Eine beachtliche Leistung legte Zach Braff mit seinem Regiedebüt hin,eindrucksvolle Bilder durchziehen diesen tragisch-komischen Streifen wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Andrew fristet ein trostloses Dasein als Kleinschauspieler.Seine Mutter stirbt und er kehrt zur Beerdigung nach neun Jahren in seinen Heimatort zurück.Der Kontakt zu seinem Vater ist distanziert.Andrew trifft alte Schulfreunde und lernt Sam kennen,die in ihm einen Selbstfindungsprozess auslöst,so dass er sich seinen Problemen stellen kann.
Für ein Debüt wirklich nicht schlecht.Eine wahre Fundgrube an metaphorischen Bildern,die alle einen Sinn ergeben und einen Teil des zunächst verschlossenen Andrew widerspiegeln.
Dabei gibt es einige Szenen,die zum Brüllen komisch sind(T-Shirt/Tapete,Hund am Knie,alter Schulfreund als Polizist)aber auch sehr nachdenkliche,die ein angenehm ausgewogenes Gleichgewicht schaffen.
Entscheidend für die Wirkung des Streifens ist definitiv Natalie Portman,eine unglaublich charmante und zuckersüße Erscheinung,die mit natürlicher Lebensfreude sicher nicht nur den männlichen Zuschauer begeistert.Insofern ist es kaum verwunderlich,dass sie Andrews Gefühle erweckt und er beginnt aufzublühen.
Auch Zach Braff überzeugt mit Minimalismus,was durchaus positiv gemeint ist.Nicht nur äußerlich erinnert er mich stark an John Ritter.
Was mir bei all den tollen Ideen und skurrilen Bildern fehlt,ist ein Fazit,eine Auflösung – und ich meine damit nicht die Liebesgeschichte,mit dem etwas kitschig geratenen Ende.
Der Charakter Andrew hat mir den Zugang in seine Gefühlswelt nicht allzu leicht gemacht,nachdem es spätestens mit dem erlösenden Schrei am Abgrund schlagartig bergauf ging,fällt das für eine emotionale Schlusspointe doch eher zu gering aus.
Ein etwas anderer Film,sympathisch und wohltuend und schauspielerisch sehr überzeugend,jedoch nicht mit dem letzten Quäntchen Pfiff,das mir am Ende etwas gefehlt hat.
7 von 10 Punkten