Ich selber kann " Fright Night " eigentlich nur als diebischen Spass bezeichnen und als einen der besten Vampirfilme in den 80er Jahren. Und gerade dort gab es viele, denn man wollte die Serie nicht abreißen lassen und modernisierte den Vampirkult immer weiter. Ganz klar war " Fright Night " der Vorreiter von " The Lost Boys, Near Dark und Salem 2 ".
Als Regiesseur hatte man Tom Holland, welcher ein absolutes Talent für ironische Horrorfilme hat, das bewies er auch später mit " Chucky - Die Mörderpuppe ".
Produziert wurde der Film vom damaligen Horrorproduzent Herb Jaffe. Das Budget war sehr gering, aber in den 80er Jahren hatte man noch das Talent, dass man ohne großes Budget einen super Film drehen konnte, heute funktioniert das nur ganz selten noch.
Und die Fans mochten " Fright Night ", daher rang man sich drei Jahre später durch noch einen Teil zu drehen.
Die Story ist weder innovativ noch klug, aber einfach rasant und spassig erzählt. Natürlich spielt auch dieser Vampirfilm wieder in einem kleinen Vorort, diese wurden in den 80er Jahre mit Vorliebe als Schauplatz für Horrorfilme genommen.
Charley Brewster ( William Ragsdale ) lebt mit seiner Mutter allein in einem Haus. Neben ihm zieht ein gewisser Jerry Dandridge ( Chris Sarandon ), welchen Charley bald für einen Vampir hält. Doch niemand will ihm glauben, auch seine Freundin Amy ( Amanda Bearse ) nicht. Nun wendet sich Charley an den Vampirkiller Peter Vincent ( Roddy McDowall ). Doch aus dieser ist erst skeptisch, bis er durch einen Zufall merkt, dass Charley recht hat. Doch auch der Vampir riecht Lunte und entführt Amy in sein Haus. Nun müssen Charley und Peter sich ihm entgegenstellen, was sich als gar nicht so einfach erweist.
Herrlich sind auch die Anspielungen auf andere Filme. Die Figur von Peter Vincent ist eindeutig abgeleitet von Peter Cushing und Vincent Price. Auch in der Show, die Peter im Film moderiert werden andauernd Ausschnitte aus alten Hammerstudio Filmen gezeigt. Außerdem wird die Rige der Slasherfilme auf die Schippe genommen und Peter muss wegen ihnen Abschied von der Show nehmen.
Vor allem bei den Vampiren hat man tolle Arbeit geleistet, denn diese haben diesmal nicht nur spitze Hauer, nein, das gesamte Gesicht verändert sich, der gesamte Körper und damit sehen manche ganz schön gruselig aus. Einer verwandelt sich sogar in einen Werwolf.
Auch hier helfen die üblichen Hausmittel. Weihwasser, Tageslicht und Kreuze, aber man muss daran glauben, sonst funktioniert es nicht. Die Effekte und das Make up sind erste Sahne, wobei mit richtigen Goreszenen natürlich gegeizt wird, da FSK 16. Aber das sehr lange Finale hat es wirklich in sich und ist auch teils recht blutig. Aber im Vordergrund stehen die tollen Effekte, wobei man den Einen, als der Diener Billy Cole zerläuft, von " The Evil Dead " geklaut hat.
Durststrecken gibt es hier keine und auch dass man hier eigentlich nichts Neues serviert bekommt, nimmt man dem Film nicht übel. Dafür entschädigt die Rasanz und der reichhaltige Humor. Fright Night kann man eigentlich nicht ernst nehmen, denn der Film nimmt sich selber nicht ernst und nimmt das gesamt Genre etwas auf die Schippe. Es ist ja auch kein Horrorfilm, sondern eine Horrorkomödie.
Richtig schön gruselig ist auch die altmodische Atmosphäre, wo man noch mit richtig viel Nebel gearbeitet hat. Dazu spielen große Teile des Films in der Nacht, was die Intensität der Atmo nur verstärkt, außerdem ist meistens Vollmond. Auch das haus des Vampires ist groß, altmodisch und sehr dunkel. Richtig spannend wird " Fright Night " für mich fast nie, aber angenehm gruseln tut es allemal.
Der Score von Brad Fiedel ist einfach brillant. Wie in den 80er Jahren üblich werden ganze Songs im Film gespielt, welche auch alle perfekt passen. Und auch die sonstigen Sounds sind sehr vielseitig und höre sich alle spitze an.
Charley Brewster wird verkörpert von William Ragsdale, welcher den Held mit viel Witz, Tollpatschigkeit und Charme herüber bringt.
Nur Amanda Bearse als Amy kann ich persönlich nicht sehr ernst nehmen, weil ich da immer an " Eine schrecklich nette Familie " denken muss, wo sie die Marcy Darcy verkörpert. Als Vampir sieht sie aber richtig zum anbeißen aus.
Chris Sarandon als Jerry Dandridge ist ein sehr charismatischer Vampir und vor allem an seinem Kleidungsstil merkt man, in welchem Jahr dieser Film gedreht wurde.
Roddy McDowall verkörpert den vertrottelden und ängstlichen Vampirjäger Peter Vincent. Sein Schauspiel ist einfach witzig und brillant anzusehen. Er passt einfach toll hier herein.
Fazit:
Ein ganz toller Spass den man mal gesehen haben muss. Auf jeden Fall eine ganz humorige Verfilmung des Vampirgenres mit tollem Make up und Effekten, natürlich auch teils blutig. Die Atmosphäre ist hübsch altmodisch und der Score ist einfach nur klasse. Auch die Darsteller sind allesamt sehr sympatisch. Hier kann man sich angenehm gruseln, aber von der Story sollte man nicht zu viel erwarten.