflikte zwischen den beiden Männern sich um den Ton der Drehbücher drehten. Donner kämpfte darum, das Drehbuch straff zu halten, mit einem Minimum an "Camp" bzw "Trash", während Spengler vergeblich versucht hatte, Donner während des ersten Films zu feuern. Lester wurde an dessen statt geholt, zuvor hat Guy Hamilton abgelehnt. Zurück zum Plot:
Vor der Zerstörung Kryptons werden die Verbrecher General Zod [ Terence Stamp ], seine Gemahlin Ursa [ Sarah Douglas ] und Non [ Jack O'Halloran ] zur Verbannung in die Phantomzone verurteilt. Jahre später wird die Phantomzone in der Nähe der Erde durch die Druckwelle einer von Superman von der Erde abgeworfenen Wasserstoffbombe zerstört. Die drei Verbrecher werden befreit und erhalten durch das gelbe Licht der Sonne Superkräfte. Nachdem sie auf dem Mond gelandet sind und mühelos ein Team von Astronauten getötet haben, die dort forschen, setzen sie ihre Reise zur Erde fort, um den Planeten zu erobern. Der Daily Planet unter Führung von Perry White [ Jackie Cooper ] schickt den Journalisten Clark Kent [ Christopher Reeve ] – dessen geheime Identität Superman ist – und seine Kollegin Lois Lane [ Margot Kidder ] zu den Niagarafällen, um dort mysteriösen Vorfällen nachzugehen. Lois vermutet, dass Clark und Superman dieselbe Person sind, nachdem Clark abwesend ist, als Superman ein Kind rettet. Währenddessen schließt Lex Luthor [ Gene Hackman ] samt seinem Assistenten Otis [ Ned Beatty ] einen Pakt mit den drei kryptonischen Kriminellen, um Superman zu vernichten.
Mit einem Blick in den Weltraum startet man, geht es doch zurück auf Krypton, der Eisplaneten, hier noch in einstiger Blüte und Pracht. Eine Rebellion wird gestartet, die Wachen sich erledigt, das Vorspiel für das Gerichtsverfahren, dass den 1. Teil einleitete, drei Verdächtige im Prozess, alle für schuldig befunden, alle in die ewige Verbannung geschickt, so lautet das Urteil und der Vollzug; ein Fluch danach ausgesprochen, sich auf den Sohn von Jor-El beziehend, man bedient sich der Rückblendenstruktur, dem Erwecken der Erinnerungen, wie alles anfing, wie alles begann, die Reise des kleinen Jungen, ein Baby noch, die Zusammenfassung der Ereignisse auf der Erde auch, eine Vorbereitung auf Kommendes, auf das, was vor allem Man of Steel (2013) ausmacht, den Kampf gegen die Verbrecher, ausgetragen auf einem fremden Planeten, der von einem der Bewohner assimiliert wurde und von den anderen erobert werden möchte, ein Widerstreit.
Lester nutzt dabei die Bilder seines Vorgängers, seines Kollegen, die 8/16 Version quasi, alles in wenigen Minuten, während der Vorspann noch läuft, das bekannte John Williams Thema. Der Daily Planet hier als Mittelpunkt der Stadt und des Filmes, die Zeitungen, die Presse noch an und in der Macht, ein erster kleiner Witz beim Betreten, ein zweiter kleiner, kaum zu sehen. Die Redaktion ist hoch beschäftigt, die Schlagzeilen müssen fertig werden, Operation Eiffelturm hier in der Kurzfassung, alle wissen Bescheid außer Kent, der nicht Fernsehen, sondern in seinen Dickens schaut. Ein Wortspiel mit "terrorists" und "territory", ein Starten in die Gefahrenzone, mitten nach Paris, an den Schauplatz des Geschehens, Lois Lane ist schon drin. Eine Geiselnahme, die Drohung mit einer Wasserstoffbombe, bewaffnete Schergen überall, die Reporterin denkt nur abwechselnd an den Pulitzer und den Nobelpreis. Ein größeres Geschehen, die Polizei auch in Aktion, die Gefahrenabwehr, mit eigenen Maßnahmen, alle Vorbereitungen wurden getroffen, man ist kurz vor der Exekution. Der Fahrstuhl wird kurz geschaltet und selbständig gemacht, die Bombe am Starten, unfreiwillig natürlich nur; Rettung in letzter Sekunde durch den Mann mit dem Cape, eine fatale Explosion im All, die ungeahnte Folgen hat, die erst die Geschichte in Gange setzt, die Freilassung der Verbrecher.
Ein Gespräch zwischen Kent und Lane folgend erläutert ihre Freundschaft, er möchte deutlich mehr, der Film reichlich in Bewegung, zurück auf den ersten Teil, auf Luthor und seinen Kompagnon, auch da werden Pläne geschmiedet, Zeit genug hat man dafür. Ein steter Wechsel der Szenerie, von Metropolis nach Paris nach Houston, groß im Aufwand, kurz in der Gestaltung, ein erster grausamer Tod, die Luft zum Atmen genommen, mit den Menschen wie Puppen gespielt, eine unprovozierte Brutalität, "Something is happening", eine Herrschaft wird beschlossen. Kriminelle Vorgänge an verschiedenen Orten, auf Amüsement meist getrimmt, gerade die Situationen auf der Erde, ein Slapstickvergnügen, der Ausbruch aus dem Gefängnis reine Sketchnatur, kunterbuntes Entertainment. Übergänge in der Montage werden weggelassen, eine stete Ortsveränderung, auf Kürze getrimmt und geschnitten, zurückführend auf die seit 1941 ausgestrahlten ca. zehnminütigen Animationsfilme der Fleischer Studios (um Max & Dave Fleischer), in denen jeweils ein Zeitungsjob das Reporterpaar in die verschiedenen Locations und dortigen Situationen lockt, wie die hiesige Reise zu den Niagarafällen, ein Gepose als Eheleute, für den einen ein Traum, für die andere eine reine Verschwendung ihrer Talente, Reeve spielt das überwiegend auf Komik, die Szenerien imposant eingefangen, mit der Eifersucht und dem Neid wird gespielt, mit der Unachtsamkeit der Menschen, mit kleineren Rettungsaktionen, die Attraktionen nur für das Spektakel ausgewählt, ein erstes Mißtrauen der Reporterin, eine Aufklärung, eine Entdeckung, die alles verändert; die folgenden Filme aber obsolet macht.
Größe hat der Film – welcher auch mit dem brandneuen Zoptic-Spezialeffektsystems arbeitete, was es der Produktion ermöglichte, "Frontprojektion mit Zooms, Schwenks und Neigungen" zu kombinieren, um die "ideale fortlaufende Aufnahme" und damit eine technologische Verbesserung zu erzielen – auf jeden Fall zu bieten, er unterspielt dies mit eigenem Humor, es wird nicht genossen, sondern hingenommen und als normal betrachtet, beeindruckende Bauten, der Dreh (zuweilen) an realen Schauplätzen, eine Lehre, die zu spät kommt, eine Kombination krimineller Elemente, nach zwei Dritteln auf der Erde angelangt, auf Clifton James als Erstes treffend, als Countysheriff in Idaho, ein Cameo der besonderen Art, die Komödie ausgespielt, die popkulturellen Referenzen, dazu die Sehnsucht nach der Heimat und der Ruhestätte, eine seltsame Mischung. Zwischen Großstadt und Provinz und einem Überbleibsel des ursprünglichen Planeten, ein Ausprobieren der neu erworbenen Kräfte, die ersten Stunts, ein Aufmarsch der Armee, abstürzende Hubschrauber und eine größere Explosion; ein stetes Hin und Her, welches Reeve als Superman genauso spielt wie zuvor Kent, keine Veränderung im (tollpatschigen) Auftreten, nur im Aussehen. Die Romanze wird hier vermehrt ausgespielt, ein längeres Zweier-Gespräch, ein Dinner, ein Händchenhalten, eine längere Pause im Film, ein Vorspiel für Mehr, ein Dilemma hier, ein schlechter Zeitpunkt ausgewählt, ein ungünstiges Timing, die Zerstörung einer Persönlichkeit zugunsten einer Frau, die Schwäche gewählt, das Aufgeben der Fähigkeiten von Geburt an, ein Aufgeben seiner selbst; ein Isolieren, ein Negieren, ein Ignorieren der Verantwortung, einfach ein Mann, einfach ein Mensch sein, "Sentimental idiot.".
Die Stürmung des Oval-Office als erste größere eigene Actionszene, der Präsident bisher nur von hinten gezeigt, nun knieend vor den Invasoren. Das Allein gegen Alle kommt im letzten Drittel, nach einem Schäferstündchen, einer Prügelei im Diner, einer Herausforderung, "I heard them. I just didn't listen." Ein Weg zurück, in Weg in die Kälte, in das unendliche Weiße, die Menschen, die zuvor im Restaurant waren, waren keine Hilfe und die auf der Straße ins Nichts sind es auch nicht, der Titelheld alleine, eine Entscheidung bereuend, ein Scheitern. Die Zerstörungsorgie (inklusive Situationskomik) beginnt da, wo die Filme spielen, im Daily Planet, ein Durchmarsch durch Glas und Holz und Mauern, viel auch handwerklich gedreht, mit Effekt und Wirkung, ein Chaos im nächtlichen Metropolis, Gestein fällt auf die Straßen, Autos explodieren, eine Flammenhölle, eine reale Stuntarbeit in Größenordnung, Busse werden über den Asphalt geschleudert, die Windmaschine angeworfen; gewonnen wird aber nur mit einem Trick, außerdem bringt man die Amerikanische Flagge dahin zurück, wo sie hingehört.