Der Los-Angeles-Cop Frank Daly und seine Crew sind dem berüchtigten Gangster Anthony Reece und dem korrupten Geschäftsmann Norringer auf der Spur, die ein großes Drogen- und Waffengeschäft planen. Nach einem fehlgeschlagenen Einsatz droht ihnen ein Disziplinarverfahren. Als wenig später einer von Dalys Männern ums Leben kommt, quittieren Daly und seine Kollegen den Dienst. Auf eigene Faust wollen sie Reece und Norringer zur Strecke bringen. Koste es, was es wolle.
Ich finde es immer wieder schön, wenn einem Filme von denen man nie was gehört hat aus Neugier über den guten Cast und noch ein wenig Platz auf dem Festplattenrekorder, positiv überraschen können. Lustig ist da schon die Besetzung, wann hat Brian Dennehy zuletzt mal einen der Guten gespielt? und dann noch gleich den zentralen Helden??? Selbiges gilt für Jeff Fahey, der auch sonst eher die Gegenseite vertritt, na dann herzlich willkommen verkehrte Welt.
Blue Heat bietet dabei zwar im Grunde nichts Außergewöhnliches, dafür aber einen absoluten grundsoliden old school Cop-Thriller ohne wirkliche Schwächen. Wir haben hier eine verschweißte Spezialeinheit des LAPD die in bester Untouchables Manier einem großangelegten Drogendeal auf die Spur kommen, in denen wie immer höchste politische Kreise und mehrere Maulwürfe aus den eigenen Reihen verstrickt sind. Es werden natürlich die üblichen Zutaten geboten, wie Suspendierung der ganzen Bande nach verpatztem Einsatz Ermordung der Zeugen, Tod eines aus dem Quartett, Bedrohung der eigenen Familie usw. Wie gesagt, alles schon mal dagewesen, aber trotzdem wirklich interessant und fesselnd erzählt.
Sehr gut gefallen haben mir dabei die Charaktere. Die sind teils humorvoll mit differenzierendem Einstellungen, haben aber ordentlich Tiefgang mitbekommen, das heißt man kann wirklich mitfiebern und den Helden aktiv die Daumen drücken. Zudem war der Turn recht interessant, als sie den Bösen mal eben 22 Mios klauen und sich die nächsten 15 Minuten ausschließlich darüber unterhalten, ob sie die Kohle behalten oder doch dem Polizeigewissen folgen sollen. Keine Spur mehr von Ermittlungsarbeit, sondern nur die Dollars in den Augen, hab ich in der Form zumindest noch nie gesehen.
Natürlich wären die Guten nicht die Guten, wenn sie nicht mit dem Geld den Oberfiesling eine Einladung zum Showdown schicken würden. Die Action hab ich dabei eigentlich kaum vermißt, die Höhepunkte liegen dabei exakt zum Start und im Finale auf dem Baseballfeld. In der Mitte passiert nicht so viel (außer das unserer Supertruppe mehrfach an der wichtigsten Stelle der Film alle ist), aber eben gute Darsteller und Figuren helfen da ganz gut darüber hinweg. So bleibt ein einfacher, aber für mich gut funktionierender Thriller übrig, den man als Genrefreund ruhig eine Chance geben darf.
7/10