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Auch eine Möglichkeit: Man dreht einen Tierhorrorfilm mit insektenartiger Bedrohung, weiß aber im Nachhinein nicht, wie man die Viecher genauer kategorisieren soll. Also nennt man ihn schlicht „Bugs“, was heißen kann: Die Insekten, die Käfer oder die Wanzen, wobei zumindest Letztgenanntes aufgrund des Aussehens ausgeschlossen werden kann.

Ein neues U-Bahn-System steht kurz vor der Fertigstellung, da wird zunächst ein Polizist, kurz darauf die Besatzung einer Testfahrt getötet. FBI-Mann Pollack, Entomologin Foster und einige Cops der hiesigen Zuständigkeit begeben sich in die Tunnel und werden rasch zu Gejagten…

Regisseur Joseph Conti schafft es tatsächlich, dem geneigten Genrefreund die Hoffnung auf ordentlich gestaltete Viecher binnen weniger Szenen zu vermiesen. Die Exposition zeigt bereits ein Vieh in voller Größe und mehr Plastik ist diesbezüglich kaum möglich. Das relativiert sich im Verlauf nur geringfügig, lediglich die Moves der kleineren Viecher können sich einigermaßen sehen lassen.

Derweil geht es figurentechnisch entweder komplett oberflächlich oder extrem klischeebeladen zu. Die wesentlichen Protagonisten wie der FBI-Mann erhalten null Background, der Insektenforscherin wird immerhin noch ein Hobby wie Snowboarden zugedacht, wogegen der obligatorische Ignorant in Form eines rücksichtslosen Kapitalisten sämtliche Klischees erfüllt, einschließlich des erahnbaren Schicksals.

Leider spielt sich nahezu alles in den halbdunklen Tunnelsystemen ab, was auf Dauer recht eindimensional anmutet. Einige Szenen sind deutlich an „Alien 2“ angelehnt, vor allem wenn wie bescheuert geballert wird. Zwar ist über weite Teile ein flottes Erzähltempo gegeben, doch dabei entsteht allenfalls Spannung auf Sparflamme, etwa, als eine Weiche rechtzeitig umgestellt werden muss oder jemand der Einsatzkräfte durchzudrehen droht.

Zur latenten Vorhersehbarkeit gesellen sich Viecher, die tatsächlich nicht genau einzuordnen sind. Zwischen prähistorischen Käfern und skorpionartigen Krabbeltieren darf man sich etwas aussuchen. Tatsache ist nur, dass die Königin fliegen kann und folgerichtig zur Endgegnerin auserkoren wird, was zumindest noch ein wenig Action ins Spiel bringt.

Ein paar kurze Splattereinlagen und eine solide Kamera mit unterschiedlichen Egoperspektiven retten letztlich nicht mehr viel, denn wenig motivierte Mimen gehen mit teils sinnfreien Dialogen einher, während der Score phasenweise katastrophal abgestimmt ist.
Die Idee mit den Rieseninsekten im Tunnelsystem klingt gut, die Umsetzung lässt jedoch deutlich zu wünschen übrig und dürfte allenfalls knallharte Genrefans mit einer Affinität zu Trash ansprechen.
3,5 von 10

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