Wenn man Regisseur und Hauptdarsteller Zach Braff lediglich aus der TV-Serie "Scrubs" kennt, muss man sich erstmal etwas umgewöhnen - die Hysterie und der Slapstick sind gewichen, das Sammelsorium an skurillen Figuren ist allerdings geblieben...
Natalie Portman bezirzte vor Jahren in "Beautiful Girls" auf ähnliche Weise den Heimkehrer aus der großen Stadt Timothy Hutton, der erstaunt und wehmütig den Lauf der Dinge betrachtete. Mit der gleichen Melancholie bzw. Nostalgie ist Braffs Regie-Debüt durchzogen, immer in gekonnter Balance zwischen Absurditäten und vieler kleiner Wahrheiten, das in einer finalen Odysee durch seine alte Heimat und den bevölkernden Charakteren seinen wunderschönen Höhepunkt findet...
Im Grunde konnte nichts schiefgehen. Braff wärmt seine beliebte "Scrubs"-Rolle des Fixpunkts in einem abgedrehten Mikrokosmos auf, während Natalie Portman nach dem ganzen "StarWars"-Blödsinn endlich mal wieder eine volle Breitseite ihres Charme-Potentials abfeuern darf, von der jede Ladung treffsicher sitzt. Die beiden ergänzen sich einfach wunderbar und mit großer Leichtigkeit wird ihre Zuneigung umschrieben...
Das Hauptaugenmerk liegt allerdings deutlich auf das Kuriosum der diversen Neben-Figuren. Früh ist deutlich, dass zwischen Sam und Larges Verhältnis im Verlauf des Films kein Zweifel bestehen wird, was ein Mitfiebern in deren Beziehung nicht ermöglicht und man selten über das Betrachten hinauskommt.
Zum großen Finale findet die Regie dann aber doch noch die richtigen Knöpfe und wenn FrouFrou musikalisch Larges große Erkenntnis einleitet, dann ist das mit Sicherheit nicht wahnsinnig originell umgesetzt, aber "Garden State" packt einen endlich bei den Eiern und drückt so fest zu, dass einem doch noch die Tränchen in die Augen schießen...Glückwunsch, Mr. Braff - ein tolles Film-Debüt! Verneige mich in Ehrfurcht...
Übrigens: die DVD bietet zwei tolle und sehr informative Regie-Kommentare, deleted Scenes, von denen man besonders die mit Ian Holm hervorheben muss und gottseidank O-Ton...