Review

Vollgas wird neu definiert 

In den Staaten als "Road Warrior" vertrieben, da Teil 1 dort noch zu unbekannt war, schaltete Mad Max 2 in fast allen Belangen einen Gang hoch. Mehr Budget, mehr Action, mehr Blut, mehr Kult, mehr Staub, mehr Öl, mehr Wüste, mehr Coolness, mehr Mad, mehr Max! 

Eine grandiose B-Movie-Wüstenhatz, die nun endgültig den Strich darunter setzte, dass Mad Max DIE Endzeit-Reihe überhaupt ist & zur Creme della Creme des Action-Genres gehört. Auch heute noch ein staubiger Augen-, Ohren- & Retro-Schmaus! Teil 1 hatte vielleicht noch etwas mehr Low-Budget-Charme & emotionalen Punch - aber trotzdem denkt man an den Road Warrior, wenn man an Mad Max denkt. Und es brauchte fast 30 Jahre, bis man mit Fury Road das ganze Spektakel nochmal getoppt hat.

Es geht diesmal von Minute 1 an ab - Mad Max dreht wortwörtlich am Rad. Der Road Warrior beginnt ein paar Jahre nach dem pessimistischen Ende des ersten Teils an: Max zieht durch das dystopische Ödland, welches mehr denn je dem Wahnsinn einer untergegangen Zivilisation verfallen ist. Er strandet in einer Festung voller Einsiedler & muss diesen dann bei der Flucht vor einer barbarischen Meute helfen, die vor den improvisierten Autoreifen-Toren lauert & auf Öl giert. Und vor allem die finale, fast 15-minütige Verfolgungsjagd mit einem Tanklaster revolutionierte dabei das Wort Action in einem Film. Lebensmüde Stunts, ein hoher Body Count, spürbarer Speed, heiße Luft, genug roter Lebenssaft, verrückte Typen, rockiger Sound, Ledermasken, abgefahrene Waffen & Vehikel - atemberaubend ist dafür noch untertrieben! Und spätestens wenn der Tanker sich mit Full Speed auf die Seite legt, zieht man auch heute noch den Hut! No CGI - alles gefährlich & geil!

Oft hört man, Mad Max 2 wäre fast eine einzige Verfolgungsjagd - aber im Gegensatz zu Teil 4 wirkt der Film bis zu seinem Finale fast etwas behäbig & gedrosselt. Cool allemal, aber heutzutage nicht mehr auf dem Tempo der Zeit. Erst recht nicht, wenn er als der schnellste Film der Geschichte angepriesen wird. Damals war er das vielleicht, heutzutage sind sogar ein paar Längen nicht zu verleugnen. Ein Nonstop-Ride muss der Film aber auch gar nicht sein, denn der Road Warrior rockt auch so & ist einer der Höhepunkte der 80s, ohne Zweifel. Ein paar schneller gespulte Szenen wirken etwas unnötig & Manches wirkt so, als hätte man es mittlerweile schon zu oft Ähnlich erlebt - aber auch nur, weil Mad Max 2 so oft abgekupfert & bewundert wurde/wird! 

Das die gesamte Mad Max-Reihe mehr als nur gesellschaftskritische Untertöne bietet & gerade Teil 2 mit seiner Montage zu Beginn & der heldenhaften letzten Einstellung das Weltenschicksal & auch den Charakter Max epischer denn je zeichnet, ist dabei schon fast nur noch eine erfreuliche Randnotiz. Auch erschreckend ist die aktuelle Brisanz des Themas Öl-Kriege & barbarische Wüstenbanden, die nicht selten an eine comicartig gesteigerte IS erinnert... Vielleicht ist die Welt des Road Warriors also näher als wir uns wünschen!

Fazit: auf seine Art mindestens so gut wie Teil 1 & ebenfalls absoluter Kult! Öl, Schweiß, Blut & Freudentränen!

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