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Mai, 1937: Um einer Bombendrohung auf das Luftschiff Hindenburg während der Fahrt von Frankfurt nach Lakehurst nachzugehen, werden der Luftwaffenoberst Franz Ritter sowie der Hauptsturmführer Martin Vogel von der Gestapo als Sicherheits-Offiziere mit an Bord beordert. Unterwegs führen beide mit unterschiedlichen Methoden ihre Ermittlungen unter den Passagieren und der Crew durch. Ritter kann schließlich das Mannschafts-Mitglied Boerth als Saboteur entlarven, sympathisiert jedoch mit seiner Sache und lässt sich von diesem als Helfer für den geplanten Bomben-Anschlag auf die Hindenburg als Zeichen des Widerstands gegen Hitler einspannen... Das Problem, das Robert Wises "Die Hindenburg" inmitten der Katastrophenfilm-Welle der frühen 70er hat, ist nur allzu offensichtlich: Selbst die besseren Vertreter dieser Gattung wie "Erdbeben" oder "Flammendes Inferno" sind nach immer demselben Schema gestrickt und ziehen ihren Reiz daraus, einem starbesetzten Cast nach kurzer Exposition beim Überleben des jeweiligen Desasters und seiner Folgen durch zahlreiche spektakuläre Set-Pieces zuzusehen... und nun kommt ein Streifen daher, der fast seine gesamte Laufzeit benötigt, um auf ein - tatsächlich zu diesem Zeitpunkt schon lange herbeigesehntes - Unglück hinzuarbeiten, welches dann auch noch innerhalb von wenigen Minuten kurz vor dem Abspann abgefrühstückt ist (und da wurde schon mit filmischen Tricks und Kniffen nachgeholfen: In der Realität hat es nach der Explosion der Hindenburg nämlich nur 34 Sekunden gedauert und das Luftschiff war am Boden!). Anstelle eines Katastrophen-Reißers erwartet einen bei "Die Hindenburg" demnach eher ein lasches Thrillerchen, das es mit den Fakten nicht so genau nimmt und seinen Inhalt mit einem spekulativen Sabotage-Plot füllt, dessen historischer Ausgang ja trotzdem wohlbekannt ist und der sich deshalb auch gänzlich spannungsfrei vor einem abspult. Für ein wenig Aufregung zwischendurch soll da lediglich eine Sequenz sorgen, in der die beschädigte Außenhülle des Zeppelins durch Crew-Mitglieder geflickt wird (mit Nadel und Faden!), aber den Puls treibt das auch nicht so wirklich in die Höhe. Statt Action bestimmt ergo viel Gelaber das Bild, was ziemlich schlaucht und schnell zu Ermüdungserscheinungen führt, die auch ein an sich sehenswerter Hauptdarsteller wie George C. Scott nicht so einfach überspielen kann. So darf man ergo auch allemal die Frage stellen, ob Robert Wise wirklich der richtige Mann hierfür gewesen ist, denn die Chose ist mal echt so langweilig geraten wie seine anschließenden Flops "Audrey Rose - Das Mädchen aus dem Jenseits" und "Star Trek: Der Film" und dürfte ihr Scherflein dazu beigetragen haben, die Regie-Karriere des Hollywood-Veteranen abzuwürgen. Da nützt es dann auch nichts, dass die finale Explosion der Hindenburg (übrigens: präsentiert als überzeugende Kombination aus Spiel-Szenen und dem ikonischen Newsreel-Footage des tatsächlichen Unglücks) tricktechnisch perfekt gemacht ist und der Streifen bei der Oscar-Verleihung 1976 ganz zu Recht mit "Special Achievement Awards" für den Sound und die visuellen Effekte ausgezeichnet wurde. Fazit: Gut besetzt und handwerklich einwandfrei, aber im Grunde doch nichts weiter als viel heiße Luft und unter reinen Katastrophenfilm-Aspekten betrachtet im Verhältnis glatt ein noch größerer Flop als "Titanic"...!

5/10

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