Inspector Lewis Erskine vom amerikanischen Federal Bureau of Investigation (FBI) hat es ausnahmslos mit hochbrisanten Fällen zu tun. Der ruhige FBI-Agent hat seine ganz eigene Methode, um die Gangster zur Strecke zu bringen. Er geht langsam, beinahe emotionslos, aber methodisch und mit Beweisen untermauert vor - und hat immer Erfolg. Das läßt ihn bei Arthur Ward, dem Assistenten des FBI-Bosses, in gutem Licht dastehen. Zu Erskines Helfern gehören zu Beginn seine Tochter Barbara, später die Special Agents Jim Rhodes, Tom Colby und Chris Daniels
FBO ist so eine der klassischen 60er Jahre Serien, die noch nicht durch besonders viel Humor a la Stephen J Cannell glänzen, sondern noch durch hart ehrlich Ermittlungen seitens der Bundesbehörde in Erscheinung treten. Die Fälle basieren dabei sogar auf real existierenden Ermittlungen und die Macher bekamen sogar für die Show Unterstützung von höchste Stelle und durften sogar in der Zentrale in Washington drehen, was sogar J. Edgar Hoover persönlich möglich machte.
Und genau da liegt auch die Krux begraben. Denn es wurde von offizieller Seite einfach viel zu viel in die Handlung eingegriffen. Das FBI strahlt hier stets sauber, weiß und rein, die Agenten furzen Tannenduft und alle Aktionen sind stets im Sinne der Vorschriften und geltendem Recht. Eine Science Fiction Welt sozusagen, wenn man diverse Skandale bedenkt. So endete die Reihe auch nach neun Jahren pünktlich mit dem Watergate Skandal, aber nach immerhin 240 Folgen, was ja eine sehr lange Laufzeit ist.
Die Serie lief in Deutschlan vor allem in den 80ern die privaten Kanäle rauf und runter. In einer Dreiviertelstunde wurde von Drogen, Entführung, Mord etc. die komplette Palette des Verbrechens abgearbeitet. Persönliche Momente und knackige Oneliner kommen kaum vor, zumal Erskines Tochter ziemlich schnell aus der Serie rausgeschrieben wurde, die wenigstens noch einen Freund in Polizeireihen hatte, was Daddy Lewis wenig schmeckte da seine Frau im Einsatz dummerweise erschossen wurde.
Immerhin ist die Vorgehensweise der Agenten sehr nah am echten Leben, viele Mitarbeiter des FBI waren dabei beratend tätig, so daß (bis eben auf die aufgesetzte Glorifizierung) stets die Action nahe an der Realität war. In den USA sprang der Darsteller Efrem Zimbalist am Ende einer Folge sogar immer aus der Reihe und präsentierte in bester Aktenzeichen XY Manier aktuelle Fandungsfotos wirklicher Verbrecher, was auch eine seltsame Kombination darstellt.
Auch wenn die Serie im Grunde ganz nett anzuschauen war, wäre auch mal ein wenig Kritik an den eigenen Reihen gelegentlich einfach wünschenswert. Hier ist alles einfach zu glatt und poliert, auch ein Comebackversuch der Show in den 80ern scheiterte kläglich. Es gibt jedenfalls bessere Krimiserien. 4/10