Berüchtigter Abschluss der Superman – Reihe mit Christopher Reeve, quasi der Nagel zum Sarg, der nach dem eh schon zwiespältig aufgenommenen, aber finanziell vergleichsweise noch durchaus erfolgreichen Superman III - Der stählerne Blitz (1983) das Fass des Erträglichen für die Zuschauer endgültig am Vollmachen ist. Von Beginn an ein strauchelndes Projekt, dass mit dem Wechsel der Produktionsfirma von Warner Bros. hin zu Cannon schon in den Abstieg der Ressourcen und bald auch noch die zusätzlichen Sparmaßnahmen, das Reduzieren des ursprünglich veranschlagten Budgets von 36 Mio. USD, ca. demselben des Vorgängers, auf weniger als die Hälfte von nunmehr 17 Mio. USD ging. Zudem war schon im vorne herein der Hauptdarsteller unzufrieden nicht bloß bereits mit den Schwierigkeiten und dem Umgang mit Regisseur Donner bei Teil II, sondern mit den Entwicklungen auch seiner eigenen Geschichte, der zweite Hauptdarsteller wie zuvor Richard Pryor sowieso nur für den Gagencheck da und der weiterhin gewollte oder wollende Regisseur Richard Donner nach den vorherigen Erfahrungen und den anhaltenden Vernachlässigungen hier nun auch endgültig unabkömmlich, das Gleiche gilt für Richard Lester. Das Unheil nimmt seinen Lauf und das Publikum auf diese Tour des Niederen mit:
Als der berüchtigte Ganove Lex Luthor [ Gene Hackman ] seine Haftzeit durch die Hilfe seines Neffen Lenny [ Jon Cryer ] mittels eines Gefängnisausbruchs drastisch verkürzen kann, plant er sofort weitere Wege zur Eroberung der Welt und dem Besiegen seiner Nemesis Superman [ Christopher Reeve ], der sich währenddessen gerade mit der Atomproblematik und dem andauernden Wettrüsten der Weltmächte in Sachen Nuklearwaffen herumschlagen muss. Auch privat als Alter Ego Clark Kent hat der Gestählte derzeit noch keine Zeit und Muße, sich um den Verbrecherkönig zu kümmern, steht doch die Übernahme des Daily Planet durch den Unternehmer David Warfield [ Sam Wanamaker ] und damit einhergehend auch eine drohende Affäre durch dessen attraktiver und sexuell aufgeladener Tochter Lacy [ okay: Mariel Hemingway ] und somit auch Ärger mit der Kollegin Lois Lane [ Margot Kidder ] an. Doch spätestens als die beiden Luthors mit dem Nuclear Man [ Mark Pillow ] ihre eigene Kreatur mit Superkräften heranzüchten und mit einem Mordauftrag von der Leine lassen, ist es seine Aufgabe, wieder einzig und allein dem Beschützten des Guten zu dienen.
Ein untypischer Film auch für Sidney J. Furie, der sich sicherlich mit Actiongeschichten sehr gut auskennt und auch mit Budgets gearbeitet hat sowie mit langjähriger Erfahrung, hier aber höchstens Erfüllungsgehilfe und selber Werkzeug ist. Dass man Gene Hackman zurückbekommen hat, der sich ebenfalls gegen die Behandlung von Donner ausgesprochen und seinen Missmut gezeigt hat, ist natürlich ein kleiner Coup für sich; auch Margot Kidder wird nach der deutlichen Reduzierung beim ursprünglich als Titel genannten Superman VS. Superman hier wieder mehr inkludiert.
Begonnen mit schwerelosen Weltallszenen, die da noch ganz ordentlich umgesetzt sind und schon mal den Zusatztitel The Quest for Peace in seiner Friedensmission und dem Streben nach Völkerfreundschaft auch unter Klassenfeinden anstreben (das Ansinnen war für Reeve ein Herzensprojekt); die folgende Rückkehr nach Smallville hat diesmal eher etwas Tragisches, fast bedrohliches, zumindest fatales, wird einiges aufgegeben oder ist schon aufgegeben worden, eine verlassene Scheune, ein zum Verkauf stehendes, ein der trostlosen Einsamkeit herummarodierendes Grundstück im Gegensatz zum bevölkerten Tanzsaal vor der vorhergehenden Highschool Reunion hier, die Heimat hat zweites Mal verlassen, die Brücken abgebrochen, die Midlife-Crisis am Drohen, später auch ein Abschotten von der Gesellschaft, ein Ignorieren von Anrufen und Besuchen, inklusive Lois. Ansonsten startet man relativ flott, ein Gefangenenausbruch plus einem Autostunt, in Metropolis selber eine führerlose U-Bahn, ein Chaos im Untergrund, dazu steht eine Übernahme des Arbeitsplatzes an; viel zu tun beruflich und privat, Veränderungen ad hoc und über kurz und über lang. Eine angekündigte Nuklearkrise samt Wettausrüsten, ein Einbruch in einem Museum, dazu eine Schmierkampagne durch die Presse, viel Geschehen, alles nicht besonders gefilmt, wie im ersten Take. Eine politische Agenda hier, dazu eine Rückbesinnung, wie auch Hektik in der Nachrichtenzentrale, ein Einblick in Kents Wohnung, eine vertiefte Bindung zu Lois, eine Ansprache bei einer in die ganze Welt übertragenen Regierungskonferenz.
Knapp ein Drittel von ca. 90min Laufzeit wird damit gefüllt, ein besserer Teaser für ein einst großes Abenteuer, ein Epos, dass im Ursprung als Blockbuster mit Stars vor und hinter der Kamera gefüllt war und mit Entzücken und Verzücken und dem Staunen der Sinne um den Zuschauer warb. Erstaunlich ist dabei nur, dass man seitens der Firma um Golan & Globus tatsächlich in all den Schwierigkeiten noch mit einem fünften Teil liebäugelte und trotz der eh schon vorhandenen Begrenzungen und Streichungen im Drehplan auch Szenen dafür hier bereits kostengünstig akquirieren wollte; das Studio steckte bereits genug im finanziellen Strudel, es gab weitaus zu viele Baustellen zu füllen. Das Gebotene ist formell nicht viel wert, wird keinerlei Aufwand, geschweige denn Wachstum und Platz für Mehr und Folgendes arrangiert, sondern die Geschichte zumeist in Monolog und Dialog und Zwiegespräch der Schauspieler, jeweils in Parallelität der Protagonisten und der Antagonisten, aber immerhin nicht in der Slapstickmanier vom dritten Teil erzählt; obwohl man humoristische Einwürfe durchaus, bloß nicht so vollgestopft bringt. Vorhandene Effekte wie das Abfangen der Raketen oder die Geburt durch die Sonne sind rar und dennoch und auch schon zu damaligen Zeiten mäßig bis schlecht, und die Action, wenn man dies (die Teilzerstörung der 'Chinesischen' Mauer z.b., ein Vulkanausbruch in Italien, etwas explosive Destruktion vor dem Metropolitan Tower, eine größere Straßen-Aktion mit zerspringenden Scheiben und zerberstenden Autos, Feuerstunts) denn so nennen mag, kommt vereinzelt und sowieso erst spät, zuweilen aber durchaus effektiv; und dann wenigstens mit viel Miniaturbauten; Matte Painting oder der Nachstellung im Studio, also auch handgemacht, vor der Zeiten der durchsichtigen und auf Dauer schlichtweg langweiligen CGI-Konkurrenz.
Am guten Willen hat man vielleicht nicht gespart, dafür an allem Anderen, was die Handlung, – eine Mixtur aus dem Aufgreifen der aktuellen Realität im Zusammenhang mit einer Botschaft und einer Nemesis der fortgeschrittenen Tage, quasi einer Erweiterung des Kampfes vom Man of Steel mit sich selber aus dem Vorgänger – auch die Ernsthaftigkeit der Mission raubt und das Gebotene, darunter eine Doppeldate und die Subplots der Romanzen gleich mehrere Stufen hinunterzieht. Dabei ist die eigentliche Idee gar nicht schlecht und das Geschehen auf der Leinwand überraschend analog zu den Vorgängen hinter der Kamera; als da wären a) die Sparmaßnahmen der Zeitung, die die Finanzierung drosselt, nachdem b) das Haus von neuen Eigentümern übernommen wurde, die nichts Gutes im Schilde führen, es sei denn c) die Käuferschar mit Schlagzeilen und dicken Lettern und nichts dahinter zu animieren und zu verführen. Außerdem ist Clark Kent hier (nur víer Jahre nach dem letzten Auftritt) wortwörtlich "zu alt für die Scheiße" – dem "Clarkey" und anderen neumodischen Marotten wie Aerobic, Bodybuilding, dem allgemeinen Fitnesswahn etc. – und passt auch vom Auftreten und Verhalten sichtlich nicht zu der jüngeren Generation, die wie die Figur der Mariel Hemingway nur auf sich und das Äußere bedacht und nicht ganz überzeugend in allen denkerischen Aktivitäten, siehe den zweiten Neuzugang in der Verkörperung von Jon Cryer, "the new kid on the block" ist.
Cryer selber sollte die neue Kundschaft ansprechen, wurde er doch direkt nach dem Durchbruch mit Pretty in Pink (1986), einer Teenieromanze aus dem Brat Pack Bereich engagiert. Der Backfisch ist hier auch furchtbar und fast ohne jedes komödiantisches Talent, welches erst später erworben werden sollte und hier im Nachhinein vielleicht den Seltenheitswert in Form einer Reminiszenz auf die frühe Karriere hat. Unter den Beteiligten aber wohl dennoch der Einzige mit Motivation und Ehrfurcht für die Figur, wobei Reeve aufgrund eines anderen Projektes überhaupt, Jerry Schatzbergs Glitzender Asphalt (1987) und der daraus resultierenden Gefälligkeit und ansonsten mit guter Miene zum bösen Spiel und auch wie Hackman als Professioneller an Bord des (nicht ohne Unterhaltsamkeit befindlichen) Fiaskos ist.