„Walking Tall“ ist ein weiterer Kinoausflug des Ex-Wrestlers The Rock, der dank guter Action und einem coolen Star besser wegkommt als vermutet. Regisseur Kevin Bray inszenierte einen kurzweiligen, durchweg amüsanten Film, an dem man lediglich die kurze Laufzeit kritisieren könnte.
Dwayne Johnson (alias The Rock) spielt den Heimkehrer Chris Vaughn, der nach acht Jahren Militär zurück in seine Heimatstadt kehrt. Doch was er auffindet, ist nicht dasselbe wie damals. Ein Casinobesitzer herrscht über die Stadt, Chris sagt ihm den Kampf an ...
Große Drehbuchideen darf man hier natürlich nicht erwarten, der Film kommt jedoch ohne Längen und nur wenigen Klischees aus. Das Tempo stimmt, hier wird nicht gelabert sondern geballert (bzw. geschlagen). Das macht den Film auch so interessant. Die Action besteht zum Großteil aus knallharten Faustkämpfen (von denen gibt es eigentlich auch nur drei), in denen The Rock sein Können unter Beweis stellt.
Am Ende gibt’s dann noch eine Truckexplosion und ein bisschen Geballer, bei dem das komplette Sheriff-Büro verwüstet wird. Das Gesehene ist aufwendig und inszenatorisch top, für einen „wirklichen“ Actionfilm jedoch ein bisschen zu wenig. Die Optik ist schick und überzeugt ebenso wie der Schnitt, die Kamera hat leider wenig gute Ideen. Top auch der Südstaaten-Soundtrack, der perfekt zum Flair des Films passt.
Erstaunlich glaubwürdig kommen die Darsteller herüber. Die Charaktere haben mehr Tiefgang als erwartet, The Rock liefert eine tolle Leistung, vor der ich meinen Hut ziehe. Der Mann strahlt Sympathie aus, kann aber auch Ernst werden und sieht beim Fresse polieren richtig cool aus.
Für Humor sorgt Johnny Knoxville, die sexy Ashley Scott („S.W.A.T.“) bietet dagegen etwas für’s Auge. Die Machosprüche ziehen gut, der Humor ist auch erstaunlich gut gelungen.
Fragwürdig bleibt nur, wo dass Budget von rund 55 Millionen Dollar nun geblieben ist, denn so viel Action war nun auch nicht dabei. Zwar bekam The Rock 15 Mille Gage, trotzdem fehlt da noch ein ganzer Haufen Kohle, von der wohl nur die Produzenten (u.a. Ashok Amitraj -> B-Moviefans werden wissen, wer das ist) wissen, wohin das Geld floss.
Der Film floppte, zu Unrecht, sowohl am US-Boxoffice als auch hier in Deutschland. Negativ fällt auch die sehr kurze Laufzeit von knapp 70 Minuten (ohne Abspann) auf. Für einen Kinofilm anno 2004 ist das absolut inakzeptabel, zumal man den Film ohne Probleme hätte Strecken können (z.B. die Wahl zum Sheriff oder das Ende).
Fazit:
„Walking Tall“ ist ein wirklich cooler Streifen mit einem sympathischen Star und anständiger Action. Die Story reißt keine Bäume aus, kommt aber (zum Glück) ohne Längen aus. Abzüge gibt’s für die kurze Laufzeit und der etwas zu wenig vorhandenen Action. Die komplette Inszenierung ist gelungen, die schicke Optik gefällt. Ein rundum gelungenes Spektakel, dass unglaublich Spaß macht. Mehr von diesen Filmen.