Inhalt:
China, zur Zeit der Ming-Dynastie. Li Kui (Tung Lin) ist ein Meister des Schwertes, im Volk anerkannt, rechtschaffend und er hat sich bereits zur Ruhe gesetzt. Da wird er vom buckligen Liu Tuo (Fan Mei-Sheng) aufgesucht, dieser will von ihm die Schwert-Technik des "Piercing the Dragon" erlernen, was der Meister indes abzuwigeln versucht.
Letztlich ist das Begehren Liu Tuos nur ein Vorwand, er will den Tod seines Bruders rächen, der vor Jahren von Li Kui getötet wurde. Li bleibt im folgenden Kampf siegreich, Liu Tuo räumt das Feld, doch erliegt der Meister seinen schweren inneren Verletzungen. Die Tochter des Meisters, Bao Zhu, ist erst 11 Jahre alt. Sie wird zu einem der Brüder ihres Vaters entsendet, die Kunst des Schwert- und Waffenkampfes -WuShu- zu erlernen. Ihr kaum älterer Cousin Chen Shi Lun wird zu einem anderen Onkel geschickt. Er erlernt die "Iron Fan"-Technik, den Kampf mit dem "Eisernen Fächer"!
7 Jahre vergehen. Bao Zhu (Shih Szu) kehrt in ihre Heimat-Stadt zurück. Sie ist eine ausgezeichnete Schwert- und WuShu-Fighterin geworden, kalt und unnahbar im Auftreten und Charakter. Sie spielt die Banditen gegeneinander aus und bekämpft diese, man nennt sie "Young Avenger", die ´Junge Rächerin´. Sie begegnet alsbald ihrem Cousin Chen Shi Lun (Yue Hua), ebenfalls ein exzellenter Kämpfer, und mit dem "Eisernen Fächer" nahezu unbesiegbar.
Als Liu Tuo, der mittlerweile etliche Männer anführt, mit diesen die Stadt überfallen will, ist der Zeitpunkt der Rache da. Auch Chen kann einige tapfere Frauen und Männer für den bevorstehenden Kampf aufbieten. Es gelingt ihnen, die Angreifer in einen Häuserkampf zu verwickeln. Dann kommt es auf dem zentralen Platz zum Show-Down, und es taucht sogar Bao Zhu´s Sifu, der "4. Onkel" den man "Mad Monk" (Chan Shen) nennt, auf, um "Young Avenger" Bao Zhu Entsatz zu bieten.
Bei diesem Endkampf ist ein blutiges Duell zwischen Bao Zhu und dem buckligen Liu Tuo, dem Mörder ihres Vaters, absolut unausweichlich...!
Kritik:
Im Jahre 1972 drehte Regisseur "Griffin" Yueh Feng für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong diesen grundsoliden, routiniert-gängigen, einfach unterhaltenden Eastern. Ein Streifen aus den damals umtriebigen Studios der Gebrüder Run Run und Runme Shaw, die zu jener Zeit ein ungeheures Produktionsvolumen erzielten. Aus diesem gewaltigen Kanon kann "The Young Avenger" nicht herausragen, aber der Streifen ist ein überaus grundsolider, recht spannender und actiongeladener Eastern der dem Fan des Studios und des Genres ansprechende Unterhaltung bietet.
Diesmal oft Outdoor, ansonsten in den gewohnt attraktiven Studio-Sets der Shaw Brothers, entstand ein wieder visuell bestechender Eastern, ist die Atmosphäre wieder ala Shaw recht eindrucksvoll. Hierin wird eine recht gängig-routinierte Story erzählt, konzentriert und stringent-kohärent. Doch gerade in der Einfachheit liegt das grundsolide Unterhaltende, und macht aus "The Young Avenger" einen ansprechenden Eastern "für Zwischendurch". Das Tempo stimmt soweit, die Handlung verdichtet sich, und bei lediglich 81 Minuten Laufzeit kommen Längen gar nicht erst auf.
Ziel- und von Seiten der Regie instinktsicher, mündet die gängig-routiniert in Szene gesetzte Rache-Geschichte um eine Kriegerin die den Tod ihres Vaters zu sühnen gedenkt, dann in den blutig-dramatischen Endfight in offener Open-Air-Szenerie. Schema F ala Shaw Brothers? Mag sein. Nichts Spezielles, was den Film von anderen Eastern jener Gattung abhebt? Sicher. Aber für den eingefleischten Fan von Studio und Filmen dieser Art eben mit diesem "Für Zwischendurch, und dabei grundsolide unterhalten werden"-Feeling genau richtig.
Shih Szu ist hier die Kriegerin und der "Rache-Engel" in dieser routinierten Produktion. Kalt, stoisch, unnahbar in ihrer Darstellung, die einsam-harte Kämpferin. So scheint es lange Zeit, doch erhält sie männlichen Beistand, und auch ihr mimisches Spiel zeigt dann auch eine empathischere Seite. Shih Szu macht das gekonnt-überzeugend, und sie ist eine flink-agile Fighterin, sie macht ihre Sache gut. Später an ihrer Seite, Yue Hua, mit einer souveränen Vorstellung, und seine Figur kanalisiert die Aktionen und Rache-Gelüste der Heldin fast schon subtil. Auch er zeigt dann gekonnte Fight-Skills.
Fan Mei-Sheng ist der Villain in diesem Eastern, einen bucklig-unsympathischen, ungepflegten und etwas tumben Mörder spielend. Richtig diabolisch fies ist seine Figur nicht angelegt, was vielleicht ein Manko darstellt. Aber Fan Mei-Shengs Darstellung ging durchaus in Ordnung, ein mal etwas anderer Villain in der ansonsten gängigen Art dieses Streifens.
Gast-Star mit Spät-Auftritt im finalen Show-Down ist Chan Shen, vorher der nicht auftauchende Sifu der Heldin. Schön, denn durch ihn erhält der Endfight noch zusätzlichen Drive, kommt dieser Endkampf noch besser in Schwung.
Die WuShu- und Schwertaction ist so grundsolide wie der Film selbst. Dynamisch-rasante Fightaction, nicht viel Neues von der MA-Front, okay, klar. Aber die Fights rocken dann immer mehr, und der Show-Down bietet intensive Action, es wird dramatisch und auch blutig, und das bringt "The Young Avenger" dann befriedigend ins Ziel.
Viel gibt es über diesen gängig-grundsoliden Eastern der Shaw Brothers nicht zu sagen. Ein recht gefälliger Eastern "für Zwischendurch" für den eingefleischten Easterfan und Anhänger der Shaw Brothers, wenngleich vielleicht nur für diesen.
6,5/10.