Review


Inhalt:

China in einer früheren Epoche. Die Kampfschulen und Clans bekämpfen sich bis auf´s Blut..., und die Familien der Lung, Hung und andere, wollen das Reich endlich einen...!

Der Lung-Clan residiert im Fei Lung-Fort..., und die Chiefs sind "Third Brother" Chen Ying-Chieh, "Second Brother" Pai Fen (Lee Kwan) und Oberhaupt "Big Brother" Lung Lin (Lam Kau). Zum Clan gehört auch die schöne Lung Chu (Angela Mao), die die KungFu-Technik der "Thunderbolt Palm" beherrscht wie keine andere Frau sonst...!

Eines Tages kündigt sich Besuch an..., der als verschollen geltende Hung Wei (Pai Ying) aus dem Hause Hung..., will sich dem Clan anschließen. Die Chiefs sind zunächst skeptisch -insbesondere Chen Ying-Chieh- doch kann Hung Wei diese Skepsis mildern.
Als die Mitglieder (u.a. Cliff Lok und Chen Kuan Tai) eines feindlichen Clans auftauchen, besiegt Hung Wei sie mit seiner unwiderstehlichen KungFu-Technik des "Hurricane Palm"...!

Ein weiterer Feind des Lung-Clans ist die "Black Tiger"-Gang..., und diese überfällt die Lung-Filialen. Die drei Chiefs gehen auf Feldzug gegen die Black Tiger..., und verlassen sich während ihrer Abwesenheit auf Hung Wei. Ein eklatanter Fehler....

Denn Hung Wei ist ein Verräter..., er übernimmt das Fei Lung-Fort mit den Black Tiger-Schergen um Hung Man (Jason Pai Piao) und Hung Wei´s Gespielin..., der rassigen Hoi Niang (Lily Chen). Lung Chu kann nichts ausrichten und wird gefangen genommen, zudem lässt Hung alles so aussehen, als sei Chen Ying-Chieh ein Verräter...!

Nach bestandenem Feldzug wollen die Chiefs zurückkehren..., doch Chen gilt als Verräter.
Immerhin gelingt es ihm, Lung Chu zu befreien. Und Lung Chu will ihr "Thunderbolt Palm"-KungFu verbessern, um Hung Wei zu besiegen...!
Um in das Fei Lung-Fort zu gelangen..., um dort Hung Wei zu stellen und die Black Tiger zu vernichten, greift Chen Ying-Chieh zu einer für ihn furchtbaren List. Er entstellt sein Gesicht derart mit einer Chemikalie, dass er von seinen Feinden nicht wiedererkannt wird..., und schleust sich so ins Fort ein....!

Es kommt zum erbarmungslosen, brutal-blutigen Show-Down auf Leben und Tod.....


Fazit:

Im Jahre 1973 drehte Regisseur Lo Chih für das Studio Golden Harvest des Erfolgs-Produzenten Raymond Chow diesen in seiner Handlung einfachen, in weiten Phasen spannenden Eastern, der aber gemessen an Studio, Baujahr und Cast leider unter seinen Möglichkeiten bleibt.

1973..., nach großen Eastern-Actioner-Erfolgen dieses brillanten Studios, Golden Harvest,... ein Regisseur der kein Schlechter ist, Lo Chih..., eine Darsteller-Riege um Genre-Ikone Angela Mao, Pai Ying und Gast-Stars wie Cliff Lok und Shaw Brothers-MegaStar Chen Kuan Tai, der gar selbst die Action-Regie übernahm..., das hätte ein richtig geiler Eastern-Hit werden können...!
Tja, und dann hapert es am Wichtigsten für einen Streifen dieses Genres..., an der KungFu-/Swordplay-Action..., heijeh, wie konnte das nur passieren?

An der Handlung gibt es an sich nichts auszusetzen..., diese ist spannend in Szene gesetzt, zumal mit besonderen Einfällen, wie dass der Held sein Gesicht verätzt, um sich unerkannt ins Quartier der Villains zu begeben. Die Clans stehen sich feindlich gegenüber, das Rache-Motiv ist schlüssig..., und auch die Eastern-Atmosphäre ist gegeben.
Gut gewählte Außendreh-Orte..., mit pittoresker Fels- und grüner Hügel-Landschaft..., gepflegte Indoor-Sets, alles soweit okay.

Dann ein Cast, der sich sehen lassen kann. Angela Mao..., die große Dame des Eastern...., gleichwohl -und dies ist leider ein weiteres Manko- sie hier doch zu sparsam eingesetzt wird, und sich nur in der Eingangs-Sequenz und im Final-Kampf austoben darf..., doch ist sie natürlich ungeheuer charismatisch und 1973 auf dem Zenit ihrer Attraktivität.
Pai Ying agiert als Haupt-Villain sowieso immer überzeugend, an seiner Seite Shaw-Haudegen Jason Pai Piao und die rassige Lily Chen. Wer würde Lily Chen von der Bettkante schubsen...., nur einer der mit Sexbombe Olivia Wilde verheiratet ist.
Cliff Lok und Chen Kuan Tai sind Gast-Stars vor der Kamera, letztgenannter ist hier Fighting-Instructor..., und da haperts leider.

Eigentlich also alles angerichtet für einen richtig starken Eastern, und soweit stimmt ja auch alles.
Doch..., die KungFu-Fights sind bis auf eine fulminante Schluss-Viertelstunde wo immerhin Drive und Blutgehalt stimmt, leider kaum hochklassig. 
Also dass es im Jahre 1973 immer noch Streifen, auch bei GH, gab, die actiontechnisch im Nach-Hall der 60er Jahre standen, ist auch mir als jahrzehntelangem Eastern-Kenner immer noch etwas schleierhaft.

Teilweise hölzern agieren die Protagonisten, altbacken im Stile eines Eastern aus ich sag mal 1966.
Dazu Wire-Fu..., diese unvermeidlichen Fliegereien..., und man kann ja die KungFu-Action in rustikalem Stil halten..., dann braucht es aber mehr Drive als hier. 
Ich war schon verwundert..., angesichts des Baujahrs..., und das GERADE Golden Harvest in jener Zeit so von 1971 bis eben gerade 1973 richtig kernige Eastern produzierte..., mit Bruce Lee, Jackie Chan, Carter Wong und eben Angela Mao..., hm.
Und Chen Kuan Tai, der hier als Fighting-Instructor firmierte..., er war doch zu jener Zeit durch Shaw´s Kampf-Regisseur-Legenden Lau Kar Leung und Tang Chia gestählt und direkt an der Quelle. Also schon irgendwie merkwürdig.

So muss man bis zum Endfight warten, als sich im Fort die Protagonisten dem Finale stellen..., da stimmen dann Blut-Zoll und der Drive in den Aktionen..., und Angela darf mal aus sich rauskommen, endlich..., gleichwohl die Moves auch hier nicht so wahnsinnig hochklassig sind.
Immerhin versäumt es Lo Chih nicht, die beiden attraktiven Damen, Angela Mao und Lily Chen, in einem hasserfüllten Duell gegeneinander antreten zu lassen. Wenn 2 attraktive Damen hasserfüllt und intensiv gegeneinander kämpfen, hat das für männliche Betrachter immer einen gewissen Reiz. 
Leider ist die mir vorliegende Fassung cut..., gerade in den letzten Aktionen dieses Duells. Ich hatte den Eindruck, dass Angela mit ihren beiden Dolchen hier Lily Chen noch die Augen aussticht, und dann Blindekuh mit ihrer Gegnerin spielt, um dann den finalen Schlag zu setzen..., das ist aber hypothetisch und wohl eher Wunschdenken meinerseits. Schade, dass hier die letzte Sequenz dieses Kampfes der Schere zum Opfer fiel...

Insgesamt fällt mein Urteil eher zwiespältig aus..., Lo Chih verpasst es, seine hier gegebenen Möglichkeiten konsequent zu nutzen..., vieles ist stimmig..., mit richtig kernigem KungFu hätte Lo Chih einen Hit kreieren können.
Richtig schlecht ist "Thunderbolt" wiederum auch nicht..., Atmosphäre, Storyline und Cast hieven neben einem noch passablen Action-Finale diesen Streifen in meiner Bewertung noch auf sehr, sehr, sehr knappe 6/10 Punkte.

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