Welche Witterungsbedingungen können in einem Horror- bzw. Gruselfilm wohl für die meiste Atmosphäre sorgen? Gewitter, Blitz und Donner gehören natürlich auf einen der obersten Ränge dieser Liste, ist doch so gut wie jeder beißend spannender Film, in mindestens einer Szene, damit ausgestattet. Doch den größten Kick in Sachen Atmosphäre kann, meiner Meinung nach, Schnee erzeugen, wohl gerade auch deshalb, weil Schnee als Atmosphärenaufbauer, verhältnismäßig, selten benutzt wird und sich somit nicht so schnell abnutzt. So ist es vor allem ihm zu verdanken, dass z. Bsp. "Sturm des Jahrhunderts" so schauderhaft gut geworden ist. Aber auch Regiealtmeister Arthur Penn ("Bonnie und Clyde") nutzte ihn, für einen seiner Filme. Dazu gibt es noch ein grusliges Haus, mitten im Nirgendwo, und schon haben wir mit "Tod im Winter", einen routinierten Thriller der spannenden Sorte zu bestaunen.
"Dead on Winter" ist eigentlich zu jedem Zeitpunkt ein durch und durch routinierter Thriller, der trefflich mit den typischen Elementen spielt und das sehr gut. Die Story ist dabei nicht ganz so sehr der Einheitsbrei, wenn auch gewisse Innovationen fehlen. Es geht im Grunde um eine Schauspielerin, die zu einem Probedreh in ein altes Haus eingeladen wird, in dem der Produzent und sein Assistent ein Probetape von Ort drehen möchten, zumindest zum Schein. Denn in Wirklichkeit haben sie etwas ganz anderes vor und der angebliche Dreh entpuppt sich für die Schauspielerin zum absoluten Horrortrip.... Schon beim Überfliegen der Inhaltsangabe merkt man, dass Neuigkeiten zwar fehlen, aber durchaus die Möglichkeiten bestehen, dass man etwas Spannendes zu sehen bekommen kann. Und so wandelt die Geschichte von Anfang bis Ende auch auf bekannten Pfaden, ohne diese aber sonderlich auszuschmücken. Logik und Tiefgang bleiben leider weitgehendst auf der Strecke und so manches Plothole macht sich hier und da breit. Eben ziemlich typisch fürs Genre.
Doch obwohl (oder gerade weil) sich der Thriller eigentlich durchgehend auf den üblichen Wegen des Genres bewegt, so kann er doch für knisternde Spannung sorgen. Denn die Drehbuchschreiber Marc Shmuger und Mark Malone verstehen es exzellent, die Suspense langsam aber sicher immer mehr anzuspannen, bevor sie im Finale zum bersten gelangt. Die Einführung der Figuren klappt gut und wirkt zu keinem Moment langweilig, eher im Gegenteil. Durch die interessante Figurenzeichnung ist man von Anfang an gespannt darauf, was den einzelnen Charakteren alles zustoßen wird. Danach wird die Spannungsschraube immer fester gedreht und man kann es kaum noch erwarten, die Lösung des ganzen Treibens zu erfahren, die dann zwar, zugegeben, relativ hanebüchen ist, aber dennoch kaum erahnbar ist und somit überraschend daherkommt. Zudem zieht sich die Handlung zu keinem Moment und kann wirklich bis zum Schluss fesseln.
Hinzu kommt zudem die wunderbare, knisternde Atmosphäre, die Regisseur Arthur Penn grandios durchsetzen kann. Allein schon das emsige Schneetreiben sorgt für ein erhebliches Knistern in der Luft. Dazu das große, gruselige Haus mitten im Nichts und ein wunderbarer, genauso sanfter wie schauriger, Score, der das Geschehen optimal unterstreicht und wirklich für einige exzellente Schauer über dem Rücken gut ist.
Was die Schauspieler angeht, so kann man zudem ruhigen Gewissens sagen, dass die drei Hauptdarsteller den ganzen Film optimal tragen können. Hauptdarstellerin Mary Steenburgen, die hier gleich in mehreren Rollen zu bewundern ist, ist absolut wunderbar anzusehen, genauso wie Roddy McDowall und Jan Rubes. Aber auch alle anderen Darsteller können gefallen.
Fazit: "Tod im Winter" ist ein routinierter, spannender und höchst atmosphärischer Thriller geworden, der zwar kaum Neuigkeiten bietet und alles in allem auch ein eher unschlüssiges Treiben präsentiert. Aber aufgrund des äußerst gelungenen Aufbaus unheimlicher Spannung, sowie einer knisternden Atmosphäre, dennoch für Suspense bis zum bitteren Ende sorgen kann. Dazu gute Darstellerleistungen und eine exzellente Regiearbeit. Für Freunde des gepflegten Thrillers jedenfalls, ein genüsslicher Happen für zwischendurch!
Wertung: 7/10 Punkte