Review

„Walking tall“, die Geschichte eines Mannes, der mit allen legalen und illegalen Mitteln dem Verbrechen in seiner Heimatstadt ein Ende setzen will und dabei keinen Millimeter von seiner einmal eingeschlagenen Richtung abweicht, weiß mich zu überzeugen.

Zunächst zwei (kleine) Schwachpunkte des Films:
a) Die Kürze! Mit seinen nur 85 Minuten Spielzeit ist die Story so schnell erzählt, dass das zweite Bier im Kino noch nicht leergetrunken ist. Die erzählte Zeit wird auffallend wenig von der Erzählzeit abgedeckt. Warum das gemacht wurde weiß ich nicht, und da dieser Film hier beileibe nicht schlecht ist, stört mich das!
b) Der Gewaltfaktor! Ich bin der Meinung, dass Actionfilme dieser Art nicht vor der sehr detaillierten Darstellung von Gewalt zurückschrecken sollten. Denn erstens fügt sich die graphische Gewaltdarstellung absolut in das Plot ein, wirkt also alles andere als befremdend, und zweitens sind die Leute, die an filmischer Gewalt Anstoß nehmen, meistens sowieso keine Fans eines solchen Films und seiner Aussage. Wozu sollte man also hier Rücksicht nehmen. Der finanzielle Aspekt und die diesbezügliche Begründung, dass man einen gewalttätigen Film nur einer kleineren Zuschauermenge präsentieren kann, lasse ich mir aber eingehen. Schließlich will der Regisseur und vor allem die Filmfirma Geld verdienen.

Die Vorteile des Films überwiegen aber klar. Der Schwarzenegger-Nachfolger macht einen passablen Job und lässt irgendwie in keinster Weise das Gefühl aufkommen, er wolle nur imitieren oder billig die Rolle runterreißen. Die Story ist zwar einfach und schon dutzendfach verfilmt, aber wirklich gut „aufgegossen“. Der passionierte Actionfan kann sich wirklich nicht beschweren.
Ich persönlich nehme auch überhaupt keinen Anstoß an der Aussage des Films, nämlich dass der Zweck manchmal die Mittel heiligt, dass dem Schlechten nicht nachgegeben werden darf und dass sich Korruption und dauerhafter Frieden nicht vereinbaren lassen. Der (staatsdienende) Protagonist bedient sich hier jedem möglichen Mittel, Informationen einzuholen oder sich seiner Feinde am Besten gleich gänzlich zu entledigen. Auch wenn ich selbstverständlich sehr froh bin, dass derartiges in der westlichen, „christlich-humanistisch“ geprägten Industriegesellschaft wohl nur sehr selten möglich ist, gefällt mir die gedankliche und filmische Spielerei mit dem hier dargebotenen Konzept zur Lösung solcher Probleme. Was bei Steven Seagal schon so oft so sympathisch und gewaltmaximiert zelebriert wurde, kommt hier in etwas abgespeckter Form auch zum Zug: Der Gute vernichtet das Böse und bedient sich hierbei gesellschaftlich geächteter Methoden.
Wie bereits erwähnt, es ist zwar die etwas harmlosere Variante, aber es ist eben auch eine Möglichkeit der Umsetzung – und sicher nicht nur ein Versuch!

Für mich ein Bilderbuch Achtpunktefilm!
8/10 Punkten

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