Review

Schuldig im Sinne der Fanfare

Es muss im Film Noir nicht immer einer der großen Titel sein… Im ganz klar geheimtippigen „Guilty Bystander“ soll ein ehemaliger Cop und jetztiger abgewrackter Hoteldetentiv und Alkoholiker einen kleinen Jungen finden - wobei besonders brisant und für seine Rehabilitation wichtig ist, dass er den Auftrag von seiner Ex-Frau bekommt und das verlorene Kind von ihm ist…

Sub des Tages

„Guilty Bystander“ besticht durch drei Dinge besonders: 1) seine dichte und dreckige New York-Atmo, 2) seinen ungewöhnlichen Antihelden, Vater, Alkoholiker und Hauptdarsteller, ein wirklich frisches und authentisches Gesicht!, 3) eine Verfolgung in die Ubahnschächte von NYC, die mitsamt Schatten und Luftschächten Ihresgleichen sucht. Das reicht dann für mich schon für eine seichte Empfehlung. Trotz seiner insgesamt irgendwann etwas auf den Zeiger gehenden Redseligkeit und einem frechen, fast lächerlichen Finalbild. Doch bis dahin ist's eine feine Hatz und Charakterstudie. Düster, ins Herz eines verlorenen Vaters, quer durch die Hinterhöfe und Hinterzimmer der Unterwelt des Big Apple. „Guilty Bystander“ ist eine ziemlich geballte Faust. Ein extrem hartgekochtes Ei aus Eisen. Den wird man sicher auf kaum einer „Top 100“-Liste des Film Noir finden. Und er ist dennoch seine Zeit wert. Denn jeder Film Noir-Gernegucker weiß: diese Nische bietet noch so, so viel Unentdecktes und Abseitiges hinter seinen Rauch- und Nebelschwaden… 

Fazit: hard-boiled, dreckig, NYC… ein Film Noir-Kleinjuwel. Als Film kaum herausragend - für Fans dieser Gattung jedoch allemal eine Wiederentdeckung wert. Dicht, (die meiste Zeit) depressiv und düster. 

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