Die Zwölf Geschworenen ist der Prototyp der Situation, dass ein Dutzend Leute in einem Raum sind und eine gewisse Situation aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Hier wird nicht die Situation an sich ausgeleuchtet, sondern auch im Verlauf der Handlung deutlich hervorgebracht, dass manche Leute auch gewisse andere Ziele verfolgen oder die eigenen Motive nicht unbedingt was mit der Situation zu tun haben. Was üblicherweise in so einem Szenario hilfreich ist, ist ein beklemmendes Grundszenario, eine räumliche Enge, gute bzw. klaustrophobe Kameraführung, mindestens gute bis sehr gute Schauspieler sowie einen fähigen Regisseur und natürlich ein gutes Drehbuch.
Das alles liegt bei den Zwölf Geschworenen natürlich vor, und ähnlich wie die Sieben Samurai oder Rashomon ist der Film einfach nur perfekt inszeniert und dient im Folgenden als Vorlage für zahlreiche (fast schon unzählige) Neuinterpretationen in den verschiedensten diversen Themengebieten, die sich allesamt mit dem Original messen lassen müssen.
An und für sich kann man den 12 Geschworenen gar nichts vorwerfen, heutzutage gibt es halt ein paar bessere Versionen des gleichen Stoffes (zB der spanische Spitzenbeitrag El Metodo) , aber zu seiner Zeit (und sowas muss man immer mit berücksichtigen) einfach seiner Zeit Meilen voraus.9 Punkte