Review

Nummer 6 lebt... und killt!


„Deadly Friend“ ist zwar keiner der mehreren TV-Filme von Horrormeister Wes Craven, aber dennoch ziemlich unterschätzt und in Vergessenheit geraten. Er handelt von einem jungen und ambitionierten Computergenie, der zuerst einen extrem intelligenten Roboter namens BB baut und dessen speziellen Chip dann später in den Kopf seiner toten Freundin einpflanzt - mit tödlichen Folgen in dieser sehr campy Frankensteinversion mit der bezaubernden Kristy Swanson. Only in the 80s, Baby! 

Wes Craven hat bessere Filme in seinem Repertoire. Aber auch viele wesentlich schwächere! „Deadly Friend“ würde ich als absolutes, spritziges Guilty Pleasure-Material betrachten. Kristy war, ist, bleibt ein Traum, BB ist drollig und angsteinflössend zugleich, mit seiner seltsamen Gremlins-Stimme, der „Mord durch Basketball“ ist zum Schreien und schlicht unvergleichlich. Und das auch noch an Mutter Fratelli!!! Die damalige Angst vor Computern und künstlichen Intelligenzen kam wohl nie käsiger und selten unterhaltsamer daher. „Chopping Mall“ mal außen vor. Aus heutiger Sicht deutlich angestaubt, klarer Quatsch. Zudem mit erstaunlich wenig Charakterzeichnung, einigen ins Leere laufenden Nebenhandlungen und einem lächerlichen (wenn auch zur Stimmung des Films passenden) Ende. Außerdem guckte Craven hier teilweise deutlich bei sich selbst und seiner alpträumerischen Elm Street ab. Doch das spielt alles zweite Geige, wenn ein Film dermaßen Laune macht - selbst wenn ich mir nicht sicher bin, ob sich Craven bzw. der Film damals schon klar waren, wie verrückt, trashig und überzogen das alles schon damals wirkte... 

Fazit: BB(Schl)8 - ein simpler, mittlerweile massiv angestaubter, aber dennoch unterschätzter Craven. Mit einigen famosen Spritzereien! BB ist in jeder Beziehung killer! 

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