Review

Waldemar und ein paar andere Abenteurer machen sich im Himalaja auf die Suche nach dem Yeti. Er trennt sich von der Gruppe und stößt in den Bergen auf eine Höhle, die von zwei Nymphomaninnen bewohnt wird. Nach einem flotten Dreier wird er von den beiden mit dem Werwolffluch belegt und während sich der Rest der Gruppe mit einem sadistischen Fürsten herumschlagen muss, streift Waldemar bei Vollmond als Werwolf durch den Schnee...


Kann ein Film mit lesbischen Kannibalinnen, die irgendwo im Himalaja in einer Höhle wohnen eigentlich schlecht sein? Nein, natürlich nicht. The Werewolf and the Yeti ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, wie abgedreht das spanische Horrorkino sein kann. Wie in den andern Naschy-Werwolffilmen geht es um Waldemar, der sich bei Vollmond in einen Vampir verwandelt, nur ist die Location etwas ungewöhnlich. Ersonnen wurde das ganze vom Großmeister Naschy persönlich. Zwar nichts wirklich Neues, denn der Gute hat sich schon bei z.B. Blutmesse für den Teufel das ganze Skript quasi über Nacht zusammengepinselt was dann in einem mehr oder weniger gutem Film endete, aber in diesem Fall kann man das Ergebnis doch als gelungen bezeichnen. Natürlich ist das alles ein totaler Mumpitz, aber unterhaltsamer Mumpitz ohne, dass zu irgendeinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt.
Wer vom Titel ausgehend eine übermäßige filmische Präsenz des Yetis erwartet, der sollte sich mal lieber selbst auf die Suche nach demselben machen. Der zottelige Geselle taucht nur kurz am Anfang und im finalen Fight gegen den Werwolf auf, glänzt aber ansonsten mit seiner Abwesenheit. Das Finale rockt aber wirklich. Werwolf vs. Yeti, wobei man durchaus Schwierigkeiten haben dürfte, nicht zuletzt dank der blauen Farbfilter, die beiden auseinander zu halten.
Wie man es ja aus diversen anderen span. Horrorfilmproduktionen kennt wurden diverse Szenen, die zwar nachts spielen sollen, aber bei Tage gedreht wurden im Nachhinein mit einem blauen Farbfilter bearbeitet. Wenn sich dann unter dem bewölkten Himmel tiefe schwarze Schatten auf dem Schnee zu sehen sind, sieht das schon etwas seltsam aus. Fällt aber neben den anderen Patzern auch nicht weiter auf. Das ganze soll ja im Himalaja spielen oder zumindest danach aussehen, aber ich frage mich da doch, warum der Reisetrupp in der einen Szene munter durch einen steinigen Wald läuft, sich etwas später durch den Schnee kämpft um dann wieder später das Lager im Wald (ohne Schnee) zu errichten? Innerhalb von ein paar Stunden kann doch unmöglich soviel Schnee schmelzen?

Interessanterweise gesellt sich der Film in England zu den Video Nasties und das sogar verständlicherweise. Dank einer (versuchten) Vergewaltigung, Kannibalismus, Häutungen fällt der Film deutlich härter aus als anderen Werwolf-Naschys. Nudity gibt’s natürlich auch. Die beiden Nymphomanischen Lesben sind doch tatsächlich an einem flotten Dreier mit Waldemar interessiert und im Folterkeller des sadistischen Fürsten tummeln sich auch diverse (weibliche) Nackedeis.

Wer The Werewolf and the Yeti nicht zu Ernst nimmt, kann seinen Spaß an diesem Film haben. Gewalt, Nudity und viel Schwachsinn.

7/10

Details
Ähnliche Filme