Review

Sofort ersichtlich ließen sich die Drehbuchautoren Tony Griffin und Guy Manos von " Gefährliche Brandung " inspirieren. Regisseur John Badham fühlt sich im Genre Action wie daheim und inszenierte einen Film nach dem Anderen, wirklich schade, dass er nach " Gegen die Zeit " das Handtuch warf und sich nur noch mit irgendwelchen No Name Produktionen herumschlug. Man hoffte hier auf den Erfolg von " Passagier 57 ", welcher einer von Wesley Snipes erfolgreichsten Filmen war. Immerhin investierte man stolze 45 Millionen Dollar, welche man fast ohne Gewinn wieder einspielte. Richtig ärgerlich in meinen Augen ist, dass die Paramount DVD auf der gekürzten englischen Fassung basiert, wobei das Tape damals noch uncut war. Die DVD wäre mir " Drop Zone ", was ins Deutsche übersetzt " Absprungzone " heisst, locker wert gewesen.
Story:
Pete Nessip ( Wesley Snipes ) und sein Bruder Terry ( Malcolm-Jamal Warner ) sollen das Computergenie Earl Leedy ( Michael Jeter ) in ein Bundesgefängnis überführen, da seine Tarnung aufflog. Aber der ehemalige DEA Agent Ty Moncrief ( Gary Busey ) braucht Leedy für einen Coup und entführt ihn während des Fluges. Bei dieser Aktion stirbt Pete´s Bruder Terry. Pete wird kurzfristig vom Dienst suspendiert und will den Fall auf eigene Faust aufklären. Dafür muss er in die Fallschirmszene eintauchen, das tut er mit Hilfe der hübschen Jessie Crossman ( Yancy Butler ). Pete findet bald gefallen am Fallschirmspringen und versucht nebenbei Moncrief und seiner Gang das Handwerk zu legen.

Storymäßig ist den beiden Drehbuchautoren nicht sonderlich viel eingefallen. Das Ganze ist bis auf ein paar vereinzelte Wendungen recht vorhersehbar und strotzt vor Klischees. Zum Beispiel ist Pete der Einzige der die Hinweise findet, aber man glaubt ihm nicht, also geht er selbst auf Mörderhatz. Aber die nötige Rasanz ist geboten und Badham inszeniert ohne Längen. Aber es mangelt " Drop Zone " eindeutig an Spannung, obwohl man erst ziemlich spät erfährt, was Moncrief eigentlich für einen Bruch vor hat. Alles wird übertüncht von den tollen Luftstunts. Zudem gibt es nicht viele Actionfilme, welche sich auf eine bestimmte Szene konzentrierten, wie hier das Fallschirmspringen. Erst nach Kathryn Bigelow´s " Gefährliche Brandung " nahm man sich einzelne Bereiche vor. Von daher fällt die maue Story gar nicht so auf, denn als Zuschauer bekommt man trotzdem etwas Neues geboten. Dabei hat die Kamera wirklich tolle Bilder eingefangen und viele Profis mussten für den Film eingespannt werden. Überhaupt holt Badham stets das Beste aus dem gegebenen Material heraus. Auch die Kulisse drum herum wurde toll eingefangen und zeigt schicke Bilder. Der Score von Hans Zimmer passt perfekt zum Geschehen und untermalt jede Szene bestens.
Die Action wird durch die vielen Stunts und Sprünge etwas vernachlässigt. Aber das Vorhandene ist top in Szene gesetzt. So darf sich Snipes einige Keilereien leisten, in denen er sein Können unter Beweis stellen kann. Daneben gibt es kleinere Schusswechsel, welche aber nie ausarten und auch die Brüche von der Gegenseite erweisen sich als ziemlich spektakulär umgesetzt. Insgesamt hätte ich mir mehr solche Actionszenen gewünscht, das hätte dem Film bestimmt nicht geschadet.
Unterschwellig bringt Badham noch ein bisschen Humor in den Film, in dem er einige Rituale der Szene vorstellt und auch einige Onliner mit einstreut.
Wesley Snipes liefert eine tolle Show und macht eine gute Figur in den Actionszenen. Sein Charakter Pete Nessip ist an seine damalige Filmfigur John Cutter angelehnt und trägt auch ein paar Charakterzüge von dieser Figur mit. Yancy Butler ist keine große Schauspielerin, aber die starke Frauenrolle beherrscht sie wirklich gut. Gary Busey macht als Schurke richtig Spass und war die perfekte Wahl. Er ist auch einer der Darsteller die man einfach mag, auch wenn sie keine Glanzleistungen erbringen.

Fazit:
Die vorhersehbare Story wird von tollen Luftstunts übertüncht, leider geht die Spannung mit baden. An Action könnte mehr vorhanden sein, doch das Gegebene ist toll inszeniert. Die Darsteller machen hier alle einen guten Job. Hans Zimmer´s Score untermalt zudem prächtig, vor allem die Flugszenen.
Man sollte hier nichts großartig hinterfragen, sondern sich einfach berießeln lassen. Echt guter Actionfilm.

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