Inhalt:
China am Ende des 12. Jahrhunderts, als das Land in die nördliche Jin- und die südliche han-chinesische Sung-Dynastie geteilt war. Die nördlichen Jin bedrohen die südlichen Sung zusehends.
Eine junge Schwertkämpferin, die Amazone Ying Qi Fang (Cheng Pei-Pei) befindet sich auf dem Weg zu den "Da Kun"-Bergen, um sich dort auf Wunsch ihres Sifus Priester Xuan Zhen (Ku Wen-Chung) dem patriotischen "Flying Dragon"-Clan unter dem Banner von Lord Xia (Fang Mien) anzuschließen. Dieser Clan bekämpft Verräter, die heimlich mit den immer mehr ins Land eindringenden nördlichen Jin kollaborieren.
Einer dieser Verräter ist Han Shi Xiong (Huang Chung-Hsin), der sich unter einer anderen Identität, sich nunmehr Cai Yi nennend, in den "Flying Dragon"-Clan infiltriert hat. Jener Han Shi Xiong hatte 20 Jahre zuvor zusammen mit einem anderen Verräter, Wei Tong Ming (Lee Wan-Chung), die Familie von Ying Qi Fang ausgelöscht und die Mitglieder der Familie, wie ihren Vater (Tung Li), brutal getötet. Ying Qi Fang wurde indes noch gerettet. Und sie will nunmehr auch den Tod ihrer Familie rächen, sie erreicht den "Flying Dragon"-Clan.
Han Shi Xiong erkennt jedoch die junge Dame, und weiß um die Gefahr die für ihn von ihr ausgeht. Er versucht nunmehr sie heimlich töten zu lassen, als dies misslingt, versteckt er diskret fingierte Beweise in ihren Habseligkeiten, um sie zu diskreditieren und falsche Anschuldigungen wegen Verrats gegen sie zu ermöglichen.
Es kommt zum Kampf, und Ying Qi Fang muss fliehen. Nachdem sie sich bereits mit dem Anführer des "Beggar"-Clans, Qin Shang Yi (Yue Hua), angefreundet hatte, versucht sie nun, diesen zu erreichen.
Gemeinsam gehen die beiden nun gegen alle Verräter vor, Zunächst gegen Wei Tong Min, sowie gegen einen weiteren Verräter, Wu Chang Sheng (Lee Pang-Fei). Als Han Shi Xiong alias "Cai Yi" ein großes Fest zu seinem 50. Geburtstag ausrichtet, stellen ihn Ying Qi Fang und Qin Shang Yi zum alles entscheidenden Kampf. Han Shi Xiongs Geburtstag soll auch zu seinem Todestag werden...!
Es kommt zum gnadenlosen Show-Down, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Ein schöner, starker Eastern!
Im Jahre 1970 drehte Regisseur und Genre-Spezialist Ho Meng-Hwa diesen überaus solide-routinierten und klar konzipiert-unterhaltenden WuXia-Eastern mit dem weiblichen SuperStar, der Schwert-Lady Cheng Pei-Pei, für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong.
Einmal mehr in den edel-atmosphärischen Studio-Sets, aber vornehmlich open air in der authentisch-altchinesischen MovieTown-Kulisse der Shaw Brothers sowie stark gewählten Locations outdoor unter strahlend blauem Himmel und südchinesischer Sonne, erzählt hier Ho Meng-Hwa eine durchgehend spannende Story um Rache, Intrigen und Verrat.
Eine Schwert-Amazone wurde einst als kleines Kind gerettet, als dessen Familie brutal von einem bitter-bösen Villain ausgelöscht wird. 20 Jahre später, nach einer Ausbildung zur Schwertkämpferin, will sie dies rächen. Soweit, so gängig und herrlich klar in seiner Linie, einmal mehr ein Rache-Eastern wie so viele? Nun, Ho Meng-Hwa will natürlich auch die immerhin 84 Minuten an Laufzeit vollbekommen, und würzt alles zusätzlich mit Intrigen und es geht vor allem um Verrat. Daraus komponiert Ho Meng-Hwa einen spannenden und actiongeladenen, routiniert-klaren WuXia-Eastern, der natürlich auch den Ruf von Hauptdarstellerin Cheng Pei-Pei als DIE Swordplay-Lady des Genres weiter festigte.
Die Heldin will Rache, der Villain erkennt sie, sie aber ihn nicht, sie gerät somit in tödliche Gefahr, kann nach einem Kampf fliehen, findet einen wichtigen Verbündeten. Und als diese Linien sauber gezogen, die Eckpfeiler abgesteckt sind, kommt es zum Show-Down in räumlicher Offenheit und typischer Shaw-Atmosphäre. Schön..., einfach nur gut, und den Eastern-Fan und Anhänger des Studios gefällig unterhaltend. Da war ich ganz in meinem Element!
Cheng Pei-Pei, sie festigte hier ihren guten Ruf als weiblicher SuperStar der Shaw Brothers weiter. Sie agiert solide im Spiel, verkörpert hier einmal mehr die taffe Kriegerin, und fightet sich wieder agil-tänzerisch mit dem Schwert durch diesen Streifen und die Reihen zahlreicher Villains. CPP einmal mehr in gewohnter Rolle, die sie mit all ihrer Routine meistert. Die Fans lieben sie für dieses typische Rollenbild.
Wie so oft an ihrer Seite, Yue Hua, auch er agiert solide und überlässt CPP den Vortritt, sie lediglich ergänzend. Mehr braucht es nicht, zum Schluss fightet sich auch Yue Hua durch die feindlichen Reihen, zeigt auch er eine flink-agile Vorstellung mit dem Schwert.
Fang Mien als Clan-Chef der "Guten" überlässt den jungen Helden das Feld. Die Villains bestimmen da neben dem Gespann CCP/Yue Hua denn eher die Szenerie. Allen voran Ober-Schurke Huang Chung-Hsin, der bösartig-verschlagen, fies-skrupellos agiert, und natürlich auch mimisch so spielt. Das überzeugte somit. Ihn flankieren Lee Pang-Fei und ein wieder schmierig-aalglatt agierender Lee Wan-Chung, neben Chiang Nan ist er bei den Shaw Brothers hinsichtlich solcher Rollenbilder die "1. Wahl". Also auch von den Darstellungen her, kann "Lady of Steel" den eingefleischten Eastern- und Shaw Brothers-Fan für sich einnehmen.
Da ist die WuShu- und Swordplay-Action natürlich wieder die Sahne auf dem Kuchen. Für´s Baujahr wieder kernige, rasant-dynamische Fightaction, sauber choreographierte Schwert-Kämpfe, mit einer agil-tänzerisch fightenden Cheng Pei-Pei und Yue Hua mit seinem eleganten Kampf-Stil. Natürlich durchziehen auch diesen WuXia-Eastern der Shaw Brothers jede Menge Fights, und am Ende zieht sich wieder alles zusammen: Zum -auch blutigen- Showdown mit lang-intensiver Fightaction in einem Kampf auf Leben oder Tod.
"Lady of Steel", ein typischer, solide-gefälliger, atmosphärisch-routinierter und actiongeladener Eastern der Shaw Brothers, mit einer wieder starken Cheng Pei-Pei.
7,5/10.