"Couldn't we get a computer to do this?"
In der allgemeinen Unsicherheit der Produzenten darüber, in welche Richtung man mit dem Film gehen wollte und was die Hintergründe der Arbeit hinter der Kamera mit dem Endergebnis selber anging, war bereits der Vorgänger Superman II - Allein gehen Alle (1980), in Teilen gedreht erst von Richard Donner und anschließend neu und anders von Richard Lester unschlüssig in sich. Während man dort im Nachhinein die Möglichkeit der Sichtung der Visionen beider Regisseure und so die Möglichkeit des Vergleiches vom ursprünglich gedachten zum letztlich geforderten gegeben hat, ist Superman III - Der stählerne Blitz die Unentschiedenheit und das Schwanken in sich, hat aber dadurch auch seine bestimmten Reize, eine andere Herangehensweise, ein Verschieben vom Fokus auch, der Filmemacher eher als Humorist bekannt, mit wenigen Ausnahmen, mit mehr Erfahrung auch. Nach der Kündigung von Donner übernahm entsprechend Lester erstmals von Beginn an und somit offiziell, was für den folgend vorherrschenden Ton des Filmes, die Komödie nämlich, auch besser geeignet ist, aber ab der zweiten Hälfte doch wieder auch die Ernsthaftigkeit und das Drama, das Hadern, das sich gehen lassen, den Widerspruch daraus und den Widerspruch im Man of Steel selber will. Gespaltene Persönlichkeiten quasi, der Kampf mit sich selber und den eigenen Ansprüchen; etwas, dass auch ein Snyder später gezeigt hat oder zeigen wollte, die gute und die weniger gute Seite sich gegenüber stehend und voneinander lösend, "out of the nice-guy business" & "You've been on my nerves a long time!"; Folie à deux:
Als der bis dahin Langzeitarbeitslose und Tagedieb August 'Gus' Gorman [ Richard Pryor ] mehr durch Zufall sein Talent für den Umgang mit dem PC und speziell auch das Programmieren entdeckt hat, scheint seine Chance endlich gekommen zu sein. Nicht nur, dass er als Angestellter im Großkonzern von Industriemagnat Ross Webster [ Robert Vaughn ] ein festes Gehalt erhält, sondern eigens von dem Milliardär (nach einer Betrugs- und Unterschlagungsaktion) und dessen Schwester Vera Webster [ Annie Ross ] rekrutiert und als Allzweckwaffe der neuen technischen Möglichkeiten eingesetzt wird. So soll er erst das Wetter manipulieren, um den Kaffeemarkt zu den Gunsten der miesen Geschwister zu ändern und anschließend auch synthetisches Kryptonit berechnen und herstellen, um damit den letzten verfügbaren Gegner der Weltoberungspläne, Superman [ Christopher Reeve ] auszuschalten. Während der Stählerne von der drohenden Gefahr noch nichts weiß, ist er momentan noch mit den Erinnerungen an seine Jugend in der Heimatstadt Smallville und dem dortigen Klassentreffen beschäftigt. In Abwesenheit von Lois Lane [ Margot Kidder ], die parallel dazu für den Daily Planet in der Weltgeschichte recherchiert, verliebt sich Kent erneut in seine Highschool Freundin Lana Lang [ Annette O'Toole ], muss allerdings bald merkwürdige Veränderungen an sich und speziell seinem Verhalten und Auftreten gegenüber anderen Menschen registrieren; was auch von außen wahrgenommen wird und ihn in der Öffentlichkeit zur Persona non grata macht.
Größte Änderung und Erneuerung ist die Mitwirkung von Richard Pryor, einem damals durch Soloauftritte als Stand-up Comedian sowie die Paarungen mit Gene Wilder auch auf der Leinwand (noch) höchst gefragten Mann, der prompt die trumpfende Gage von 5 Mio. USD ("I've been thinking that I'm not making enough money for this gig." als Textzeile seines Charakters im Film; Pryor hat übrigens direkt hier vor mit Donner für Der Spielgefährte, 1982 gedreht, ein Boxoffice Erfolg trotz mäßiger Kritiken) – Reeve, der nur auf Bitten von Lester zur Produktion zurückkehrte, bekam 3 Mio. USD, als theoretischer Hauptdarsteller und auch Erstgenannter im Vorspann – und die ersten Szenen samt Prämisse und Vorgabe von Rhythmus und Metrum erhielt. Pryor als Vollblutkomiker wird vornehmlich in Slapstickszenen und Sketchen eingesetzt, ob sie nun Belang für die Handlung haben – im Sinne der Parallelität zwischen den Ereignissen und der Unterhaltung an sich meist irgendwie schon – oder auch nicht, zumal oft Ursache und Wirkung, also Witz und Pointe zeitversetzt sind; viel wird auch dem Zufall geschuldet, die Welt ein Dorf hier.
Die ersten Szenen sind als Art Prolog dabei relativ normal bis schäbig gehalten, das verschmuddelte Arbeits- und oder Sozialamt, dessen Boden von allerlei Papierschnipseln bis Dreck bedeckt, mit Gittern zwischen den Beamten und den Kunden geschützt und auch vollkommen überfüllt, die Zahl der Arbeitssuchenden und keine Arbeit habenden und Geld benötigenden demnach entsprechend hoch ist. Die Credits selber sind reine Screwball-Komödie, ein Straßenchaos im Dominoverfahren, eine Massenszene, die allerdings niemand der Bevölkerung großartig zu bemerken scheint, die meisten Passanten gehen an den diversen Unfällen und Missgeschicken schlicht missachtend vorbei. Erst ein Banküberfall mit Schusswechsel quer über die Straße wird bemerkt, es braucht schon eine gewisse Lautstärke der Aufmerksamkeit hier, ein Mann droht im eigenen Auto mitten auf dem Asphalt der Third Avenue (aufgrund eines Hydranten) zu ertrinken, immerhin eine kreative Idee und auch Umsetzung, der schnelle Einsatz eines Retters zählt; dann wird der Kreislauf der Zerstörung fortgeführt.
Überhaupt ist das Ganze als anfänglich fast Selbstparodie schon in der Personenkonstellation eher chargenhaft bis überaus eindeutig simpel und lauthalsig arrangiert; Vaughn, welcher samt Verwandtschaft und Bekanntschaft innerhalb einer Redaktionsbesprechung vorgestellt wird, macht den Bond-Bösewicht, wofür er auch das richtige Hauptquartier, ein riesiges Loft mit allem technischen Schnickschnack und visuellen Annehmlichkeiten, mit Gimmicks und Gadgets, darunter einer verschneiten Winterhütte auf dem Dach des Hochhauses, eine Art Aspen mitten in der Großstadt hat, dann gibt es noch die böse schwarze Hexe, die dralle, aber dumme Blondine, den Redneck vom Dorf und auch die Unschuld vom Lande, was auf Clark Kent und seinen weiblichen Kompagnon hier gleichzeitig, Lana, die Sehnsuchtsfreundin aus der Ferne zutrifft. Diese Szenen sind neben dem eigentlichen Krawall, der durchaus noch vorhanden ist, und dem semifuturistischen Geschmack – dem Hacking, die gestohlene 'digitale' Währung, das Erzeugen einer Klimakatastrophe durch den Menschen, eine weitreichende Umweltverschmutzung, die Vorwegnahme des Millennium-Bugs etc. – auch fast noch die besten, wirkt die Rückkehr von Kent nach Smallville in die Jugend und Vergangenheit, von Metropolis ("The Big Apricot") und der Gegenwart in den 'rückständigen' oder in der Zeit stehen gebliebenen Mittelwesten wie als Besinnung auf das Anständige und Normale, dass den Tücken der Jetztzeit und dem Fortschritt, inklusive Pryor und seinem Computerbetrug mit einem Vorlauf der Kryptowährung noch als Einziges Paroli bietet. Eine Reunion wird gefeiert, an die alten Tage erinnert und die vertanen Chancen bedauert und reumütig Selbstanklage geführt. Ein Verlassen der Zivilisation, weit weg von der Technologie, hin in die Provinz, in der das Einfache, das Ehrliche und das Handwerk noch zählt; was der Figur des Kent und dem Schauspiel von Reeve (plus auch der von O'Toole, "The prettiest girl in the school … is still the prettiest girl in the school.") und ihrer Freundschaft/Romanze Richtung fast Patchwork-Familie ebenso zugutekommt wie es den Film sättigt und erdet und auf ein angenehmes Maß abseits der etwas niveaulosen Kalauere inklusive viel Hektik und Wortwitz und Promotionzwecken (die Atari 5200 Werbung im Finale) holt.
Natürlich kommt es auch zu aufwändigen Auftritten, bei einem (im Vergleich zu den Vorgängern geringeren) Budget von fast 40 Mio. USD mit vielen Statisten, die allerdings nicht der Steigerungsformel des Blockbusterkinos von "größer, schneller, lauter", also dem Teil II folgen, sondern eher wie als kleinere Zwischenspieler mit den Nötigsten eingefügt sind. Neben dem Banküberfall am Anfang und dem Verkehrschaos zusätzlich (auf dem Weg nach Smallville) noch ein massives Feuer in einer Chemiefabrik, dessen Situationen und Explosionen in all der strammen Kürze viel vom Katastrophenkino noch der Siebziger über haben, allerdings mit modernden Mitteln und als tatsächlich flottes Stuntspektakel auch mit Verletzungen der beteiligten Massen inszeniert ist. Auch die Unwetterkatastrophe in Kolumbien ist in diesem Geschick, als Mischung aus realen, damit praktischen Effekten und der Unterstützung durch die Vortäuschung von Einflüssen und Schäden montiert, sowie ein ausufernder, aufopfender Zweikampf auf einem Autoschrottplatz, mit eindeutigen Tötungsabsichten.