Inhalt:
China während der spätmittelalterlichen Ming-Dynastie. Yu Jian Ping (Tien Feng) ist der angesehene Leiter des "An Ping Security Bureau", eines Begleitschutz-Unternehmens, welches kostbare Güter sicher geleitend transportiert. Der tapfere Kämpfer Qiao Mao (Lo Lieh) ist der beste Schüler von Yu Jian Ping, doch soll dessen Sohn Yu Hua (Ho Ming-Chung), ebenso tapfer doch auch etwas naiv, den nächsten Geleitzug dirigieren. Es gilt, 200.000 Silber-Tael an Soldatensold zu bewachen und den Transport sicherzustellen.
Qiao Mao äußert seine Skepsis darüber, zumal Yu Hua noch nicht alle Techniken der von Yu Jian Pings "12 Deadly Coins" genannten und ausgeübten Kampfart beherrscht. Alle Warnungen von Qiao Mao in den Wind schlagend, wird Yu Huas Treck brutal überfallen, und fast alle Bewacher fallen in einem blutigen Kampf! Nur Yu Hua, sowie die junge Kämpferin Liu Qing (Chen Weng-Ching) und der zähe Fighter Ming Yi (Chao Hsiung) überleben teils schwer verletzt das Massaker.
Qiao Mao der die Banditen verfolgt, wird indes für einen Verräter gehalten. Er hilft nach dem Überfall den Überlebenden nicht, und vor allem...: Er tötet die schöne Rung Er (Ching Li) nicht, die die Adoptiv-Tochter des für den Überfall verantwortlichen Triaden-Bosses Yuan Cheng Lieh (Fang Mien) ist, obwohl Qiao Mao während des Angriffs die Gelegenheit dazu gehabt hätte. Doch er bringt es nicht übers Herz, die attraktive Banditin zu töten, und verfolgt stattdessen die Gangster. Bis in deren Quartier. Dort wird Qiao Mao indes überwältigt, schwer gefoltert, und er soll dann -zusammen mit Rung Er, die ebenso als Verräterin gilt, nunmehr für die Triaden, und die offenbar in Qiao Mao verliebt ist- durch langsames Ertränken grausam hingerichtet werden. Doch gelingt ihm tatsächlich dem zu entgehen und eine dramatische Flucht!
Yu Hua, Liu Qing und Ming Yi erreichen Yu Jiang Ping und seinen Sicherheits-Service. Yu ist schwer in Ungnade gefallen, seine Frau Shiou Wen (Lin Jing) wird von den Behörden als Geisel genommen. Kann Yu Jiang Ping die 200.000 Silber-Tael nicht wiederbeschaffen, droht ihr die Exekution, wohl durch das für solche Vergehene vorgesehene langsame Zerstückeln ihres Körpers. Yu Jiang Ping, Yu Hua, Liu Qing und Ming Yi machen sich auf den beschwerlichen Weg, um Yuan Cheng Lieh und seine Triaden zu stellen, Yu Jiang Ping und Yuan Cheng Lieh stehen in einem speziellen Verhältnis zueinander und eine alte Fehde schwelt zwischen ihnen.
Der geflohene Qiao Mao erreicht indes die 4. Er gilt immer noch als Verräter, doch um seine Unschuld und Loyalität zu beweisen, schlägt er sich sogar eine seiner Hände ab! Die 5 gelangen letztlich zum Anwesen der Triaden. Wird es Qiao Mao gelingen, die gefangene und misshandelte Rung Er zu befreien, und die 200.000 Silber-Tael sicherzustellen?
Ein so blutiger wie dramatischer Kampf auf Leben oder Tod ist unausweichlich...!
Kritik:
Im Jahre 1969 drehte Regisseur Hsu Tseng-Hung für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong diesen insgesamt soliden und melodramatisch in Szene gesetzten WuXia-Eastern.
Einmal mehr in gediegener, sich verdichtender Atmosphäre, bildkompositorisch ansprechend, gelang ein insgesamt noch gut unterhaltender Eastern. Regisseur Hsu Tseng-Hung nutzt die Hochglanz-Optik der Shaw-Studios hier indes kaum, geht lieber raus in altchinesisch-authentisch nachgebaute Kulissen open air, oder in weite Hügel-Landschaften, in denen die Protagonisten unter strahlend blauem Himmel und südchinesischer Sonne reiten und agieren. Das sorgt für eine etwas andere, aber auch gediegen-schöne Shaw-Atmosphäre.
Zudem sind die Darstellungen intensiv, überzeugen die Schauspieler*Innen, mündet alles in einen dramatisch-blutigen Show-Down, die Fightaction ist von den Star-Choreografen Tang Chia und Lau Kar Leung entworfen und für anno ´69 kernig und intensiv-gelungen.
Gut gut. Aber Hsu Tseng-Hungs WuXia-Eastern krankt an etwas anderem: Die an sich einfache Story, hätte man gerafft und auf das Wesentliche eingedampft in 45 Minuten abhandeln können. Der Streifen dauert aber 84 Minuten, klingt gar nicht so lange. Aber durch gedehnte Dialogisierungen, fast schwülstig ausgestaltete Melodramatik ´dass es von der Decke tropft´, zieht sich der Streifen vor allem zur Mitte hin fast wie Kaugummi und Längen können nicht ausbleiben. So kommen einem die 84 Minuten an Laufzeit viel länger vor, selbst im Finale kommt es zu schwülstig-melodramatischen Szenen die den Film unnötig bremsen. Weniger wäre hier mehr gewesen, und eigentlich nur dadurch kommt Hsu Tseng-Hungs Werk nicht auf eine viel bessere Note, als wie es durchaus möglich gewesen wäre.
Das muss man in der Tat bemängeln. Doch hat "Twelve Deadly Coins" seine Stärken, und kann den WuXia- und Shaw Brothers-Fan noch überzeugen und ansprechend unterhalten. Denn die Darsteller*Innen agieren intensiv und die Fightaction von Tang Chia und Lau Kar Leung haut die Sache noch raus.
Lo Lieh ist hier der Held, in interessantem Rollenbild. Seine Figur wird für einen Verräter gehalten, er muss um seine Reputation kämpfen, schlägt sich dafür gar eine Hand ab. Verkniffen-verzweifelt seine Mimik, entsprechend der schwierigen Rolle, und das meistert Lo letztlich bravourös. Seine Partnerin Ching Li, sie und Lo Lieh, hier das Liebespaar auf jeweils gegensätzlichen Seiten, so kann man in der Tat den beiden Verrat unterstellen. Daraus saugt der Streifen insbesondere seine melodramatischen Akzente. Auch Ching Li, deren Figur natürlich verunsichert-verzweifelt ist, agiert intensiv-gekonnt. Und sie, die hier noch blutjung ist, ist äußerst attraktiv und am Beginn einer steilen Kariere bei Shaw, später ja noch mit den Granden des Studios, Chen Kuan Tai, Ti Lung und David Chiang reüssierend.
Tien Feng ist natürlich ein weiterer darstellerischer Pluspunkt dieser Produktion. Einmal mehr der sonore Altmeister, mit souveränem Spiel, selbst dieser Rolle Würde gebend, wo seine Figur doch hier ziemlich in der Tinte steckt. Im Melodram steckt seine Stärke indes auch, doch wie erwähnt, weniger wäre da mehr gewesen. Fang Mien ist sein Gegenspieler, einäugig und eine alte Fehde mit Tien Feng austragend, spielt Fang Mien seinen Part solide runter.
Ho Ming Chung, ein unbekannterer Darsteller, spielt den naiven Sohn von Tien Feng -im Film-, tapfer aber einfältig, und das bringt der Akteur solide-gut rüber. Chao Hsiung ergänzt die Helden-Truppe als zäher Fighter und unverzichtbare Nebenfigur. Die bildschön-attraktive Girlie-Darstellerin Cheng Wen-Ching agiert mega-tapfer in der zweiten weiblichen Rolle, wie Chao Hsiung ergänzt sie die 4-5 Helden die die Triaden-Residenz aufzumischen gedenken. Und ich könnte die hübsche, hier blutjunge Actrice nur von der Bettkante schieben, wäre ich mit Wetterprognose-Beauty Pila Bossman liiert.
Gaststars dieser Produktion sind denn noch Wu Ma, sowie die Fight-Choreografen höchstselbst, hier VOR der Kamera, Tang Chia und Lau Kar Leung.
Die Fightaction der beiden, für anno ´69 einmal mehr klasse, rasant, dynamisch, blutig und intensiv wird hier gestochen und gestorben. Flug- und Trampolin-Einlagen sind im WuXia leider unvermeidlich, halten sich aber noch in Grenzen, etliche Fights -Swordplay- durchziehen das Geschehen, können die schwülstige Melodramatik schwer aber immerhin etwas auflockern. Münzen und eiserne Haken werden zu blitzartig schnellen Geschossen, die rasch töten und den Bodycount hier massiv in die Höhe treiben. Und das Finale ist typisch Shaw Brothers blutig und dramatisch.
"Twelve Deadly Coins", ein weiterer WuXia aus dem gewaltigen Produktions-Kanon der Shaw Brothers in jener Zeit, hat seine Schwäche, aber die Stärken bringen diesen Eastern noch auf solide 6 von 10 Punkten in meiner Bewertung.