Review

Inhalt:

Hochsommer, die Sonne brennt..., irgendwo in China um die vorletzte Jahrhundertwende. Wieder stehen hundert Straßenarbeiter am Monatsende vor der Zahlstelle, um wieder einmal um ihren Lohn geprellt zu werden. Der Jin-Clan um dessen Oberhaupt (Ching Miu), dem das Straßenbau-Unternehmen gehört, schikaniert mit seinen Schergen, allen voran Suvervisor Tang (Yeung Chak-Lam), die Arbeiter..., und man kann das nur als Ausbeuterei bezeichnen.

Die Arbeiter müssen sich all dem dumpf beugen..., nur der Vorarbeiter Wu Bing Lien (David Chung) wagt es, dagegen etwas zu sagen, doch hat er letztendlich gegen Tang und dessen Männer keine Chance.
Auch Ku Ding (Chen Wo Fu) gehört zu diesen Arbeitern..., er ist ein Schüler des TaiChi-Meisters Yeung (Yang Chih Ching). Dieser lehrt die KungFu-Form des TaiChi allerdings nicht seinen Schülern, um sich zu prügeln. Es geht ihm bei der Praktizierung des TaiChi um Gesundheit, Toleranz und Verteidigung..., TaiChi hat für Yeung eine pazifistische Ausrichtung.
Und so lässt sich auch Ku Ding alles gefallen, und wird von Tang und dessen Männern brutal zusammengeschlagen.

Ku Ding lebt in der Siedlung der Arbeiter, wie alle dort, in sehr bescheidenen Verhältnissen. Er lernt seit 10 Jahren die Kampf-Form des TaiChi bei Meister Yeung, zusammen mit dessen Tochter Ah Jen (Shih Szu).
Ku Ding hat auch eine Freundin, die schöne Ah Bao (Chan Mei-Hua). Um zum Lebensunterhalt beizutragen, bewirbt sich Ah Bao als Zofe bei Miss Fan (Cheung Pak-Ling), einer reichen Dame aus Shanghai. Fan lebt zu diesem Zeitpunkt in der Residenz der Jin..., sie ist mit dem Junior-Chef, Jin Dai Sing (Wang Wei), liiert.

Jin Dai Sing ist ein überheblicher Typ..., der, um sich sein überragendes KungFu zu beweisen, seine Männer immer wieder zu Kämpfen herausfordert und spielend besiegt. Als ihm der exzellente Ruf des TaiChi-Meisters Yeung zu Ohren kommt, will Jin Dai Sing diesen unbedingt zum Kampf auffordern. Doch Yeung lehnt ab!

Dies ist das Todesurteil für den Meister. Die Schergen Jins um den skrupellosen Yuan (Chan Shen) ermorden den Meister auf heimtückischste Art. Fast zeitgleich wird Ah Bao von Jin brutal vergewaltigt..., und sie ertränkt sich daraufhin posthum!

Aber Ku Ding sieht sich immer noch nicht in der Lage, der pazifistischen Ausrichtung seines ermordeten Meisters abzuschwören. Erst als ein von Tang angeheuerter Auftragsmörder (Li Min Lang) auch noch Wu Bing Lien tötet, wendet sich das Blatt.
Ah Jen will ihren Vater rächen, und begibt sich in die Jin-Residenz, während sich Ku mit dem abtrünnigen Jin-Mitglied Chan Tung (Wang Kwang Yu) betrinkt.

Doch endlich sieht Ku ein, dass nur nackte Gewalt dem Treiben Jin Dai Sings Einhalt gebieten kann..., und er sein TaiChi jetzt endlich in einem Kampf auf Leben und Tod umsetzen muss.....


Fazit:

"The shadow boxer" ist ein in der Storyline einfach gehaltener und geradlinig umgesetzter Eastern, welcher von Pao Hsue-Li im Jahre 1974 für die Studios der Shaw Brothers abgedreht wurde.
Pao, oftmals Co-Regisseur Chang Cheh´s in etlichen Klassikern des Shaw-Studios, kreierte hier auf eigene Faust einen schnörkellosen, kurzweiligen (was auch den lediglich 82 Minuten Laufzeit geschuldet ist) KungFu-Rache-Eastern, welcher der Zeit der Entstehung entsprechend an die Filme Bruce Lee´s angelehnt ist. So wird dieser Streifen auch oft ein wenig mit dem Bruce Lee-Hit "The big boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser Webseite) verglichen.

Doch würde ich sagen, dass Pao Hsue-Li´s Film "The shadow boxer" sein ganz eigenes Flair besitzt, und vor allem zum Ende hin auch durchaus ein typischer Shaw Brothers-Film ist. Zwar drehte Pao die erste Hälfte seines Streifens weitgehend outdoor, in der Hitze eines südchinesischen Sommers, doch verlegt Pao das Geschehen in der 2. Hälfte seines Films dann in die Studio-Kulissen der Shaw Brothers, in eine Residenz und die Kunst-"Natur" des Studios. So besitzt denn "The shadow boxer" eine fast zweigeteilte Atmosphäre..., beinahe eine atmosphärische Mischung aus Golden Harvest und Shaw Brothers.
Hinzukommt, dass der Hauptdarsteller Chen Wo Fu eine gewisse Ähnlichkeit mit Bruce Lee besaß.

Chen Wo Fu, ein Darsteller der früh, mit gerade 24 Jahren, verstarb, und nur wenige Filme drehte, allesamt für die Shaw Brothers. Er hat hier eine Hauptrolle inne, und stellt einen etwas zerrissenen Charakter dar. Er erlernt die KungFu-Kampftechnik des TaiChiYuen..., von einem Meister, der durch diese Kampf-Art seinen Schülern auch eine gewisse spirituelle Einstellung vermitteln will. Dies führt dazu, dass Chen Wo Fu´s Figur des "Ku Ding" sich alles gefallen lässt, und er später zwischen der Philosophie dier hinter dieser Kampftechnik steckt, und seiner Wut und seinen Rachegelüsten im Clinch mit sich selbst steckt.
Das ist von Chen sehr gut gespielt, und er ist darüber hinaus natürlich actiontechnisch voll auf der Höhe.

Doch was das angeht, stiehlt ihm aber hier der heimliche Star dieses Streifens doch glatt die Schau! Und dieser ist weiblich..., Shih Szu! Denn diese fightet noch besser, und häng nicht so wie Chen im o.g. Dilemma. Sie geht die Sache straighter an, will blutige Rache nehmen, ohne Zögern. Und sie fightet ein Klasse KungFu!
Der Sifu der beiden ist Shaw-Haudegen Yang Chih Ching. Der stellt seine Figur als einen Güte, Weisheit und Lebenserfahrung ausstrahlenden Lehrer dar, welcher großen Wert auf die spirituelle Note seiner Kampfkunst legt.

Bei den Villains ragt einer heraus, Haupt-Villain Wang Wei. Auch er stellt seine Figur gekonnt dar, einen skrupellosen, grausamen wie arroganten Schmierlappen, dem ein Menschenleben nichts zählt.
Erwähnenswert ist sicher auch die Rolle Wang Kwang Yu´s, der hier über das unter Chang Cheh oftmals für ihn eher minimale Rollenbild etwas hinauskommt.

Was die Action betrifft, so geht es in "The shadow boxer" vordergründig um die Kampf-Technik des TaiChiYuen. Allerdings nicht durchgehend primär, und dies erweist sich für den Film als absolut vorteilhaft. Denn diese Kampf-Form, sie erweist sich visuell in diesem Eastern als eher langweilig..., viele "gleitende" und langsame Bewegungen, keine Dynamik, kein Drive, so sieht man es hier in den Trainings-Sequenzen.
TaiChiYuen ist eine Art des KungFu, die die Gewalt des Gegners gegen diesen selbst wirken lässt, um diesen dann aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Man sieht diese Technik während des Trainings von Shih Szu und Chen Wo Fu..., allerdings merkt man während der Kämpfe davon kaum etwas, um nicht zu sagen "nichts" davon.
Das sind doch mehr klassische KungFu-Techniken, wie man sie als Eastern-Fan kennt..., zum Glück mag man hier sagen. Denn dadurch haben die KungFu-Fights hier mehr Dynamik und Intensität!

Der Film hat kernige Kämpfe..., gleichwohl kommt die Story nicht zu kurz. Der Streifen wirkt trotz der kurzen Laufzeit und der Kämpfe aber auch nicht gehetzt, denn die Story wird trotzdem fast subtil aufgebaut..., ein Spagat, welcher Pao Hsue-Li hier durchaus gelang!

So ist denn "The shadow boxer" ein geradliniger und nicht ohne Rafinessen umgesetzter Eastern der Shaw Brothers, der sich gute 7/10 Punkte verdient hat.

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