Review

Story:
Der in Los Angeles lebende, erfolglose Schauspieler Andrew „Large“ Largeman hat es in den letzten neun Jahren immer wieder geschafft, Besuche in seiner Heimatstadt in New Jersey zu vermeiden. Hauptsächlich um den zwangsläufigen Konfrontationen mit seinem Vater aus dem Weg zu gehen. Aber als Large's Mutter stirbt, muss er an den Ort seiner Jugend zurückkehren und feststellen, dass sich die Dinge nicht verändert haben. Gleichzeitig erwartet ihn ein Wiedersehen mit alten Freunden, wie den Totengräber Mark und eine unverhoffte Bekanntschaft mit Sam. Eine ungewöhnliche junge Frau, die Large ermutigt sein Herz für neue Lebenserfahrungen zu öffnen…


Kritik:
Eigentlich muss ich mich schämen, dass ich bis eben diesen Film noch nicht gesehen hatte - als Natalie Portman-Fan! Ich weiß auch nicht, irgendwie ist der Streifen an mir vorbeigegangen. Dies aber völlig zu Unrecht, denn Garden State ist schon ein kleines Meisterwerk. Dabei ist die Story gar nicht mal so überragend oder neuartig. In etwa ähnelt sie und der Stil von Elizabethtown und Lovesong for Bobby Long.

Die große Stärke des Films sind die hervorragend charakterisierten Personen, die von guten Schauspielern, die alle eine klasse Leistung abliefern, dargestellt werden. Besonders sticht Natalie Portman hervor und das sage ich nicht nur, weil sie eine meiner Lieblingsschauspielerinnen ist, sondern weil ihre Leistung einfach großartig ist. Die Rolle der Samantha ist ihr wie auf den Leib geschnitten. Sie verkörpert dieses lebensfrohe, impulsive Mädchen, welches ihre Macken - wie das notorische, aber nie bös gemeinte Lügen - sowas von perfekt! Wenn sie im Film lächelt (und das tut sie oft) muss man einfach mitlächeln. Ihr Auftreten wirkt total natürlich und ganz und gar nicht gespielt. Während dem Schauen dieses Films habe ich mich endgültig in Natalie Portman verliebt.
Zach Braff spielt auch klasse. Sein Augenspiel ist echt witzig und auch er passt super in die Rolle. Die Dreifachbesetzung als Autor, Schauspieler und Regisseur hat er gekonnt gemeistert. Zach Braff sagte, dass 85 % des Hauptcharakters er selbst und seine eigenen Erfahrungen seien. Das merkt man anhand der überzeugenden und glaubhaftigen Darstellung.



"Du bist nicht behindert?"
Sam

Der Film wirkt, sobald der erste Sympathiefunke für die Charaktere übergesprungen ist und man förmlich ins Geschehen dieser wunderschönen Tragi-Komödie mit dem Thema der Selbstfindung gezogen wird. Zach Braff hat merkbar viel Liebe in diesen Film gesteckt. Seine ruhige und leise Erzählweise ist ebenso gelungen, wie die immer wieder schön anzusehenden Szenen voller Witz und teils auch Ironie welche meinen Geschmack von Humor voll getroffen hat und in keinem Moment unpassend oder aufgesetzt wirkt. Somit wird dem Zuschauer fast während dem gesamten Film ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.



"Du bist gerade total woanders, oder?"
Sam

Innovativ fand ich die Inszenierung der romantischen Szenen bzw. die ganze Entwicklung der Beziehung zwischen Andrew und Sam. Keine Spur von Kitsch.
Spoiler:
Als Andrew Sam nach Hause fährt und noch mit ihr nach oben in ihr Zimmer geht und die Szene auf dem Hamsterfriedhof sowie die am Kamin sind doch einfach nur genial, witzig und gefühlvoll. Ganz große Klasse fand ich aber auch ihr erstes Aufeinandertreffen im Warteraum beim Neurologen.

Eine perfekte Auswahl ist Zach Braff nicht nur beim Cast sondern auch beim Soundtrack gelungen. Hier passt wirklich jeder Track zur gezeigten Szene.
Außerdem gefielen mir die Dialoge sehr. Ich könnte fast jeden 3. Satz hier zitieren, deswegen habe ich einige besonders schöne hier in der Review zitiert.



"Gefallen bringen Stress und
die schlimmsten Gefallen sind die,
bei denen es um Geld geht."
Mark

Bei so viel Lob ist eigentlich noch kaum Platz, um etwas zu bemängeln. Negativ ist mir auch eigentlich nichts besonderes aufgefallen. Lediglich ein paar Szenen, z.B. die mit den Freunden hätte man erweitern oder das Ende etwas anders gestalten können.
Insgesamt hat mir der Film sogar einen Tick besser gefallen als Elizabethtown. Kein Film für diejenigen, die nur auf Action und "coole" Charaktere stehen. Garden State ist ein ruhiger Film mit einer ernsten Thematik, die durch Humor und einer kleinen Liebesgeschichte aufgelockert wird.



"Wenn Du nicht über Dich selbst lachen kannst,
kommt Dir das Leben viel länger vor als Dir lieb ist."
Sam


Film: 9/10

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