Review

Bunter, sehr schicker und bis zum Abkacken hochgestylter Popcorn-Action-Kracher im Comic-Look - das ist HELLBOY!

Zur Story, die dieser orgiastischen Bilderflut vollkommen unterliegt, nur kurz etwas:
Hellboy, der als Säugling zufällig den Sprung aus der dunklen Dimension in unsere geschafft hat, arbeitet bei einer geheimen Einheit des CIA, welche sich mit der Bekämpfung von übernatürlichen Phänomenen beschäftigt.
Ein Bösewicht will das Tor zur dunklen Dimension erneut öffnen und die Welt mit Dämonen überschwämmen...

Das die Handlung nur im Groben. Wie in allen Blockbustern aus Amiland fällt diese aber auch hier sehr seicht und unsinnig aus.
Wie bereits anfangs erwähnt, liegen HELLBOYs Stärken eindeutig in seiner berauschenden Optik. Die zahlreichen Monstermasken und -kostüme, der gelungene "Düster"-Look, die pompösen Kulissen, sowie die hyperprofessionellen SFX wirken umwerfend edel, brutalst teuer und rausgeputzt bis zum Gehtnichtmehr. Die Action ist sehr rasant und Hellboy überzeugt als comichafter Superheld mit Ecken und Kanten auch auf ganzer Linie.

Negativ an dem Streifen jedoch ist, dass er mal wieder nur so von Kitsch, Quatsch und Klischees trieft, dass die sehr schwächelnde Story mal wieder (!) nur nach Schema F gestrickt ist, und dass mal wieder (!!!) nicht auf eine vollkommen unnötige und nervige Liebesgeschichte verzichtet worden ist.
Die Dialoge und die Charaktere platzen außerdem schon fast vor Heroik und übertriebener Coolness, was den Film schon fast ins Lächerliche und unfreiwillig Komische abrutschen lässt.

Ich trau mich sogar zu behaupten, dass von den zwei Stunden, die man bei HELLBOY vor der Mattscheibe verbringt, die zweite Stunde dermaßen vergeigt worden ist, dass der Rausch der anfänglichen optischen Raserei gänzlich verfliegt.
In der zweiten Hälfte wird nämlich ausführlich auf eben erwähnte Liebesgeschichte zwischen dem coolen Satansbraten und seiner menschlichen Angebeteten eingegangen, wodurch die Action nur noch die zweite Geige spielt.
Wenn man stattdessen ein bisschen mehr die Fäuste oder die Ballermänner sprechen gelassen hätte, wäre man sicher besser bedient gewesen.

Mein Fazit daher:
HELLBOY ist optisch und actionmäßig eine Bombe, story- und logikmäßig aber eher ein Zahnarztbesuch.
Ein Film für's Auge, aber definitiv keiner für's Hirn! Popcorn-Kino, eben!
Die überaus tolle Aufmachung macht HELLBOY aber auf jeden Fall zu einem sehenswertem Film, der in der Liga, der gelungensten Comic-Verfilmungen gewiss ganz weit oben mitspielt.

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