Einer von den überschaubaren (Action)-Thrillern vom sonst oftmals auf Kriegsfilmen und/oder mit Horror und Science fiction im Verbund spekulierenden David A. Prior, welcher sich schon ab der Mitte der Achtziger im kleinen Rahmen erfolgreich im folgenden Jahrzehnt für eine Weile vermehrt dem Mainstream zuwandte und dabei auch bekanntere Namen rekrutierte und in der Verbreitung teils offensive Wege, auch mit limitierten Veröffentlichungen im Kino einherging. Zu der Reihe von Filmen gehört neben Good Cop Bad Cop (1994), Felony - Die CIA-Verschwörung (1994), Double Threat - Tödliches Verlangen (1992), Raw Nerve (1991) auch der hiesige Center of the Web (1992), der natürlich wieder und wie gewohnt auch auf einem seiner Drehbücher basiert. Willkommen zu Hause ist man auch beim Dreh- und Wohnort Mobile, Alabama, auch im Drehteam wird großteils auf eine Mannschaft des gegenseitigen Vertrauens wert gelegt, während in der Besetzung ein wahres Who's Who der B-Prominenz gefeiert und damit die Videoregale in aller Herren Länder gestürmt:
Der aufgrund fehlenden Erfolges als Schauspieler zusätzlich auch Aspiranten in der Materie Unterricht gebende John Phillips [ Ted Prior ] hat ein Problem. Irrtümlich mit dem (bereits toten) Auftragskiller John Logan verwechselt, wird er in die geplante Ermordung eines hohen Regierungsmitgliedes hineingezogen; im Auftrag von Richard Morgan [ Robert Davi ], des Vertreters des Justice Departments, soll er die Identität des von der Gegenseite geglaubten Mannes annehmen und Hinweise über das Attentat liefern, andererseits drohen mehrere Jahr Haft. Auch Johns Freundin Kathryn Lockwood [ überfordert: Charlene Tilton ], die stellvertretende Staatsanwältin, und ihr Vorgesetzter Frank Allesendro [ Bo Hopkins ] sind machtlos gegen die Drohungen von Morgan, sodass John mithilfe seiner erlernten Kenntnisse die 'Rolle' annimmt. Kathryn wendet sich in der Zeit hilfesuchend an Stephen Moore [ Tony Curtis ], den in der 'Firma' tätigen besten Freund ihres verstorbenen Vaters, während John zunehmend von seinem ständigen Beobachter Tony [ William Zipp ] und bald auch dem Agent Williams [ Miniauftritt: Charles Napier ] in Bedrängnis gebracht wird.
In einer eher farblosen oder besser blassen Gestaltung gehalten, wie im trüben November und dies abseits voller, schöner oder sonstig interessanter Schauplätze gedreht, hat der Film durch seine immerhin einfache Geschichte und der ebensolchen Identifikation mit dem unfreiwilligen Hauptdarsteller im Geklüngel der zwielichtigen Parteien die Prämisse rasch vorangebracht und die Karte der Aufmerksamkeit gezückt. Prior, der Darsteller, welcher hier in dritter Nennung in den Credits gezählt wird, aber schon beim Bruder Prior, dem Regisseur vorher aufgefallen ist und durchaus ein gutes Aussehen verbunden mit vorhandener körperlicher Präsenz und Normalo-Attitüde besitzt, trägt die Rolle des hitchcockianischen Heroen wider Willen mit breiten Schultern und genügend Sympathien; zumal hier nicht nur die mafiösen Bösewichte unangenehm auffallen, sondern auch die Regierung vertreten durch Narbengesicht Davi recht das Übel und nicht von der feinen englischen Art ist.
Eine Liebesszene zum Schein, als Bestandteil der Schauspielklasse und eine echte hintendran, die natürlich auch nur gestellt und nur für den Film selber gedreht ist eröffnet den Reigen aus Wahr und Falsch, dazu gibt es einen rasch toten Killer und einen, der genau das Gegenteil davon, aber fälschlicherweise dafür gehalten ist. Sein und Schein, richtig und verkehrt, was und wem kann man noch trauen und wohin führt die Geschichte, in die man hinein stolpert oder doch vielmehr: wo man dazu gezwungen wird? Von der Handlung her sind durchaus genug Zutaten für 90min Videothekenunterhaltung vorhanden, Spionagekram, Doppelagenten, Vaterlandsverrat usw. usf., schnörkellos die Inszenierung auch, das Skript raschelt sicherlich ein bisschen und ist zuweilen holterdiepolter und voll Unplausibilitäten gestreckt, hat das aber bei der herabgesetzten Ausleihgebühr für die Produktion aus der zweiten Klasse und eher abseits vom Tresen auch niemand gestört.
Anfängerfehler werden dabei eher von den Beteiligten im Film gemacht, v.a. seitens der Assistant District Attorney, die sowieso seltsam gehalten, wenn auch nicht störend besetzt ist. Die Regie selber arbeitet ruhig, auf Nummer sicher gehend quasi, mit wenigen eigenen Ideen – ein Kamerablick direkt durch ein Spinnennetz auf das Opfer kurz vor einer Falle in einer abgeschiedenen Lagerhalle mal ausgenommen – und simpler Montage, die kein richtiges Tempo ermöglicht und eine entspannte Form von Spannung und Thrill quasi, einen vor sich hinplätschernden Suspense mit hier und da ein paar Aktionszenen (wie einer größeren Autohatz im schweren Vehikeln wie einem gekaperten Schulbus im Finale) auslöst. So startet man mit einer Autohatz nebst Bleibeschuss und Karambolage, wird in der entsprechenden Lagerhalle eine seltsame Form des Personentests mit drei korrupten Streifenpolizisten gespielt und ein Konflikt im Hotelzimmer samt anschließender Verfolgung durch das Gebäude durch die Männer des State Department plus ein Schusswechsel auf nächtlichem Friedhof, und all dies in routinierter Steifheit zelebriert.