Review

Die Hindenburgkatastrophe, made in Hollywood.

Story: Die Rahmenhandlung bildet die letzte Fahrt der LZ-129, besser bekannt als "Hindenburg". Der deutsche Botschafter erhält in Washington einen Warnbrief, der ihn über einem geplanten Sabotageakt auf diesen Zeppelin in Kenntnis setzt. Prompt wird Oberst Franz Ritter mit der Sicherheit des Luftschiffes betraut. Seine Aufgabe: Den eventuellen Saboteur zu entlarven und die Bombe sicherzustellen. Spannende Geschichte, doch leider kann die daraus gestrickte Handlung nicht ganz mithalten. Zwar ist sie in sich logisch und schlüssig, doch bietet sie größtenteils leider zu wenig Wendungen, teilweise auch völlig banale Verstrickungen und zu ausschweifende Dialoge. In der letzten halben Stunde dreht der Film allerdings so richtig auf: Eine hervorragende Spannungsdramaturgie (obwohl das Ende wohlbekannt ist) entschädigt für so manche Länge in der Handlung.

Darsteller:
Absolute Topstars finden sich keine, doch zahlreiche Gesichter, von denen dem Filmfan sicher einige bekannt vorkommen werden. So finden sich George C. Scott ("Dr. Seltsam"), Anne Bancroft ("Die Reifeprüfung"), Charles Durning ("Der Clou") und William Atherton ("Stirb langsam"!!!) auf der gut ausgewogenen Darstellerliste. Die Besetzung ist gut aufeinander eingespielt, ihre Interaktionen untereinander wirken jederzeit glaubhaft. George C. Scott spielt gewohnt routiniert, und Anne Bancroft wirkt hier noch gerade erschreckend sinnlich. Auch die Nebendarsteller erfüllen ihre Aufgabe recht gut, obwohl Gig Young relativ blass wirkt in seiner Rolle (Ausnahme: "Landen die immer so hart?" ...Göttlich!). Insgesamt solide bis gute Leistunden der Darsteller.

Technik:
Erstaunlich ausgereifte Tricktechnik für diese Zeit (oscarprämiert!). Eine sehr akkurate Nachbildung der Hindenburg vermittelt viel Authenzität. Auch das Auf- und Eintauchen in die Wolken ist wunderbar umgesetzt. Zudem werden viele beindruckende Luftaufnahmen von Eisbergen, pulsierenden Großstädten eingespielt. Recht geschickt wurde der Untergang der Hindenburg inszeniert: In einer Szene geht der Film nahtlos in schwarzweiß über, so dass auch Archivaufnahmen des Absturzes Verwendung fanden. Zwar befindet sich die Bildqualität dieser Aufnahmen natürlich spürbar unter der der tatsächlich gedrehten Szenen, doch durch die gute Nachvertonung des alten Materials wirkt die Kombination trotzdem recht harmonisch. Bildgewalt ist definitiv eine der großen Stärken des Films. Auch der Score vermag durchaus zu gefallen, doch leider hat dieser die unschöne Angewohnheit, sich häufig allzu penetrant in den Vordergrund zu drängen. Eine etwas dezentere Lautstärke wäre wünschenswert gewesen (Vielleicht auf der DVD, falls mal eine kommen sollte). Insgesamt kann die technische Seite sehr überzeugen.


Fazit:
Eine technisch einwandfreie Produktion mit guten Darstellern, die jedoch leider einige Längen in der Mitte aufweist. Kaschiert wird dies jedoch wieder durch einen spannenden Showdown. Die Hintergründe der Katastrophe werden ebenfalls sorgsamer verarbeitet, als man dies von Hollywood gewohnt ist. Insgesamt ein sehenswerter Ausläufer des Katastrophenkinos der 70er Jahre, der auch mitunter eine nette Abwechslung zu den ausgelutschten Szenarien über Erdeben, Schiffsunglücke und Flugzeugabstürze darstellt.

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