Review

Inhalt:

China, in einer früheren Epoche. Der Vater (Shum Lo) von Ah San (Lau Kar Yung), für den KungFu eine große Bedeutung hat, liegt im Sterben. Bevor er stirbt, übergibt er seinem Sohn noch ein Empfehlungsschreiben von Master Chan, für den Instructor Meng Ping, der in einer Stadt die "Zhen Nan"-Klinik leitet.

Ah San erreicht die Stadt, und hat dort gleich mal Ärger mit den Männern von Meng Ping, allen voran Ji (Lam Fei-Wong). Dennoch erhält Ah San von Meng Ping (Tong Kam-Tong) wegen des Empfehlungsschreibens eine Arbeit.

Die Klinik läuft schlecht, da dort letztlich Stümper am Werk sind und blankes Chaos herrscht. So gibt es nur wenig Patienten, und man kommt auf die ach so glorreiche Idee da mal nachzuhelfen. Indem man Menschen in der Stadt zusammenschlägt, die dann in der Klinik versorgt werden sollen.

Ah San spielt da nicht so recht mit, und als er mitbekommt, wie von den Einnahmen der Klinik auch noch ein Offizieller des Ortes geschmiert wird, wollen Meng Ping und dessen Schergen ihn loswerden und töten. Ah San wird brutal zusammengeschlagen und die Schurken lassen ihn im Glauben er sei tot, liegen.

Doch er wird von der schönen Xiao Hong ("Kara" Hui Ying-Hung) gerettet. Diese lebt bei ihrem Paten-Onkel, den man "Drunken Shrimp" (Huang Ha) nennt, und dessen etwas durchgeknallter Frau (Liu Jui-Yi). Nachdem Ah San wieder fit ist, findet er Arbeit beim Gemüse-Händler Onkel Hong (Wong Ching-Ho), der gutmütig und strebsam ist.

Dass Ah San noch am Leben ist, spricht sich bis Meng Ping und den anderen Schurken rum. Onkel Ho wird eine Falle gestellt, und er wird hingerichtet. Und Ah San will seinen Tod rächen...!

Beim Mönch Hai Zhuang (Chiang Chen), der eine Abtei in der Stadt leitet -ein Ableger des Klosters der Shaolin-, lernt Ah San zunächst den "Eight Diagram Pole Fighting"-Stil. Danach kehrt er zu "Drunken Shrimp", dessen Frau und Xiao Hong zurück, um die Technik der "Leper´s Fist" zu erlernen. An Ah San´s Seite steht zeitweise der tapfere "Little Rat" (Sham Chin-Bo).

Es kommt zu einem ersten Show-Down gegen die Schurken, doch reichen Ah San´s Fähigkeiten noch nicht. Im "Leper´s Valley" erhält Ah San den letzten Schliff hinsichtlich seines KungFu. Dann kommt es zum alles entscheidenden Kampf auf Leben oder Tod, in den auch Xiao Hong beherzt eingreift...!

Kritik:

Im Jahre 1979 drehte Regisseur Lo Chi (aka Law Kei) diese Eastern-Kommödie, für die Studios der Shaw Brothers, als KungFu-Klamotte und reinen Unterhaltungsfilm. Und leider ist "The Tigress of Shaolin" einer der schwächeren Streifen der Shaw Brothers, von dem ich mir zuvor definitiv klar mehr versprochen hatte.

Zwar wieder dieses gediegene Shaw-Atmosphäre mit hell-klaren Bildern, den gepflegten Studio-Sets der Shaw Brothers und illustren Außen-Drehorten, aber die läppisch-hanebüchene Story, dumme Gags mit überdrehtem Nonsens und durchgeknallt-chaotischem Wirrwar, machen aus "The Tigress of Shaolin" ein insgesamt schwächliches Werk. Nur wenige Highlights können diesen Eastern noch auf eine halbwegs mittelprächtige Note bringen. Zudem ist der Titel eine Mogelpackung, fast eine Täuschung für einen Fan der Shaw Brothers. Denn "Kara" Hui Ying Hung, im Cast an 2. Stelle genannt, ist eben nicht die bestimmende Titel-Figur, und hat nur eine fast zu vernachlässigende Neben-Rolle, gleichwohl sie mit die besten Szenen in dieser KungFu-Klamotte hat.

Die Story um einen jungen Mann, dessen Rollenbild irgendwie Jackie Chan in seinen großen Erfolgen in jener Zeit ähneln soll, und der von einer Schwulität in die nächste gerät, dann KungFu erlernt, will weitestgehend nicht richtig zünden. Die Geschichte ist so verworren wie läppisch-hanebüchen, manches gerät da durcheinander und man belächelt etwas gequält das ganze Treiben.

Die Highlights sind die Ausbildungssequenzen, als Hauptdarsteller Lau Kar Yung von einem Shaolin-Mönch eine Technik beigebracht wird, und als Lau Kar Yung eine Kata vollführt, mit Anweisungen aus dem Off, und er zeigt, dass er ein KungFu-Kampfkünstler ist. Zudem hat "Kara" Hui Ying Hung zwei starke Auftritte, eine Kampfsequenz so mitten im Streifen, und dann im wirr-chaotischen Finale, das aber Drive hat. Das war´s dann eigentlich auch schon, und das ist in 93 Minuten -der Film ist für einen solchen dieser Art denn zu lang geraten- leider etwas dünn, sprich zu wenig.

Lau Kar Yung aus der Lau-Familie um Lau Kar Leung und Lau Kar Fei, ist hier der Jackie Chan-Verschnitt, der das agil und mit Power in den Action-Sequenzen macht, bemüht ist, aber er kann gegen das maue Script natürlich nicht viel ausrichten. Sham Chin-Bo ist so eine Art Dummie-Sidekick des Helden, taucht auf, wieder ab, dann wieder auf. Huang Ha ist sowas wie eine "Drunken Master"-Parodie, damit auch dieses Erfolgs-Stereotyp der Chan-Filme hier mit abgefrühstückt ist. Ganz lustig, okay, Simon Yuen bleibt indes absolut unerreicht, na ja.

Die Villain-Garde ist weitestgehend ein Witz. Eine lächerliche Truppe, Lam Fei-Wong mal wieder, Mätzchen-Macher vom Dienst bei den Shaw Brothers, au Backe. Den Vogel schießt indes ein Darsteller namens Chan Dik-Hak ab, der im Indianer-Outfit rumläuft und Chaos stiftet. Der Typ nervt, und ist ein nicht wirklich lustiger Trash-Faktor hier. Wer noch etwas Gefährlichkeit verströmt ist Ober-Villain Tong Kam-Tong (aka Tang Chin-Tang), vom Äußeren und überhaupt.

"Kara" Hui Ying Hung wird leider abgespeist, wie oben erwähnt, hat aber mit die besten Szenen. Agil-elastisch in ihren Fightskills, doch ihr schönes KungFu ist viel zu rar eingesetzt, so wie die Actrice selber. Ihre Rolle hätte viel ausgebauter sein müssen, sie wird weit unter Wert hier "verkauft", schade!

Die Shaw-Haudegen Shum Lo und Wong Ching-Ho sind die Gaststars dieser Produktion. Die 2. weibliche Rolle wird von einer Akteurin namens Liu Jui-Yi verkörpert, die eine völlig durchgeknallte Ehegattin für den "Drunken Master"-Verschnitt hier markiert. Au Backe, die Alte nervt, und gegen sie ist Kerstin Breinig fast ´ne Schönheit, au weh. Ich hoffe, das lag am MakeUp, ansonsten ´gute Nacht Marie´.

Die KungFu-Fightaction kann das alles nur etwas bedingt raushauen. Wenn ernsthaft gefightet wird, ist das ganz brauchbar, klassische Techniken, kommen die Mätzchen und Slapstick-Einlagen, zieht es das Ganze -obwohl es ja eine KungFu-Klamotte als Jackie Chan sein soll- eher runter. Furz-Gags bleiben einem nicht erspart, und als "Kara" die erste gute Szene hat, und die "Eight Diagram Pole"-Fighting-Ausbildung ein absolutes Highlight dieses Films ist, ist selbiger schon in der zweiten Hälfte.

Hinzu kommt, dass der beginnende Show-Down dann abgebrochen wird, noch mal Ausbildung -allerdings ziemlich chaotisch im "Leper´s Valley" mit durchgeknallter Horde-, dann aber als weiteres Highlight ganz am Schluss ein dramatischer, gar harter und blutiger Endfight.

Das ist allerdings in der langen Laufzeit zu wenig, "The Tigress of Shaolin" ist denn schnell abgehakt und wenig erinnerungswürdig.

Knappe 4 von 10 Punkten springen da am Ende noch raus, für einen Eastern der Shaw Brothers eine magere Benotung.

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