Aus der mehr oder weniger selbst verordneten Isolation der Großstadt kehrt ein junger Mann des plötzlichen Todes seiner Mutter wegen nach neun Jahren in seine kleine Heimatstadt zurück - und findet dort zusammen mit dem Zuschauer nicht nur Antworten auf die Frage nach den grotesken Umständen des tragischen Todesfalles sondern erlangt vor allen Dingen die Erkenntnis, daß das Leben mehr für jeden von uns bereithält, als lediglich vordergründige Zufriedenheit und Ablenkung von der Realität.
Ganz allmählich findet Large (Zach Braff) zurück in das wahre Leben, gewinnt Anschluss an mal weniger mal mehr gescheiterte Schulfreunde von einst und letztenendes auch seinem zu tiefst verbitterten Vater (Ian Holm) - doch vor allem ist es die trotz aller Tristesse stets gut aufgelegte Sam (Natalie Portman), die Large bei seiner Selbstfindung zur Seite steht. Unter Absetzung seiner Medikamente beginnt er, zu sich selbst zu finden, aus einem auferzwungenen (Alb)Traum zu erwachen.
"Garden State" ist ein einfühlsamer und zugleich komischer wie trauriger Blick auf das Leben eines typischen "Mitt-Zwanzigers", vielleicht gar Spielgelbild einer zunehmend perspektivenlosen Generation. Zach Braffs Regiedebut besticht durch eine phantastische Atmosphäre, die den Zuschauer von Beginn an gefangen nimmt. In ruhigen, verregnet-grauen Bildern erzählt und von einem wunderbar melancholischen Soundtrack untermalt führt er seine beiden jungen Hauptcharaktere zusammen, lässt sie lustige, traurige und skurile Momente erleben - und schließlich über den Tellerrand ihrer im Grunde tief traurigen und nur oberflächlich zufriedenen Gemeinde blicken. Partys, Drogen, Alkohol und bestenfalls ein armseeliger Job als Bestatter: Für Larges ehemalige Klassenkameraden scheinen diese Dinge tatsächlich zu genügen, um ihr Leben als erfüllt anzusehen. "Garden State" zeigt mit dem Zaunpfahl auf diese dem Leben letztlich nicht werte, selbst-betäubende Einstellung - und die Botschaft kommt an!
Ein Film, der bewegt und aufrüttelt! Grandios besetzt und faszinierend eindringlich gespielt, insbesondere von Natalie Portman und Zach Braff in überraschend ernster Rolle, stellt "Garden State" zweifelsohne ein zugleich witziges wie im gleichen Moment tief trauriges aber auch Mut machendes Must-See für jeden Cineasten dar! Ganz starkes Kino, fernab der üblichen Effekthascherrei Hollywoods!