Zach Braff ist für mich ein Genie. Nachdem er schauspielerisch bereits in der einzigartigen Serie "Scrubs" als urkomischer Tagträumer überzeugt und die moderne Version des weinenden Clowns definiert hat, musste eine neue Herausforderung her. Ein Kinofilm über einen orientierungslosen Mittzwanziger im größten Tief seines bisherigen Lebens sollte es werden und heraus sprang ein gewaltiger Orkan der ruhigen Gefühle, die jeder nachvollziehen kann, der jemals Liebe und Trauer eingeatmet hat.
Mit "Garden State" kreiert Braff als Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur einen detaillierten Mikrokosmos um den melancholischen Protagonisten Andrew Largeman, der sich von Familie und früheren Freunden komplett distanziert hat. Der Tod seiner Mutter und die damit verbundene Beerdigung zwingt ihn nun aber zurück in eine Welt, welche sich über die Jahre längst entfremdet hat. Doch wie das Leben so spielt, entzündet sich auf dem Tiefpunkt von Trauer, Trübsinn und Emotionslosigkeit eine Flamme der Hoffnung auf ein Leben, welches doch noch einen Sinn ergibt. Als die ebenso bezaubernde wie verrückte Sam in sein Leben tritt, ändert sich für Andrew alles. Sie eröffnet ihm neue Sichtweisen auf die Dinge und entfacht in ihm das niemals zuvor erlebte Gefühl der Geborgenheit.
Mit "Garden State" gelang Zach Braff einer der schönsten Filme aller Zeiten und ein wundervolles Zugeständnis an die Probleme des Erwachsenwerdens, welches eigentlich erst einsetzt, wenn man auf Basis selbstloser Gefühle für jemanden die Verantwortung übernehmen möchte. Gepaart mit traumwandlerischen Musikstücken, die das Leben und seine Fehler besingen, gestaltet Braff kuriose und wundersame Situationen im eigentlich normalsten Umfeld eines Menschen, seiner Heimat. Am Ende bleibt ein Film, bei dem Tränen fließen werden. Diese sanfte Dramödie ist ein emotionales Meisterwerk und mein absoluter Lieblingsfilm.