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Andrew Largeman (Zach Braff) hat seine Vergangenheit hinter sich gelassen und fristet sein Dasein in Los Angeles und hat sich dort als Schauspieler versucht. Jedoch war die Rolle eines geistigbehinderten Footballspieler seine bisher einzige nennenswerte Rolle. Also geht es ihm wie vielen anderen auch, er muss sich mit einem anderen tristeren Job über Wasser halten. Dies macht er durch seinen Job als Kellner in einem vietnamesischen Restaurant, in dem er unzufriedene und verwöhnte Snobs bedient. Aber es geht nicht recht voran in seinem Leben und er wandelt beinahe wie ein Zombie durchs Leben, abgestumpft durch die Medikamente, die ihm sein "Psychiater-Daddy" verschrieben hat. Schließlich bekommt er einen Anruf von seinem Vater Gideon (Ian Holm), den er nie zurückruft und den er schon seit neun Jahren nicht mehr gesehen hat. Seine querschnittsgelähmte Mutter ist gestorben, ertrunken in der Badewanne - Selbstmord. Er macht sich also auf in seine Geburtsstadt Garden State, New Jersey...

Dieses neue Multitalent aus Hollywood, dass uns hoffentlich viele weitere Filme dieser Qualität bescheren wird, ist bisher nur durch seine Rolle als Dr. John Dorian aus der US-Ärzteserie "Scrubs" aufgefallen. Doch er hat bei weitem mehr auf dem Kasten und das hat er mit dieser Indie-Perle "Garden State" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und das es sich hierbei um das Regiedebüt, Debüt als Drehbuchautor und die erste grosse Rolle für Zach Braff handelt, ist dem Film um so höher anzurechnen. Braff hat eine Geschichte geschaffen voller faszinierender Charaktere, eine Geschichte die einen zugleich um Lachen bringt aber auch berührt. Auch Braff's schauspielerisches Potential kommt hier erstmals richtig zum tragen und er liefert eine phantastische Darbietung ab.

Nach und nach erfahren wir immer mehr über Andrew und seine Vergangenheit. Bei der Beerdigung seiner Mutter, kann er trotz aller Bemühungen keine Träne vergießen. Dort trifft er auch seinen alten Jugendfreund Mark (Peter Sarsgaard) wieder, der auf dem Friedhof arbeitet. Mark ist eine dieser skurrilen und interessanten Figuren in Braff's Geschichte. Dieser wohnt zwar noch bei seiner Mutter, kommt aber trotz der wenigen Arbeit irgendwie über die Runden und hat auch gewisse Methoden wie er zu Geld kommt. Ebenso versteht er es mit seinen anderen Freunden, z.B. dem Erfinder des geräuschlosen Klettverschlusses wilde Party's zu feiern.

Da Largeman immer wieder Schübe von stechenden Kopfschmerzen hat, verschafft ihm sein Vater einen Termin im Krankenhaus. Dort lernt er die liebenswerte notorische Lügnerin Sam (Natalie Portman) kennen. Die im Grunde ebenso ein Sonderling ist wie er. Portman ist hier der reinste Zucker, dass Süßeste was die Kinoleinwand seit langem erfüllte - einfach zum Verlieben. Es ist einfach herrlich ihr in den Momenten zwischen Andrew und Sam zuzusehen ...

Und "Garden State" glänzt nicht nur mit diesen skurrilen Figuren, sondern auch mit allerhand skurrilen Momenten. So z.B. das T-Shirt mit Tapeten Muster, welches Largeman beim Leichenschmaus anprobieren muss. Oder aber die Beerdigung von einem von Sam's Hamstern, auf ihrem hauseigenen Tierfriedhof... Das sind nur zwei der zahlreichen skurrilen Geschehnisse in "Garden State", die den Film zu etwas besonderem machen.

Ein weiteres Highlight des Films stellt auch der ausgezeichnete Soundtrack dar, mit Liedern von Coldplay, Nick Drake und vielen weiteren. Eine perfekte Mischung aus Melancholie und guter Laune! Ein rundum gelungenes Werk und der Indie-Tipp schlechthin. Man darf gespannt sein was in Zukunft von Zach Braff kommt, bleibt zu hoffen, dass er auch die Chance dazu erhält.

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