Keanu Reeves begam es in "Gefährliche Brandung" mit kriminellen Surfern zu tun, und Paul Walker musste sich in "The Fast and The Furious" mit Pistensau Vin Diesel herumschlagen. Auch in "Drop Zone" verschlägt es mit Wesley Snipes (Passagier 57) einen Marshal ins Sport-Milieu, um dort böse Buben zu bekämpfen. Und der Film hat so seine Stärken und Schwächen. Dazu aber später.
Gangster und ehemaliger DEA-Agent Ty Moncrief (Gary Busey) plant mit seiner Fallschirmspringer-Crew einen großen Coup. Dafür braucht er den Computerspezialisten Leedy (Michael Jeter), der sich jedoch gerade in einem Jumbojet auf dem Weg ins Gefängnis befindet. Kurz entschlossen überfallen Moncrief und sein Team die Maschine in 12.000 Metern Höhe, entführen Leedy und töten dabei mehrere Passagiere. US-Marshal Pete Nessip (Wesley Snipes), der ebenfalls an Bord war und durch den Überfall seinen Bruder verlor, forscht in Fallschirmspringerkreisen nach. Auf der Jagd nach den Gangstern bekommt er unerwartete Hilfe von der Trainerin Jessie Crossman (Yancy Butler)...
Ursprünglich war Steven Seagal für die Rolle des US-Mashals vorgesehen. Seagal sagte (glücklicherweise) wegen der "Under Siege"-Fortsetzung ab. Mit Seagal als Fallschirmspringer wäre "Drop Zone" eher eine peinliche Show geworden. Nachdem er schon in "Passagier 57" bösem Gesindel in luftiger Höhe das Fürchten lehren konnte, sprang darauf Wesley Snipes ein, der hier eine solide Performance vom Leder zieht. Nicht herausragend, aber auch nicht schlecht. Ihm zur Seite steht Yancy Butler (Harte Ziele), deren Leistung in Ordnung geht. Abermals will Gary Busey (Alarmstufe: Rot) uns hier beweißen, dass er ein ganz schlimmer Bursche ist, was er auch routiniert abwickelt. Wahrscheinlich hat er mal eine Klausel festgesetzt, dass er nur solche Rollen spielen will.
Der Anfang von "Drop Zone" wird mit dem Flugzeug-Überfall recht eindrucksvoll und temporeich gestaltet. Danach verliert der Streifen allerdings an Tempo und fährt erst beim Showdown wieder richtig auf. Dazwischen bekommt man neben tollen Fallschirmspringer-Szenen nur eine hauchdünn spannende Story vorgesetzt. Unterhalten kann Regisseur John Badham (Codename: Nina) auch hier, aber den Zuschauer in seinen Bann ziehen kann er eben nicht. Action-Spezialisten wie John Woo, John McTiernan, Michael Bay und James Cameron können das. Was die Action angeht hat Badham dennoch brauchbare Arbeit geleistet und es gibt sogar ein paar nette Ideen (z.B. Tod durch Kopierer; Genickbruch durch Fallschirm a'la "Air Force One"). Zudem darf Snipes auch was von seinem Kickbox-Können zeigen. Wo er in Sachen Action den Film aufwerten kann, versagt Badham storymäßig. Genretypisch löst der Held den Fall am besten, wenn er vom Dienst suspendiert ist. So auch Marshal Nessip, dem man die Trauer um seinen Bruder kaum ansieht. Neben der teilweise fehlenden Ernsthaftigkeit, versucht man in "Drop Zone" an unpassenden Stellen so was wie Humor einzusetzen. Natürlich geht das dann auch nach hinten los. Dafür macht Starkomponist Hans Zimmer im Bereich Musikuntermalung (wieder mal) alles richtig, wobei der hier verwendete Score leicht an den von "The Rock" erinnert. So schafft es Zimmer die stellenweise lahme Story durch seine Musik aufzuwerten und einen Hauch von Dramatik zu vermitteln. Ohne diese Musikuntermalung wäre "Drop Zone" nur halb so unterhaltsam geworden.
Zwar ist der Film nicht so gut wie der Snipes-Kracher "Passagier 57", aber immerhin noch unterhaltsame Actionkost mit guten Ideen, soliden Darstellern und unverbrauchter Sport-Location. Somit kein Action-Oberhammer, aber für einen unterhaltsamen Filmabend reicht es auf jeden Fall.