Als der Soldat Chris Vaughn wieder in sein kleines Heimatstädtchen zurück kehrt, muss er erfahren, dass sich die Stadt verändert hat. Die alte Mine ist dicht gemacht worden, dafür wurde ein Casino gebaut. Drogen verseuchen die Jugendlichen und auch die Menschen haben sich verändert. Der Sheriff arbeitet für den Casinobesitzer, die Leute leben in Furcht. Chris Vaughn ist entschlossen, das nicht weiter hinzunehmen und geht dagegen an. Nach einer Gerichtsverhandlung, aus der er um Haaresbreite heraus kommt, kandidiert er für das Amt des Sheriffs, es stehen nämlich Neuwahlen an.
Wie der Zufall es so will, wird Chris Vaughn der neue Polizeichef und will dafür Sorgen, das Drogen, Glücksspiel und andere Sünden aus der Stadt vertrieben werden. Er sagt dem Casinobesitzer den Kampf an.Walking Tall stellt einen weiteren Ausflug Dwayne "The Rock" Johnsons in die Gefilde der (B-)Action dar. WELCOME TO THE JUNGLE hatte einen sehr guten Eindruck hinterlassen, und auch seine Rolle in BE COOL hat eine Menge Spaß gemacht. Aber er gehört mit seiner Statur eigentlich eher in (harte) Actioner. Da macht er Spaß, da "rockt er die Bude".
Walking Tall ist nun ein Actioner, oder will es zumindest sein. Wie in WELCOME TO THE JUNGLE hat man ihm einen mehr oder weniger komischen Sidekick an die Seite gestellt, der das Ganze auflockern soll. In diesem Fall ist das Johnny Knoxville, bekannt aus der Jackass-Serie.
Erstaunlicherweise spielt Johnny Knoxville überraschend gut und sorgt tatsächlich für eine tolle Unterstützung von Dwayne Johnson. Er ist nicht albern, es gibt keine pubertären Witze. Er spielt den besten Freund aus vergangenen Tagen liebevoll, ein wenig chaotisch aber in jeder Szene überzeugend. The Rock macht ebenfalls eine gute Figur. In den Fights haut er ordentlich drauf, in den ruhigen Szenen überzeugt er mit der einen oder anderen Mimik, stellt also andere (B-)Actionhelden wie Seagal oder Van Damme locker in die Tasche. Er besitzt das Talent, eiskalt und doch familiär/freundlich zu wirken.
In den Kämpfen werden reichlich Tische und einarmige Banditen zerstört. Dabei wird auf Wrestlingmoves komplett verzichtet (anders als in den Filmen seiner Kollegen John Cena oder Bill Goldberg), hier gibt's auf die 12, ohne viel Schnörkel. Von einer richtigen Choreographie der Fights kann man allerdings nicht sprechen. Dafür wirkt das alles etwas echter, direkter.Besonders unglücklich ist die Wahl des stereotypen Bösewichts. Neal McDonough wirkt oft überfordert (!) und ist unglaublich unsympathisch. Aber der Star ist ja nicht er, sondern "The Rock". Und so ist der Film auch inszeniert, die Logik bleibt völlig auf der Strecke. Dwayne Johnson ist die tragende Figur des Films, er leidet (völlig übertrieben), übersteht eine lächerliche Gerichtsverhandlung, steht als Sieger vor der Tür und darf dann die Sau rauslassen. Das ist dem Unterhaltungswert des Films allerdings sehr zuträglich. Es macht schon eine Menge Spaß, wenn er was demolieren und sich mit den Bad Guys prügeln kann.
Leider bietet Walking Tall zu wenig von den Actionszenen. Sicher ist es toll, in die Beziehungen zu den Familienmitgliedern eingeführt zu werden. Aber das ist dermaßen belanglos und entspricht so einigen Klischees, das der Film an den Stellen droht, in die Langeweile abzudriften. Die Nebenfiguren machen da auch keinen besseren Eindruck und bleiben erschreckend blass. Heraus sticht da nur Ashley Scott als die Jugendliebe des Helden. Aber nicht wegen ihrer herausragenden schauspielerischen Leistungen, sondern auf Grund der Szenen, in die sie hinein rutscht. Wenn das Polizeirevier nahezu komplett zerschossen wird, steht sie wie eine Litfasssäule im Kugelhagel. Das macht keinen Spaß mehr und lässt den Zuschauer stirnrunzelnd in den Sessel fallen.
Ja, der Film ist ein Actionfilm mit Dwayne Johnson und ja, er macht Spaß. Die Actionszenen sind toll inszeniert, es geht eine Menge zu Bruch, es wird viel gekämpft. Auf Schusswechsel verzichtet The Rock, seine gefährlichste Waffe ist ein Holzbalken. Das ist ungewöhnlich und sorgt für coole Fights. Für einen Actionfilm kommt die Action aber deutlich zu kurz, die ruhigen Szenen mit der Familie oder dumpfe Gespräche mit dem Bösewicht überwiegen und ziehen den Film sehr runter.