NUK NUK KADA BUMM WUMM
Die Rockos, friedliebende Steinzeitmenschen unter der Führung eines Playboyähnlichen Urelvises führen ein mitunter munteres Leben in einer Höhle. Am Tage beschäftigt Dinge zu erfinden, die Welt nach stimulierenden Substanzen zu erforschen und schlichtweg wirres Zeug zu reden, begegnen sie den sehr musischen (H)omos, wortgewandert, die sehr damit beschäftigt das Leben in einen Tanz zu verwandeln. Nebenan noch das Völkchen der Barbos, recht barbarisch, aber ebenso friedlebend und mit starken Frauen versehen, sind sie die primitivsten unter allen. Gemeinsam finden sie das Zauberei und beginnen sich zu bekriegen. Die Welt der Urzeitmenschen liegt im Zwiespalt, denn jeder der obskuren Menschlein möchte was von dem Ei abhaben. Ist ein friedliches Miteinander möglich.
Grunt!, so der Originaltitel dieser wirren und kuriosen Steinzeitklamotte offenbart einem genau das, was man aufgrund des deutschen Alternativtitels Grunz - schmatz - grunz ... am Anfang war das Ei erwartet. Wenn nämlich einem wilde Urzeitmenschen in einer Höhle schlafend präsentiert werden, die vordergründig damit beschäftigt, schnarchend und rülpsend im Schlaf Kauderwelsch zu reden und sich bei Sonnenaufgang die Köppe mit Keulen einschlagen, dann weiss man wo der Hase lang läuft. Lustig ist das allemal, auch wenn man aufgrund der Belanglosigkeit der Geschehnisse gewillt ist zu fragen, um was es denn hier überhaupt geht. Das besteht nämlich völlig zu Recht, denn anfänglich präsentiert sich Als die Frauen noch Schwänze hatten 2, so der zweite Alternativtitel dieses Treibens, als episodenhafter Gagfilm, der völlig ohne roten Foden in der Story, mit seinen wilden und urkomischen Charakteren zusammenhanglos unterhalten will. Aber zum Glück gibts in diesem Treiben auch noch 2 andere Völker, was zumindest für die notwendige Abwechslung in diesem chaotisch satirischen Gagfeuerwerk vorantreibt. Das offeriert dann schonmal recht unterschwellig die vermeintliche Sozialkritik in diesem recht amüsant ausgelegtem Abenteuerfilm, der vordergründig ohne viel Dialog, aber dämlichen Tätigkeiten und primitiven Geräuschen daherkommt.
Dabei beschränken sich die Dialoge allerhöchstens aus abgehakten, grammatikalisch fehlerhaften Satzfetzen und zu aller Genüge aus babyhaften Wortlauten. Das wirkt zwar authentisch und lustig zugleich, ist aber insofern reichlich doof und für den Zuschauer bisweilen recht erschwerlich mitanzusehen, sofern man denn überhaupt gewillt ist, sein Hirn so auf Durchzug zu stellen. Und auch wenn die vermeintliche Botschaft dieses wirren Spektakels sicher "Seid friedlich und lebt in einem Miteinander" ist, ist die Ausrichtung eine ironische Andere, bei der man mitunter stellenweise gezwungen wird köstlich mitzulachen.
Der mit übergrosser Stoffwindel versehene blonde Schönling, recht warm angehaucht macht Bekanntschaften mit den Vorzügen des Mohns, der erbittlich doofe Atar erfindet gerade mal so auf die Schnelle einen Boomerang und der Anführer der Bande, hauptsächlich damit beschäftigt seine Tolle zu frisieren, schnappt sich die Frauen reihenweise. Darunter noch der gefürchtete Kongo, ein hübscher Mann in billigem Gorillakostum, mimt den umhertreibenden Wilden, eine besondere Stellung hat er indes eher nicht. Also reichlich doof das Ganze, aber schliesslich erwartet man sowas ja auch.
Inwiefern dieser inoffizielle zweite Teil zu seinem Original Bezug nimmt, ist mir indes nicht bekannt, da ich Als die Frauen noch Schwänze hatten schlichtweg nicht kenne. Zumindest eignet sich Grunt! für 80 herrliche Minuten ungewöhnlich kurioses Satirenkino, dass zwar in seiner Inszenierung nur allzu dämlich und gehaltlos erscheint, aber dennoch irgendwo unterhalten kann. Gespielt wird dabei ausschliesslich in einem Wald, die Kostüme sind mitunter recht kreativ und stellenweise absolut unterhaltsam.
Fazit:
Italenische, kuriose und wilde Steinzeitsatire ohne grosse Bedeutsamkeit. Ein zusammenhangloses Gagfeuerwerk, dass in der typisch frohlockenden Botschaft des Friedens endet. Lebt freilich von seinen wirren und obskuren Charakteren, unterhält mit primitiven Gebraddel, dass aber schnell schon erschwerend nerven könnte.
63%