Allgemein wird ja dazu tendiert, „Fright Night“ als einen Klassiker der 80er Jahre anzusehen, vor allem, weil die Schemata der Sexualität in punkto Teenager in schönster Filmsimplizität durchspielt. Der Held, Charley Brewster, möchte mit seiner Freundin endlich in die Kiste, doch sie ziert sich. Als sie dann bereit ist, ist er abgelenkt, denn gegenüber im Nachbarhaus reisst Vampir Chris Sarandon mit Vorliebe modelhafte junge Damen, Marke extra knackig.
Das führt natürlich zum Zerwürfnis mit der Holden, der junge Held ist noch nicht reif und sie geht schließlich dem erotisch-gruseligen Bann des Blutsaugers auf den Leim, auf daß Charley sie retten möge.
Klar, das ist der Archetypus dieser Art von Filmen und „Fright Night“ hat tatsächlich streckenweise auch den nötigen Biß, um noch etwas Lebenssaft aus dem alten Vampirthema rauszuholen. Vor allem Sarandon strahlt die ultimate sanft-unterdrückte Gefahr aus; eine nur mühsam zurückgehaltene Bestie, die verführerisch vor sich hinschnurrt, bis man sie zu viel gereizt hat.
Leider ist der Rest vom Film jedoch wenig originell. Wenn schon Archetypen, dann bitte richtig ins pralle Hollywoodleben einsteigen. William Ragsdale, der Darsteller des Charley gewinnt z.B. in keiner Szene an Profil und sieht ständig aus wie ein nasses Handtuch. Seine geliebte. Seine geliebte Amy wird von Amanda Bearce so puttchenhaft dargestellt, daß man sich fragt, was die beiden voneinander wollen. Schön, Bearce war damals auch schon 27, kaum das gefragteste Alter für Teenagerdarstellungen. Und Jonathan Stark als Freund ist einfach nur ein Nervtöter.
Dazu kommt es reihenweise zu so berühmten Plotpoints, wie dem Versuch, die Polizei zu überzeugen, daß der Nachbar ein Vampir ist. Nun ratet mal, was dabei herauskommt. Nüscht!
Da fällt es Roddy McDowell mit seiner launigen Performance als TV-Vampirjäger Peter Vincent nicht schwer, alle Sympathiepunkte abzuräumen und mit Glanz zu bestehen.
Wenigstens der Schlußkampf im Gruselhaus hat die nötigen tricktechnischen Qualitäten, auch wenn der Sonnenaufgang hier extrem rasant von sich geht und Sonnenlicht hier im 360-Grad-Rundschwenk durch die Kellerluken fällt, was physikalisch etwas schwierig ist.
Aber Schwung, Härte und die nötige Spur Humor bringen hier so einiges wieder ins Lot.
Fazit: wahrhaftig kein echter Klassiker, aber ein schöner Beitrag zum Genre mit tollen Masken beizeiten. (6/10)