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Bravo! Regisseur, Autor und Hauptdarsteller in Personalunion Zach Braff gelang mit "Garden State" die Independentfilm-Überraschung dieses Jahres. Lebensklug, subtil und mit unendlicher Sympathie erzählt der Film von der Selbstfindung eines jungen Mannes. Das ist so herzerwärmend und aus dem Leben gegriffen, dass es den Zuschauer beinahe zu Tränen rührt.

Dabei werden Lebensweisheiten so unkonventionell und erfrischend vorgetragen, dass nie das Gefühl der Anwesenheit eines moralinsauren Zeigefingers aufkommt. Allein die Szene am Abgrund im Regen (sehr metaphorisch - interpretier, interpretier) ist so voller Magie und doch so alltagsverwurzelt, dass man Zach Braff für so viel Feinsinn und Lebensbejahung nur danken will und das nicht genug.

Dass er Natalie Portman für die Rolle der Sam verpflichten konnte, bereichert den ohnehin genialen Film noch ungemein: spiegelbildlich zu Schauspieler Andrew (Zach Braff) ist sie so verletzlich und doch so weise, dass man sie am liebsten nur umarmen und knuddeln möchte, während er bis dahin fremd und naiv bedröhnt durchs leben wankte. Die anderen Figuren sind ebenso skurril wie charmant und eigenständig. Obwohl er gegen Ende etwas nah am sentimentalen Kitsch vorbeischrammt (ich denke aber, genau das brauchte der Film), ist "Garden State" für mich der beste Film des diesjährigen Kinojahres (noch vor "Sin City").

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