Alamo - eine kleine Mission mitten im nach Unabhängigkeit strebenden Texas. Im Frühjahr 1836 treffen dort 183 heldenhafte Männer zusammen, um das Fort gegen die Belagerung des mexikanischen Generals Santa Anna und seinen Truppen zu verteidigen. Unterdessen versucht der charismatische General Sam Houston, eine größere Armee aufzustellen, um sie im Kampf zu unterstützen. Anführer in dieser schier aussichtslosen Schlacht sind der junge, wagemutige William Travis, der leidenschaftliche James Bowie und die lebende Trapperlegende Davy Crockett. Sie alle wissen: Allzu lange können sie der Übermacht der Mexikaner nicht Stand halten.
Im Zuge des allgemeinen Remake Wahns Hollywoods mußte natürlich auch die Geschichte rund um Alamo neu aufgenommen werden. Allerdings muß man doch deutlich sagen das die neue Version dem Klassike von John Wayne nicht wirklich das Wasser reichen kann, denn Alamo 2004 ist deutlich zu redselig und schlägt seine mehr als zweistündige Laufzeit zu sehr mit Belanglosigkeiten tot. Besonders am Beispiel des Kampfes zwischen Travis und Crockett um das Kommando der Truppe, hatte die 1960er Variante viel interessantere Charaktere und Dialoge zu bieten, hier wird das ganze zwar angerissen, aber eher stillschweigend nach ein paar Sätzen wieder fallen gelassen.
Dafür wurde, ähnlich wie bei Pearl Harbour, noch schnell ein versöhnliches Ende angetackert, das auch ja kein Ami mit einem schlechten Gefühl das Kino verlassen mußte, als Santa Annas Armee letztendlich doch aufgerieben wird und Texas sich den Staaten anschließen kann, hurra. Dabei war es genau der Punkt der im alten Film, das Symbol der Niederlage in der alten Missionsstation so bewegend machte. Auch die Zeichnung der Mexikaner entspricht eher dem Ideal heutiger Sehgewohnheiten und ist eine Konzession an den amerikanischen Patriotismus. War im alten Film Santa Anna ein ehrenhafter General, der den Frauen freien Abzug gewährte, so ist der moderne Santa Anna eher ein tumber Schlächter, dem das Leben seiner Soldaten am frisch aufpolierten Hintern vorbei geht.
Die Story vom Häuflein Aufrechter, die 13 Tage lang in der verlorenen Festung ausharren ist zwar geblieben, aber die Intensität ging ein wenig verloren. Dafür das die Kämpfer sehenden Auges in den heroischen Tod laufen, geht das alles hier etwas zu gesittet zu. Kaum Zweifel am eigenen Tun, sondern lieber mit der Fidel dem Todeslied Deguello antworten. Es werden zwar wieder jede Menge Statisten in die Schlacht geworfen und der letzte Angriff ist auch sehr ansprechend inszeniert worden, allerdings gibt es auch nur eine einzige echte Schlacht, kein mißglückter erster Frontalangriff, sondern ein sehr langer Anlauf, um dann im ersten Versuch die Hütte einzunehmen, allerdings muß man darauf weit über eine Stunde warten.
Ohne John Wayne jetzt über den grünen Klee loben zu wollen, aber er hatte da doch ein deutlich besseres Händchen um den Zuschauer die verzweifelte Lage der Eingeschlossenen zu demonstrieren und man konnte als Zuschauer mit denen mitleiden, was hier so ein wenig fehlt. So bleibt die Erkenntnis das nicht alles was neuer und teurer ist, auch automatisch besser sein muß.
5/10