Es kommt nicht oft vor das mich ein Film dieser Gattung berührt. Das hat nichts mit der Abgestumpftheit meinererseits zu tun, sondern ist einzig und allein daran geschuldet, dass ich solche Geschichten nicht sonderlich glaubwürdig finde und gerade im Genre der Romantischen Komödie wird relativ offensichtlich versucht die Gefühle der Zuschauer zu manipulieren. Nur am Ende fällt Garden State ein wenig in dieses Klischee, ansonsten ist dieser Film so wunderbar, so komisch, so traurig, so seltsam und so real wie das wahre Leben.
Liest man sich die Inhaltsangabe von Garden State durch so vermutet man eine altbekannte, nach Schema F verlaufende Geschichte, doch sieht man sich Zach Braffs großartiges Regiedebüt an, so wird man bereits in den ersten Minuten feststellen das dies nicht der Fall ist.
Viele Situationen sind zwar leicht überzeichnet, aber dennoch glaubhaft. Vor allem die Dialoge sind einfach klasse geschrieben und vermitteln einen subtilen Humor welcher einfach großartig ist. Garden State ist voll von einzigartigen Charakteren, die einiges an Profil vorzuweisen haben. Meisterschaft erwirbt der aus Scrubs bekannte Braff besonders in der Gestaltung der Beziehung zwischen „seiner“ Figur Andrew und der von Natalie Portman großartig gespielten Sam. Die vorher nicht gerade in meiner Gunst hoch angesiedelte Portman kommt hier allerdings so natürlich, so unglaublich sympathisch und liebenswert daher, dass ich allen vorher gelesenen Kritiken zustimmen muss.
Dabei stimmt gerade die Chemie zwischen ihr und Braff so auf den Punkt genau, wie ich es bisher bei noch keinem anderen Leinwandpaar gesehen habe. Wie kitschfrei Braff das Zusammenkommen der beiden inszeniert und geschrieben hat, ist einfach ganz großes Kino.
Doch in Garden State geht es noch um viel mehr als diese Romanze. Der Film ist auch ein relativ genaues Generationenporträt. Auch wenn sich dieses eigentlich auf die Mittzwanziger bezieht, fühlte ich mich auch angesprochen.
Die Inszenierung und der Soundtrack bieten keinen Anlass zum Tadel. Man sieht dem Film zu keiner Zeit an das es sich um ein Debüt handelt. Zu den Schauspielern wurde ja bereits alles gesagt.
Fazit: Garden State ist ein emotional bewegender Film, der ebenso melancholisch wie witzig ist. Eine Aufforderung seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und das Leben zu genießen. Kurz um: Der Film macht es einem verdammt schwer ihn nicht zu mögen. Nur am Ende wird der Film dann kitschig. Nur so richtig böse kann man ihm zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr sein.
9,5/10