Review

"Mörderischer Tausch" löste eine ganze Reihe dieser Actionfilme aus, welche jedoch alle mit dem Original nicht mithalten können. Die Mutter jener Filme bleibt für mich immer noch "Der Prinzipal" mit James Belushi, aber auch dieser B-Streifen hat es mir irgendwie angetan. Auch schön Tom Berenger mal wieder in Aktion zu sehen. Regisseur Robert Mandel verdingte sich schon bei "Akte X" und auch der Film "F/X - Tödliche Tricks" düfte Vielen bekannt sein. Hauptsächlich ist Mandel aber Serienregisseur, zum Beispiel bei "Prison Break". Trotz dem ordentlichen Budget war keine Kinoauswertung drin, obwohl man darauf hinarbeitete. Für mich persönlich wäre der B-Schulactioner eine Auswertung wert gewesen, so ging er Direct To Video.

Nach einem verpatzten Einsatz sitzt der Marine John Shale (Tom Berenger) samt seiner Truppe (William Forsythe, Raymond Cruz, Louis Guzman und Richard Brooks) auf dem Trockenen. Daher besucht Shale seine Freundin Jane Hetzko (Diane Venora) in Miami, welche als Lehrerin an einer Schule arbeitet. Gerade so kann Shale einen Mordanschlag auf sie verhindern. Jane landet im Krankenhaus und Shale vertritt sie in der Schule. Hier kommt er einem Drogenschmuggel auf die Spur, in den auch Schuldirektor Rolle (Ernie Hudson) verwickelt ist. Mit Hilfe von KOD (Kings of Destruction) Bandenchef Lacas (Marc Anthony) werden die Drogen direkt an die Schüler verteilt. Shale und seine Truppe wollen die Bande sprengen.

Etwas störend sind nur die gängigen Klischees. Es gibt wieder mal die beiden typischen Parteien. Einmal die bösen Banden, welche die lernwilligen Schüler unter Druck setzen und für Gewalt und Chaos an der Schule sorgen. Zudem sind die moralischen Aspekte zu aufgesetzt. Shale schafft es in kürzester Zeit die gewalttätige Klassen völlig umzudrehen, auch mit verbotenen Methoden. Einige seiner Reden kommen etwas kitschig daher, aber solche Patzer beschränkt man auf das Minimum. Die Story um die Drogenbande ist sehr leicht zu durchschauen, auch das der Direktor der Kopf der Bande ist, wird zu früh aufgedeckt. In der ersten Hälfte fehlt ein wenig Tempo, aber die Spannung bewegt sich durchaus auf einem annehmbaren Niveau. Pluspunkte sammelt man mit den Darstellern. Der alte Haudegen Tom Berenger schlägt sich wacker und mimt den raubeinigen Shale sehr glaubwürdig. Marc Anthony passt perfekt in die Arschlochrolle und mit Ernie Hudson hat man einen charismatischen Bösewicht. In Nebenrollen sind William Forsythe und Diane Venora zu sehen.

Die Inszenierung bewegt sich meist sogar auf A-Niveau, die wenigen Explosion sind handgemacht. Nur hätte ein bisschen mehr Action den Eintopf nicht versalzen, gerade in der ersten Hälfte gibt es nur kleine Konfrontationen, bevor man in der zweiten Halbzeit den großen Otto losmacht und mit einem langen und bleihaltigen Finale aufwartet. Die Mischung aus old schooligen Prügeleien, Schießereien und kleinen Verfolgungsjagden ist stimmig. Berenger darf mal wieder richtig draufhauen und wird auch nicht gedoubelt. Speaktakuläre Action sollte man nicht erwarten, nur der finale Shootout ist wirklich krachig. Mit seinen 110 Minuten ist der Film eindeutig zu lang geraten, man beisst sich zu sehr an den Charakteren fest, ohne ihnen richtige Tiefe zu verleihen und versucht nebenbei die Gewalt zu rechtfertigen. Man sollte also nicht zu engstirnig an "Mörderischer Tausch" herangehen.

Trotz Klischees und einiger Mankos hat mir dieser Schulactioner gut gefallen. Kommt zwar nicht an "Der Prinzipal" heran, jedoch ist kurzweilige Unterhaltung locker drin.

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