Jennifer Aniston spielt eine karrierefixierte Werbeassistentin, die ihre Stellung in der Firma nur verbessern kann, wenn sie in festen Händen ist. Eine Freundin von ihr legt ihrem Chef also ein Bild von ihr und Jay Mohr vor, das zufällig auf einer Hochzeit entstand und behauptet, dass die beiden verlobt seien. Als ihr Chef sie und ihren angeblichen Verlobten zum Essen einlädt, steht Aniston unter Zugzwang und versucht Mohr als Leihmann zu verpflichten. Zu allem Überfluss verliebt sie sich auch noch in Kevin Bacon.
Die Story ist ziemlich flach und geht somit in der Welle der Teenie- und Liebeskomödien hoffnungslos unter. Die Charaktere sind natürlich sehr klischeehaft konstruiert und entwickeln überhaupt keine emotionale Tiefe. Immerhin schenkt sich der Film irgendwelche Gut-Böse-Klischees bei der Darstellung des Dreiecksverhältnisses von Mohr, Aniston und Bacon. Die Handlung bewegt sich natürlich auch in Seichtgewässer und ist sehr vorhersehbar, da sie nach dem typischen, stereotypen Muster verläuft. Die Dialoge, die leider nur selten lustig sind, wirken aufgesetzt und peinlich, aber man verzichtet immerhin auf Fäkal-Gags und Slapstick. Alles in allem eine flache Story, die dem 0815-Muster gestrickt ist.
Der Film läuft recht langsam an und entwickelt leider keinen hohen Unterhaltungswert. Das Problem liegt in den dämlichen Dialogen, die den Film ausbremsen. Auch die Vorhersehbarkeit steht dem Film die ganze Zeit im Wege und lässt ihn nicht so richtig zünden. Emotional wird "Der gebuchte Mann" leider auch nicht, da er keine echten Gefühle vermitteln kann. Vor allem zum Ende hin tritt der Streifen dann endgültig auf der Stelle und als Zuschauer erhofft man sich nur noch eine möglichst schnelle Erlösung. Das Ende, dass schon nach geschätzten 5 Minuten Laufzeit vorherzusehen war, ist viel zu kitschig. Alles in allem ist der Unterhaltungswert niedrig.
Regisseur Glenn Gordon Caron setzt mit "Der gebuchte Mann" nach ein paar TV-Serien seinen ersten Film in Szene. Die Unerfahrenheit merkt man dem Film stellenweise durchaus an. Die Musik ist beispielsweise nicht so gut gewählt, mit ruhigen Klängen kann er vor allem das Happy-End nicht gebührend unterlegen. Eine behagliche Atmosphäre, die eigentlich der einzige Grund ist, sich solche Filme überhaupt anzusehen, kann er nur schwerlich aufbauen und halten. Dafür setzt er den Film aber stilvoll um und setzt auf Wortwitz statt auf Fäkal- oder Splastick-Humor, wodurch der Film nicht ganz ins Bodenlose abrutscht.
Jennifer Aniston ist neben ihrer Rolle in "Friends" in einem ihrer ersten Rollen zu sehen. Einerseits wirkt sie zwar sympathisch, liebenswert und charmant, wie man es von ihrer Rolle erwartet, aber andererseits spielt sie nicht gerade überzeugend und lässt sich ihre Unerfahrenheit deutlich anmerken. Kevin Bacon leistet wie immer routinierte Arbeit, leistet aber auch nicht mehr, als Pflichtarbeit und wirkt stellenweise gelangweilt. Jay Mohr ist nach "Jerry Maguire" erst in seiner zweiten Rolle zu sehen und wirkt wie Aniston ebenfalls unerfahren, aber sympathisch. Der übrige Cast, zu dem unter Anderem Kevin Dunn gehört, ist solide.
Fazit:
"Der gebuchte Mann" ist mal wieder eine Liebes-Komödie, die die Welt nicht braucht. Die Story könnte kaum vorhersehbarer, klischeehafter und flacher sein und auch die Umsetzung ist eher mittelmäßig. Der Cast leistet solide Arbeit, mehr aber auch nicht und auch der Unterhaltungswert ist eher mäßig. Dennoch gefällt mir die stilvolle Umsetzung, die den Film nicht in niveaulosen Slapstick-Humor abrutschen lässt. Nur für Fans des Genres zu empfehlen.