Handlungsanriß:
Andrew ist 26 Jahre, emotional abgestumpft und hat keine Ahnung, wohin es im Leben gehen soll. Da erreicht ihn der Anruf seines Vaters, daß seine Mutter gestorben ist.
Nach 9 Jahren kehrt er erstmals zurück an den Ort, an dem er aufwuchs. Da trifft er die flippige Samantha und sein Leben ändert sich grundlegend.
Meinung:
Zunächst ein Nachtrag: Normalerweise vermeide ich Spoiler in den Reviews. Hier ist mir das nicht gut gelungen. Daher Vorsicht beim Lesen.
Dieser Film ist traurig, witzig und ergreifend zugleich. Keines der Elemente überwiegt dabei klar, so daß eine Klassifizierung nicht leicht fällt. Ist auch egal. Wahrscheinlich trifft es "Einfach ein schöner Film" am ehesten.
Es wird die Entwicklung des Hauptcharakters einigermaßen glaubhaft aber dennoch anhand äußerst skurriler Ereignisse erzählt. Dadurch ist der Film, auch wenn es eine "echte Handlung" gibt, immer interessant und weiß zu überraschen.
Zunächst ist Andrew fast ohne jede Emotion. Eigentlich ist er Schauspieler, aber mangels passender Angebote geht er nun abgestumpft seiner tristen Tätigkeit als Kellner nach.
Der Film beginnt mit einer Traumsequenz, in der Andrew in einem abstürzenden Flugzeug sitzt und als einziger Passagier kein Anzeichen von Panik erkennen läßt. Kaum verwunderlich, denn später wird klar, daß er den Tod kaum zu fürchten hat, da er in der Situation, wie sie sich anfangs darstellt, eigentlich schon tot ist.
Selbst der Tod seiner Mutter löst keinerlei Empfindung in ihm aus. Stoisch beobachtet er die Beerdigung.
Als er im Wartezimmer eines Arztes auf die hübsche Samantha trifft, beginnt für ihn eine Art Erwachen. Stück für Stück entdeckt er seine Emotionen wieder und taut aus seiner Starre auf. Samantha ist auf ihre Art auch ein wenig seltsam, kommt dabei - wunderbar gespielt von Natalie Portman - aber stets liebenswert rüber. Auch dem Zuschauer fällt es schwer, von ihrer lebensfrohen Art nicht verzaubert zu werden. (Ging mir jedenfalls so. Die ist echt niedlich sag ich euch!)
Klar, daß Andrew sich nach und nach ganz massiv in sie verliebt.
Auch die anderen Charaktere im Film sind sympathisch, auch wenn alle irgendwie spleenig sind.
Man kann sehr viel in alle möglichen Szenen des Filmes hineininterpretieren, da der Streifen auch durch seine etwas andersartige Machart eine immense Tiefe suggeriert. Da ich aber nicht weiß, ob das wirklich in allen Punkten so beabsichtigt war, werde ich darüber hier lieber nicht spekulieren.
So oder so bleibt es als positiv festzuhalten, daß "Garden State" zum Nachdenken anregt, ohne sich dabei als unzugänglich zu präsentieren.
Der Schluß des Filmes ist vielleicht ein wenig kitschig, aber das ist für mich völlig in Ordnung. Ich als Zuschauer will genau das sehen. ;-)
Andrew will erst abreisen, um sich über seine Gefühle klar zu werden. Dann wird ihm auf dem Weg ins Flugzeug jedoch klar, was ihm wirklich wichtig ist, nämlich Samantha und ihre Liebe.
Schnell eilt er zurück, um sie in die Arme zu schließen.
Er schaut seine Freundin an und die beiden fragen sich "Und was machen wir nun? Wie soll es weitergehen?" Völlig egal! Denn Hauptsache ist, daß sie sich haben und den Augenblick leben.
Alles weitere hat sich daraus zu ergeben. Nicht umgekehrt.
Darum geht es im Leben.
Ein wirklich schöner Film.